Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / ce) Anschaffungsnaher Aufwand
 

Rn 840

Stand: EL 83 – ET: 05/2009

Werden nach Anschaffung eines Gebäudes erhebliche Investitionen getätigt, um das Gebäude in seinem Zustand zu verbessern oder grundlegend zu modernisieren, so kann der Aufwand als sog anschaffungsnaher Herstellungsaufwand zu aktivieren sein, insb bei Anfall innerhalb von 3 Jahren nach der Anschaffung (zB BFH BStBl II 2002, 300; 2002, 519; 2008, 218; BMF BStBl I 2003, 386; auch s § 21 Rn 254 ff). ME ist bei der Ermittlung, ob die Voraussetzungen des anschaffungsnahen Aufwands vorliegen, die bei der Realteilung vorgenommene Trennung in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Erwerb zu übernehmen, dh soweit ein Gebäude entgeltlich angeschafft wird, ist (anteilig) anschaffungsnaher Aufwand möglich (auch s Rn 754).

 

Rn 841

Stand: EL 83 – ET: 05/2009

 

Beispiel (nach Wacker/Franz, BB-Beil 5/1993, 12 Bsp 21):

Miterben sind S und T je zur Hälfte. Zum Nachlass gehören ein bebautes Grundstück (Verkehrswerte: Gebäude 1,5 Mio EUR, Grund und Boden 500 000 EUR) und Bargeld von 1 Mio EUR. Die ursprünglichen AK des Gebäudes in Höhe von 2 Mio EUR sind bei der Erbauseinandersetzung am 01.01.2004 bereits mit jährlich 2 vH bis auf 800 000 EUR abgeschrieben. S erhält das Grundstück, T das Bargeld und eine Abfindung von S in Höhe von 500 000 EUR. S führt an dem Gebäude im Jahr 04 (= Jahr der Erbauseinandersetzung) Erhaltungsmaßnahmen durch (Erhaltungsaufwand insgesamt 400 000 EUR).

Die Aufwendungen sind in Höhe von 300 000 EUR sofort als WK abziehbar. Der Restbetrag von 100 000 EUR übersteigt 20 vH von 375 000 EUR und erhöht damit als anschaffungsnaher Aufwand die AfA-Bemessungsgrundlage für den entgeltlich erworbenen Teil von 375 000 EUR auf 475 000 EUR; die AfA für den entgeltlich erworbenen Teil beträgt jährlich 9 500 EUR.

 

Rn 842

Stand: EL 83 – ET: 05/2009

Besonderheiten bei selbstgenutztem Wohneigentum

Zur Anwendung des § 10e EStG bei einer Realteilung s BFH BStBl II 2000, 61; BFH/NV 2000, 180; BMF BStBl I 1993, 827; auch s Rn 338.

Für die Anwendung des § 10 f EStG gilt mE, dass der Abzug hinsichtlich des unentgeltlich erworbenen Teils fortgeführt werden kann, wenn die Wohnung für eigene Wohnzwecke der Erben genutzt wird (mE ausreichend als Ferien- oder Wochenenddomizil). Eine teilweise unentgeltliche Nutzungsüberlassung ist unschädlich (§ 10 f Abs 1 S 4 EStG). Soweit iRd Erbauseinandersetzung ein Anteil an dem Gebäude entgeltlich erworben wird, kann der Abzug insoweit nur für künftige Erhaltungsmaßnahmen in Anspruch genommen werden (§ 10 f Abs 4 S 2 EStG).

 

Rn 843-844

Stand: EL 83 – ET: 05/2009

vorläufig frei

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