Literaturauswertung zum Erb... / 3.2 § 11 BewG (Wertpapiere und Anteile)

• 2008

DCF-Verfahren

 

Die Varianten des DCF-Verfahrens sind dem Ertragswertverfahren gleichgestellt.

(so Kussmaul, Pfirmann, Heil, Meyering, Die Bewertung von Unternehmensvermögen nach dem ErbStRG und Unternehmensbewertung, BB 2008, 472)

AHW-Standard

 

Zu den anderen nichtsteuerlichen Bewertungsmethoden gehört auch der AHW-Standard bei Handwerksunternehmen.

(so Eisele, Erbschaftsteuerliches Bewertungsrecht: Bewertungsvergleich für Zwecke der Rückanwendungsoption beim Betriebsvermögen, NWB 2008, 1287; Lefarth, Die Reform des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts aus der Sicht des Mittelstands, GewArch 2008, 68)

• 2010

Kurzfristige Kurssprünge

 

Maßgebend ist der Wert im Besteuerungszeitpunkt. Damit haben kurzfristige Kurssprünge unmittelbare Auswirkung auf die Bewertung. Treten am oder um den Bewertungsstichtag herum erkennbar Marktanomalien auf, durch die der Börsenkurs vom wahren Wert des börsennotierten Unternehmens abweicht, sind Bewertungskorrekturen – notfalls auch im Billigkeitswege – verfassungsrechtlich zwingend geboten.

(so Möllmann, Erbschaft- und schenkungsteuerliche Unternehmensbewertung anhand von Börsenkursen und stichtagsnahen Veräußerungsfällen, BB 2010, 407)

Zwischenzeitlich eingetretene Änderungen

 

Fraglich ist, ob vom tatsächlich gezahlten Kaufpreis auszugehen ist, oder, ob von diesem ausgehend, der jeweilige Wert auf den Bewertungsstichtag abzuleiten ist mit der Folge, dass zwischenzeitlich eingetretene Veränderungen durch entsprechende Zu- oder Abschläge zu berücksichtigen sind. Zutreffend dürfte wohl sein, dass vom Verkaufspreis Abweichungen zulässig sind, wenn sich der Anteilswert oder der Wert des Unternehmens bis zum Stichtag geändert hat.

(so Ramb, Die neue Bedarfsbewertung des Betriebsvermögens - Eine kritische Stellungnahme unter Einbeziehung des AEBewAntBV, NWB 2010, 3390)

 

Es ist auch unter verfassungsrechtlicher Sicht nicht angemessen, zu vermuten, dass jeder beliebige Veräußerungsfall den gemeinen Wert des Unternehmens widerspiegelt. Ist der Aussagewert eines anlässlich eines zeitnahen Veräußerungsfalls vereinbarten Kaufpreises aufgrund der jeweiligen Umstände des Einzelfalls gering, muss in diesem Fall dem Steuerpflichtigen die Möglichkeit offenstehen, durch entsprechende Wertgutachten den Wert des Unternehmens nachzuweisen.

(so Möllmann, Erbschaft- und schenkungsteuerliche Unternehmensbewertung anhand von Börsenkursen und stichtagsnahen Veräußerungsfällen, BB 2010, 407)

Vertragsabschluss nach dem Bewertungsstichtag

 

Heranzuziehen sind grundsätzlich nur vor dem Bewertungsstichtag liegende Veräußerungsfälle. Eine Ausnahme ist in den Fällen zu machen, in denen der formelle Vertragsabschluss zwar nach dem Bewertungsstichtag erfolgt ist, die endgültige Einigung über den Kaufpreis aber am Bewertungsstichtag bereits vorgelegen hat. Anpassungen des Kaufpreises nach dem Bewertungsstichtag sind zu berücksichtigen, wenn bereits am Bewertungsstichtag die Voraussetzungen eines Minderungsrechts objektiv vorhanden waren und die Minderung auch tatsächlich später vollzogen wurde.

(so Möllmann, Erbschaft- und schenkungsteuerliche Unternehmensbewertung anhand von Börsenkursen und stichtagsnahen Veräußerungsfällen, BB 2010, 407)

DCF-Verfahren

 

Die Varianten des DCF-Verfahrens sind dem Ertragswertverfahren nicht gleichgestellt. Sie stellen im Rahmen der Erbschaft- und Schenkungsteuer keine zulässigen Unternehmensbewertungsmethoden dar. Sie eröffnen zu große Bewertungsspielräume. Auch stellen die dort vorgenommenen Typisierungen vielfach nur Scheintypisierungen dar.

(so Olbrich/Hares/Pauly, Erbschaftsteuerreform und Unternehmensbewertung, DStR 2010, 1250)

Freiberufliche Praxen

 

Der gemeine Wert des Unternehmens kann auch durch andere nichtsteuerliche Bewertungsmethoden ermittelt werden. Hierzu gehören z. B. die Bewertungsmethoden zur Bewertung von freiberuflichen Praxen (Multiplikatorverfahren). Der Gesetzgeber sieht die anderen Bewertungsmethoden als Gegensatz zu der betriebswirtschaftlichen Ertragswertmethode. Dies ist unzutreffend. Es gibt keine andere am jeweiligen Markt gebräuchliche Unternehmensbewertungsmethode, die die Anwendung der Ertragswertmethode, also die Berücksichtigung von Ertragsgesichtspunkten, ausschließt. Dies gilt auch für die alternativen Bewertungsmethoden zur Bewertung freiberuflicher Praxen. Auch hier erfolgt keine Bewertung unter vollständiger Abstrahierung vom zu erwartenden Ertrag.

(so Wassermann, Mittelständische Unternehmensbewertung im neuen Erbschaftsteuerrecht - Eine ökonomische Analyse, DStR 2010, 183)

AHW-Standard

 

Der AHW-Standard gehört nicht zu den anderen nichtsteuerlichen Bewertungsmethoden. Er stellt vielmehr eine Form des Ertragswertverfahrens dar.

(so Ramb, Die neue Bedarfsbewertung des Betriebsvermögens - Eine kritische Stellungnahme unter Einbeziehung des AEBewAntBV, NWB 2010, 3390)

• 2013

Substanzwert

 

Nach § 11 Abs. 2 Satz 3 BewG stellt der Substanzwert den Mindestwert eines Unternehmens dar. Bei der Ermittlung des Substanzwerts wird im Wesentlichen auf die einzelnen Bilanzp...

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