Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / [Ohne Titel]
 

Rn. 384

Stand: EL 121 – ET: 04/2017

Leistet ein Beamter nach der Ehescheidung und dem Versorgungsausgleich durch sog Quasi-Splitting – dazu Näheres s Rn 407 – einen Kapitalbetrag an die Versorgungsbehörden, um die spätere Kürzung seiner Versorgungsbezüge abzuwenden, so liegen nach offenbar einhelliger Meinung WK vor, weil damit spätere Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit erhalten werden sollen, BMF BStBl I 1983, 567 (Nr A.I.2.); Biergans, DB 1979, 955, 947; Labus, BB 1977, 1043; Meilicke, StbJb 1977/78, 243, 256; Meincke, StKongrR 1978, 389, 400 und Stuhrmann, DStR 1977, 470; Stuhrmann, DStR 1983, 255, 257. Erhält der ArbN die zur Vermeidung der Pensionskürzung gezahlten Beträge zurück, handelt es sich um Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit, Stuhrmann, DStR 1983, 255.

 

Rn. 385

Stand: EL 121 – ET: 04/2017

Anders liegt es nach BFH BStBl II 1984, 106 und der überwiegenden Meinung im Schrifttum – statt aller Meincke, StKongrR 1978, 398 sowie Stuhrmann, DStR 1977, 469 –, wenn der ArbN rentenversichert ist und Zahlungen an die Rentenversicherung leistet, um die Kürzung der eigenen Rente abzuwenden, da es ihm nicht um Einnahmen nach § 19 EStG, sondern um solche gem § 22 EStG geht; aA aber Glade, DB 1980, 946, 947. Die Verw, BMF BStBl I 1983, 567, lässt nur den SA-Abzug nach § 10 Abs 1 Nr 2 und Abs 3 EStG zu; außerdem s Rn 378.

 

Rn. 386

Stand: EL 121 – ET: 04/2017

Die Leistungen im Versorgungsausgleich vom Ausgleichsverpflichteten zugunsten des Ausgleichsberechtigten spielen sich nach hM im Bereich des Vermögens ab, so dass WK entfallen, s BFH BStBl II 1984, 106; BFH/NV 2000, 1467; 2010, 1807. So denn auch zu Leistungen des StPfl zur Begründung eines Rentenanspruchs der Ehefrau nach § 1587b Abs 3 BGB, BFH BStBl II 1984, 106 und FG D'dorf EFG 1980, 25, mit ablehnender Besprechung durch Glade, DB 1980, 946. Insoweit für Abzug als SA nach § 10 Abs 1 Nr 2a EStG Biergans, DB 1979, 955, aA BMF BStBl I 1983, 567, was freilich wegen der Höchstbeträge des § 10 Abs 3 EStG in der Praxis meist die Abziehbarkeit entfallen ließe. Für dauernde Last bei Verrentung der Zahlungen über mehr als zehn Jahre Meilicke, StbJb 1977/78, 243; aA Stuhrmann, DStR 1987, 2347, der nach § 12 Nr 2 EStG nicht abziehbaren "Unterhalt" annimmt; diese Begründung wird mE mit Recht von Biergans, DB 1979, 959; Meilicke, StbJb 1977/78, 243 bemängelt, weil der Versorgungsausgleich zivilrechtlich vom Begriff des Unterhalts sehr wohl zu unterscheiden sei; aA aber BGHZ v 21.03.1979, zitiert von Uelner, StbJb 1980/81, 410. Zinsen für einen zur Tilgung von Zugewinnausgleichsansprüchen aufgenommenen Kredit sind ebenfalls keine WK, FG SchlH EFG 1984, 545 rkr. Zu Versorgungsleistungen gegen Verzicht auf Zugewinnausgleichsansprüche BFH BStBl II 1986, 674. Zur wohl ebenfalls ausscheidenden ag Belastung s Erläut zu § 33 (Nacke).

 

Rn. 387

Stand: EL 121 – ET: 04/2017

Handelt es sich um einen schuldrechtlichen Versorgungsausgleich gem §§ 1587f-1587n BGB (s Rn 396) und wird er durch Zahlung einer Geldrente bewirkt, kann der Ausgleichsverpflichtete die Zahlungen in voller Höhe als dauernde Last abziehen, BMF BStBl I 1983, 567. Beim Ausgleichsberechtigten liegen wiederkehrende Bezüge iSd § 22 Nr 1 S 1 EStG vor. Bei einer Abtretung der Versorgungsbezüge bleibt der Abtretende einkommensteuerlich deren Empfänger, BFH BStBl II 1976, 592. Er kann jedoch den abgetretenen Teil als dauernde Last abziehen, Stuhrmann, DStR 1983, 258. Zur Besteuerung der Empfänger s Erläut zu § 22 (Lüsch).

 

Rn. 388

Stand: EL 121 – ET: 04/2017

vorläufig frei

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