Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / 1. Bedeutung im Besteuerungssystem
 

Rn. 49

Stand: EL 76 – ET: 11/2007

Für die Einkünfte aus LuF, aus Gewerbebetrieb u aus selbstständiger Arbeit ist der Begriff des BV von zentraler Bedeutung. Nach § 2 Abs 2 Nr 1 EStG werden die aus diesen wirtschaftlichen Betätigungen erzielten Einkünfte vom Gesetz als Gewinn bezeichnet. Dieser wird nach § 4 Abs 1 EStG als Unterschiedsbetrag zwischen dem BV am Schluss des Wj u dem BV am Schluss des vorangegangenen Wj, vermehrt um den Wert der Entnahmen u vermindert um den Wert der Einlagen definiert (s Rn 5).

Der Begriff des BV ist unabhängig von der Art der Gewinnermittlung. Insb auch die Gewinnermittlung nach § 4 Abs 3 EStG beruht auf der Annahme eines BV (BFH BStBl II 1989, 32), dessen Wertänderungen allerdings den laufenden Gewinn allenfalls als AfA o AfS beeinflussen (keine Teilwertabschreibung möglich). Gleichwohl muss auch hier der als laufender Gewinn angesetzte Überschuss der Einnahmen über die BA durch Entnahmen u Einlagen (§ 4 Abs 3 S 4 EStG; BFH BStBl II 1975, 526 betr die Entnahme u BFH BStBl II 1979, 401 betr die Einlage) ergänzt werden. Zur Gewährleistung einer Erfassung des gesamten während des Bestehens des Betriebes erzielten Gewinnes (Totalgewinnes BFH BStBl II 1980, 186) ist ein Veräußerungs- oder Aufgabegewinn zu ermitteln. Zur dann erforderlichen Übergangsrechnung vgl R 4.6 EStR 2005 (s Rn 4).

 

Rn. 50

Stand: EL 76 – ET: 11/2007

Das BV ist in systematischer Hinsicht als Gegensatz zum PV zu verstehen: Begrifflich schlägt sich hier der Dualismus der Einkünfteermittlung nach § 2 Abs 2 EStG nieder (s § 2 Rn 154ff). Wertänderungen des PV haben nur ausnahmsweise (zB § 17 EStG) einen Einfluss auf die Bemessungsgrundlage. Umgekehrt führt das BV zur "Verstrickung" des betreffenden WG (s Rn 284).

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