Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / a) Gemeiner Wert
 

Rn 104

Stand: EL 60 – ET: 02/2004

Als Wert des Veräußerungspreises ist grundsätzlich der gemeine Wert, nicht der Teilwert anzusetzen (BFH BStBl II 1978, 295; 1985, 456; 1989, 557; BFH/NV 1986, 147). Zur Begründung führt der BFH aus, dass § 6 EStG nur für die Ermittlung des laufenden Gewinns gelte; eine Analogie zur Entnahme mit dem Teilwert verbiete sich wegen § 16 Abs 3 S 7 EStG (Ansatz des gemeinen Werts für WG, die nicht veräußert werden; vgl Kobor in H/H/R, § 16 EStG Rz 315). Zur Teilbetriebsveräußerung s Rn 109.

Der gemeine Wert ist in Ermangelung einer eigenen Vorschrift im EStG gemäß § 1 BewG iVm ­§§ 2 – 16 BewG zu ermitteln (BFH BStBl II 1978, 295; vgl BFH BStBl II 1981, 160; FG Köln EFG 1982, 565, rkr; Reiss in K/S/M, § 16 EStG Rz E 38). Entscheidend ist uE, dass § 16 Abs 2 EStG nur für den Wert des BV auf §§ 4 Abs 1 u 5 EStG verweist, im Übrigen aber eine Gewinn­ermittlung eigener Art enthält. Hätte der Gesetzgeber für die Bewertung des Veräußerungspreises § 6 Abs 1 Nr 2 EStG anwenden wollen, hätte er auch auf diese Vorschrift verwiesen (FG Köln EFG 1982, 565, rkr). Da beim Erwerber § 6 EStG zur Anwendung kommt, können Veräußerungspreis und Wertansatz beim Erwerber divergieren (Schmidt/Wacker, § 16 EStG Rz 277). Nach aA (Schmidt/Wacker, § 16 EStG Rz 277) sind die §§ 2 – 16 BewG nur teilweise und sinngemäß anwendbar. Vgl im Einzelnen s Rn 105 – 109.

Zur USt s Rn 88, 8.

Maßgebend ist der gemeine Wert zum Zeitpunkt der Veräußerung (BFH BStBl II 1978, 295 (s Rn 133). Zum Einfluss von Ereignissen nach Betriebsveräußerung oder -aufgabe s Rn 109a ff. Zur Bewertung von zurückbehaltenen WG s Rn 115.

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