Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / Schrifttum:

Knobbe-Keuk, Die Anteile der Kommanditisten einer GmbH & Co KG an der Komplementär-GmbH, in FS von Wallis, 1985, 373;

Schulze zur Wiesche, Zur wesentlichen Betriebsgrundlage eines Mitunternehmeranteils – Problemstellungen bei der Beteiligung an einer Komplementär-GmbH, DB 2010, 638;

Prinz, Neuakzentuierung der BFH-Rspr zur Sonder-BV-Eigenschaft von KapGes-Anteilen u Mitunternehmeranteilen, DB 2010, 972;

Schumacher, Kann der Mitunternehmeranteil eine wesentliche Betriebsgrundlage für Zwecke des Umwandlungsteuerrechts darstellen?, DStR 2010, 1606;

Suchanek, Beteiligung an Komplementär-GmbH als funktional wesentliche Betriebsgrundlage, GmbHR 2010, 322 (Kommentar zu BFH v 25.11.2009);

Schwedhelm/Talaska, Wann ist der Anteil des Kommanditisten an der Komplementär-GmbH wesentliche Betriebsgrundlage iSd § 20 UmwStG?, DStR 2010, 1505;

Schulze zur Wiesche, GmbH-Beteiligungen als Sonder-BV der PersGes, GmbHR 2012, 785;

Schulze zur Wiesche, Beteiligung eines Mitunternehmers an einer Komplementär-GmbH einer anderen Mitunternehmerschaft als Sonder-BV II, DStZ 2014, 753;

Schulze zur Wiesche, Anteile an einer Komplementär-GmbH als Sonder-BV, DStZ 2015, 929.

Verwaltungsanweisungen:

Zuletzt OFD Ffm v 03.12.2015, S 2134 A-14-St 213, DStR 2016, 676 (Mitunternehmern gehörende Anteile an KapGes; Zugehörigkeit zum Sonder-BV u Eigenschaft als funktional wesentliche Betriebsgrundlage).

Ferner s Schrifttum vor Rn 41.

 

Rn. 47

Stand: EL 139 – ET: 10/2019

Die einem Kommanditisten gehörenden Anteile an der Komplementär-GmbH ohne eigenen Geschäftsbetrieb, auch wenn ohne Kapitaleinlage in der GmbH & Co KG (BFH BStBl II 1976, 188), sind notwendiges Sonder-BV II des Kommanditisten (grundsätzlich auch s Rn 73 zu "Sonstiges", dort zu (1), u s Rn 75 zu (1)), wenn die GmbH-Anteile dem Kommanditisten ermöglichen, über die geschäftsführende GmbH einen besonderen Einfluss auf die nach § 164 HGB von der Geschäftsführung ausgeschlossene KG auszuüben und sie insofern der Stärkung der Mitunternehmerstellung der Kommanditisten dienen (OFD Ffm v 03.12.2015, DStR 2016, 6767; OFD Mchn, DStR 2001, 1032; OFD Münster, GmbHR 2009, 108; BFH BStBl II 2015, 705; 2001, 825; 1999, 286; 1992, 937; 1976, 188; 1977, 69; 1980, 119; aA für die Fälle der Einmann-GmbH & Co KG (mE analog dann auch der mehrheitlichen KG-Beteiligung) bzw einer Minderheitsbeteiligung an der GmbH: Knobbe-Keuk, FS von Wallis, 1985, 379).

Mit Urt BFH v 16.04.2015, BStBl II 2015, 705 hat der IV. Senat des BFH die frühere extensive Rspr (zB s BFH v 25.11.2009, BStBl II 2010, 471 Rz 16 u 19) eingeschränkt für den Fall von Minderheitsbeteiligungen des Kommanditisten < 10 % an der Komplementär-GmbH bei einer GmbH & Co KG, weil eine Zuordnung der Beteiligung zum Sonder-BV II ausscheide, wenn der Gesellschafter auf Grund der Höhe seiner Beteiligung nicht in der Lage ist, Einfluss auf die Geschäftsführung der KG zu nehmen, u dürfte damit auch den Versuch unternommen haben, einer Ausuferung des Anwendungsbereichs des vom Gesetz nicht näher konkretisierten Rechtsbegriffs des Sonder-BV II generell entgegenzutreten: so Wit, DStR 2015, 1366. ME ist für die Qualifikation einer Komplementärbeteiligung als Sonder-BV II eines Kommanditisten abzustellen darauf, ob eine Beschlussfassung nach § 46 Nr 5, 6 GmbHG iVm § 47 Abs 1 GmbHG gegen den Willen des Gesellschafters nicht möglich ist.

Also für Sonder-BV II qualifizieren sich mE Komplementär-Anteile nur,

  • wenn eine Mehrheitsbeteiligung an der GmbH mit beherrschendem Einfluss auf die KG vorliegt – glA Wacker in Schmidt, § 15 EStG Rz 518, 37. Aufl – oder
  • wenn eine Beschlussfassung nur unter Mitwirkung des Minderheitsgesellschafters möglich ist, weil eine qualifizierte Mehrheit von Stimmen erforderlich ist, die nur unter Einschluss der Stimmen des Minderheitsgesellschafters erreicht werden kann, oder
  • wenn sogar Einstimmigkeit vorgeschrieben ist: BFH v 16.04.2015, aaO, Rz 21 u OFD Ffm v 03.12.2015, DStR 2016, 676 Rz 9.

Der BFH v 16.04.2015, aaO, lässt unter Rz 19 dagegen weitergehend offen, ob eine Zuordnung der Geschäftsanteile an der Komplementär-GmbH zum Sonder-BV II bereits bei einem Minderheitsgesellschafter, der mindestens 10 % der Geschäftsanteile hält, gerechtfertigt ist, weil ihm die besonderen Minderheitenrechte gem den §§ 50 Abs 1, 61 Abs 2 S 2, 66 Abs 2 GmbHG zustehen, o ob dies erst (also spätestens) bei einem Gesellschafter zu bejahen ist, der mehr als 25 % der Geschäftsanteile hält u damit über eine Sperrminorität iSd § 53 Abs 2 GmbHG verfügt. Die Praxis sollte sich also vorsichtshalber auf diese BFH-Rspr bis zu deren hoffentlich erneuten Änderung einstellen; anzustreben wäre eine Gleichstellung der notwendigen Voraussetzungen für Sonder-BV II und funktional wesentliche Betriebsgrundlage iSd § 6 Abs 3 EStG, §§ 20, 24 UmwStG, glA Wit, DStR 2015, 1366 zu BFH v 16.04.2015, BStBl II 2015, 705; hierzu Hinweis auf s Rn 47a.

IdS gehört auch die Beteiligung des atypisch stillen Gesellschafters bei einer "GmbH und atypisch Still" an der GmbH selbst zum Sonder-BV II: BFH BStBl II...

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