Literaturauswertung zum Erb... / 3.8 § 200 BewG (Vereinfachtes Ertragswertverfahren)

• 2010

Änderung des künftigen Jahresertrags durch objektive Umstände

 

Steht zum Bewertungsstichtag fest, dass der künftige Jahresertrag durch bekannte objektive Umstände, z. B. wegen des Todes des Unternehmers, sich nachhaltig verändert, ist dies nach Auffassung der Finanzverwaltung bei der Ermittlung des Jahresertrags entsprechend zu berücksichtigen (R B 201 Abs. 5 ErbStR 2011). Dies kann z. B. der Fall sein, wenn der Unternehmer stirbt und der Erbe nicht die Qualifikation zur Fortführung des Betriebs besitzt. Zu diesen objektiven Umständen gehört auch die Beeinträchtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Ertragslage des Unternehmens.

(so Hecht/von Cölln, Fallstricke des vereinfachten Ertragswertverfahrens nach dem BewG i. d. F. des ErbStRG, DB 2010, 1084)

 

Daraus folgt, dass das vereinfachte Ertragswertverfahren auch mit einer Zukunftsorientierung der Erträge angewandt werden muss, wenn entsprechende Plandaten vorliegen.

(so Wassermann, Mittelständische Unternehmensbewertung im neuen Erbschaftsteuerrecht - Eine ökonomische Analyse, DStR 2010, 183)

 

Fraglich ist, ob zu den zu berücksichtigenden zukünftigen nachhaltigen Veränderungen des Jahresertrags auch die Auswirkungen der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise gehören.

(so Stalleiken, Theissen, Erbschaftsteuer-Bewertungserlass, Teil B: Das vereinfachte Ertragswertverfahren, DStR 2010, 21)

Vereinfachungsregelung bei Beteiligungen

 

Es kann im Einvernehmen mit den Verfahrensbeteiligten darauf verzichtet werden, eine gesonderte Ermittlung des gemeinen Werts von zum Vermögen gehörenden Anteilen an einer Kapitalgesellschaft und Beteiligungen an einer Personengesellschaft vorzunehmen, wenn es sich um einen Fall von geringer Bedeutung handelt (R B 200 Abs. 4 ErbStR 2011). In diesen Fällen kann aus Vereinfachungsgründen die durchschnittliche Bruttoausschüttung der Untergesellschaft der letzten drei Jahre als durchschnittlicher Jahresertrag multipliziert mit dem Kapitalisierungsfaktor nach § 203 BewG angesetzt werden. Es ist jedoch mindestens der Steuerbilanzwert anzusetzen. Die Regelung bezieht sich auch auf Beteiligungen an Personengesellschaften. An die Stelle der Bruttoausschüttung tritt dann die tatsächliche Gewinnabführung. Die Vereinfachungsregelung ist nicht an eine bestimmte Beteiligungshöchstgrenze gebunden.

(so Stalleiken, Theissen, Erbschaftsteuer-Bewertungserlass, Teil B: Das vereinfachte Ertragswertverfahren, DStR 2010, 21)

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