Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / db) Partnerschaftsgesellschaft

PartG ohne beschränkte Berufshaftung – PartG obB – (alte Rechtslage)

Schrifttum zur Partnerschaftsgesellschaft (PartG obB lt G von 1994):

Seibert, Die Partnerschaft für die Freien Berufe, DB 1994, 2381;

Müller, Die Partnerschaftsgesellschaft – Eine Rechtsform für freie Berufe aus der Sicht der freiberuflichen Leistung, FR 1995, 402;

Knoll/Schüppen, Die Partnerschaftsgesellschaft – Handlungszwang, Handlungsalternative o Schubladenmodell?, DStR 1995, 608;

Eggesieker, Die Partnerschaftsgesellschaft für freie Berufe, 1995;

Meilicke ua, PartGG, 1995;

Henssler, PartGG, 1997;

Castan, Die Partnerschaftsgesellschaft, 1997;

Eggesiecker, Steuerberatung durch normale Partnerschaft zulässig, DB 1997, 2515.

 

Rn. 54a

Stand: EL 137 – ET: 08/2019

Das G zur Schaffung von Partnerschaftsgesellschaften v 25.07.1994 (BGBl 1994, 1744 stellte den Angehörigen freier Berufe (§ 1 Abs 2 PartGG) eine auf deren Bedürfnisse besonders zugeschnittene Gesellschaftsform zur gemeinsamen Berufsausübung zur Verfügung. Es handelt sich zivilrechtlich um eine PersGes, die namens-, grundbuch- und parteifähig ist. Für Verbindlichkeiten der PartG aus beruflichen Fehlern haften neben ihrem Vermögen (akzessorisch, § 7 Abs 2 PartGG) die handelnden Partner, allerdings mit – eingeschränkten (AGB oder Individualvereinbarung) – Möglichkeiten zur Haftungsbegrenzung: § 8 PartGG. Anders als bei einem OHG-Anteil ist der Anteil an einer PartG nicht vererblich, der Tod eines Partners bewirkt vielmehr dessen Ausscheiden: § 9 PartGG. Soweit das PartGG nichts anderes bestimmt, finden die Vorschriften über die GbR (§§ 705ff BGB) Anwendung: § 1 Abs 4 PartGG.

Steuerlich gehört die PartG zu den "anderen Gesellschaften" iSd § 15 Abs 1 S 1 Nr 2 EStG iVm § 18 Abs 4 EStG. Sie hat nur dann freiberufliche und nicht gewerbliche Einkünfte, wenn alle Partner Freiberufler sind und eigenverantwortlich tätig sind: s Rn 162 (Abfärbetheorie) und s Rn 128 (leitend und eigenverantwortlich). Die Eintragung der PartG ins Partnerschaftsregister ist zur Bestimmung der Einkunftsart somit keine Grundlage. Zum Vergleich zwischen PartG oder GmbH als geeigneter Rechtsform für Freiberufler (GmbH ggf besser geeignet) vgl Gail, BFuP 1995, 481.

Die PartG bleibt bei Mandaten mit starkem Personenbezug wegen ihrer Handelndenhaftung nach wie vor sinnvoll.

PartG mit beschränkter Berufshaftung – PartG mbB – (neue Rechtslage ab 19.07.2013)

Schrifttum zur Partnerschaftsgesellschaft (PartG mbB lt G von 2013):

Seibert, Die Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartG mbB), DB 2013, 1710;

Seibert, Die Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung – Eine Lücke wird geschlossen, WPg 15/2013, I;

Ruppert, Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung – Ende gut, alles gut?, DStR 2013, 1623;

Carle, Die Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung, KÖSDI 2013, 18 547;

Wälzholz, Überlegungen zur Gründung u Umwandlung bereits existierender Rechtsträger in eine PartG mbB, DStR 2013, 2637.

Verwaltungsanweisungen:

OFD NW v 12.12.2013, DB 2014, 214 (ESt/GewSt: PartG mbB; steuerrechtliche Behandlung);

OFD Nds v 26.10.2015, DStR 2016, 245 (Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung: § 15a Abs 5 EStG: nein).

Das PartGG v 15.07.2013, BGBl I 2013, 2386 (auch s vor § 1 Rn 214 (Bitz)) eröffnet zur Berufsausübung zusammengeschlossenen Freiberuflern als Variante der PartG eine PersGes-Form iSd § 705 BGB (GbR: § 1 Abs 4 PartG) mit einer gem § 8 Abs 4 PartG nur auf das Gesellschaftsvermögen beschränkten Berufshaftung bei Schäden infolge fehlerhafter Berufsausübung eines persönlich handelnden Berufsträgers, wenn die PartG eine gesetzliche Berufshaftpflichtversicherung unterhält und der Name mindestens die Abkürzung "mbB" enthält. Die PartGmbB eröffnet aber nicht eine generell unlimitiert beschränkte Haftung, so zB nicht für Mietschulden oÄ!

Sie übt kein Handelsgewerbe aus (§ 1 Abs 1 PartGG). Wie bei der PartG nach alter Rechtslage ist maßgebend die transparente Besteuerung nach § 18 EStG, wenn ausschließlich Berufsträger beteiligt sind (s Rn 163), weil unbeschränkte Haftung keine konstitutive Voraussetzung freiberuflichen Handelns ist, eine Umqualifizierung in gewstpfl Einkünfte entfällt. Eine gewerbliche Infektion nach § 15 Abs 3 EStG (s Rn 162c163) ist jedoch zu vermeiden.

Die Anwendbarkeit von § 15a EStG wird von der FinVerw geprüft (s OFD NW v 12.12.2013, DB 2014, 214; OFD Nds v 26.10.2016, DStR 2016, 245: § 15a Abs 5 EStG: nein)

Damit steht jetzt für haftungsbeschränkte Freiberufler-PersGes eine deutsche Alternative zur Limited Liability Partnership (LLP) zur Verfügung, die im Markt für Rechtsdienstleistungen und Seminare Fuß zu fassen drohte. Dies war besonders deshalb positiv, weil BGH v 18.07.2011, DB 2011, 2027 die anwaltliche GmbH &Co KG abgelehnt hat, die Eintragung einer WP-/StB-GmbH & Co KG ins HR daran geknüpft hatte, dass überwiegend Treuhandtätigkeiten ausgeübt werden. Nach neuer Rspr (Beschluss des BGH v 15.07.2014, II ZB 2/13) kann eine WP-/StB-KG (also auch WP-/StB-GmbH & Co KG) mit dem Gesellschaftszweck "geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen einschließlich der Treuhandtätigkeit" im HR auch d...

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