Körperschaftsteuererklärung 2016

Zusammenfassung

 

Überblick

Der Beitrag stellt eine vereinfachte Anleitung dar, die den Umgang mit den komplexen und dieses Jahr in vielfacher Weise neuen bzw. geänderten Vordrucken der Körperschaftsteuererklärung 2016 erläutert. Darin werden grundlegende Hilfestellungen gegeben, damit die Steuererklärungen zutreffend und vollständig ausgefüllt werden können. Erläutert werden dazu nicht nur die einzelnen Zeilen der Formulare, sondern es werden auch die rechtlichen Hintergründe für die einzutragenden Daten kurz dargestellt. Das dient dem besseren Verständnis und erleichtert damit regelmäßig, die einzelnen Vordrucke und Anlagen der Erklärung korrekt zu erstellen.

Damit die Übersichtlichkeit gewahrt bleibt, wird nicht jede Zeile der Vordrucke angesprochen. Vielmehr wird ganz bewusst auf Ausführungen zu seltenen Sachverhalten verzichtet, um die ohnehin schon schwierige Materie nicht noch mehr zu komplizieren. Nicht aufgegriffen werden daher z. B. Fragen im Zusammenhang mit einer Organschaft, Fälle der Liquidation oder Umwandlung, Besonderheiten für Genossenschaften und Vereine. Schwerpunkte sind vielmehr alle übrigen wesentlichen Punkte und Angaben, die eine Vielzahl von Körperschaften betreffen. Besondere Hinweise erfolgen insbesondere auch zu den neuen Vordrucken, zu geänderten Zeilen und Kennzahlen. Die grundsätzlichen Erläuterungen werden durch ein abschließendes Fallbeispiel abgerundet, das die Handhabung und die Eintragungen in die Vordrucke praxisnah aufzeigt.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Die Rechtsgrundlagen für die Einkommensermittlung ergeben sich aus den §§ 7 und 8 KStG, die im Wesentlichen auf die Gewinnermittlungsregelungen im EStG verweisen. Die speziellen körperschaftsteuerrechtlichen Regelungen finden sich in den §§ 8a – 13 KStG, sowie §§ 23 – 26 KStG. Sonderregelungen für Organschaften enthalten die §§ 14 – 19 KStG.

Die gesetzlichen Grundlagen für die zu treffenden Feststellungen finden sich in den §§ 27 – 38 KStG.

1 Allgemeines

1.1 Erklärungspflicht

Die jährliche Körperschaftsteuererklärung ist von den in § 1 Abs. 1 KStG und § 2 KStG genannten Körperschaften abzugeben. Dies sind insbesondere die GmbH, AG und Genossenschaften sowie Vereine, die mit ihren wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben steuerpflichtig sind. Doch auch eine Limited ist von der Abgabepflicht betroffen, wenn sie ihre Geschäftsleitung in Deutschland hat. Gleiches gilt für die UG (haftungsbeschränkt) als Variante der GmbH. Auch diese muss jährlich eine Steuererklärung abgeben.

1.2 Erklärungsfrist

Grundsätzlich ist die Körperschaftsteuererklärung für 2016 bis zum 31.5.2017 abzugeben. Da diese Frist jedoch sehr knapp bemessen ist, gewährt das Finanzamt auf Antrag eine Fristverlängerung. Diese wird allgemein bis zum 31.12.2017 gewährt, sofern die Erklärung von einem Steuerberater erstellt wird. Über diesen Termin hinaus kann die Abgabefrist nur in begründeten Einzelfällen und längstens bis zum 28.2.2018 verlängert werden.

 

Praxis-Tipp

Neue Abgabefristen wirken erst ab 2018

In der Presse war teilweise zu lesen, dass die Abgabefristen für die Steuererklärungen 2016 gesetzlich bis zum 31.7. bzw. 31.12.2017 verlängert worden sind. Zu beachten ist jedoch, dass diese Gesetzesänderung zwar zum 1.1.2017 in Kraft getreten ist, aber erstmals für den Besteuerungszeitraum 2018 anzuwenden ist.

1.3 Zuständiges Finanzamt

Die Erklärungsvordrucke sind bei dem Finanzamt einzureichen, in dessen Bezirk sich die Geschäftsleitung bzw. der Verwaltungssitz der Körperschaft befindet. Der Ort der Geschäftsleitung ist der Mittelpunkt der geschäftlichen Oberleitung, also der Ort, an dem der für die Geschäftsführung maßgebende Wille gebildet wird. Nur wenn sich ein Ort der Geschäftsleitung nicht eindeutig bestimmen lässt, ist das Finanzamt zuständig, in dessen Bezirk der eingetragene Firmensitz (Satzungssitz) liegt.

1.4 Zu versteuerndes Einkommen

Was als Einkommen der Körperschaft gilt und wie dies zu ermitteln ist, bestimmt sich grundsätzlich nach den Regelungen des Einkommensteuergesetzes. So ist auch bei der Körperschaftsteuer die Grundlage der Besteuerung das zu versteuernde Einkommen. Deshalb wird die Körperschaftsteuer auch als "Einkommensteuer der Körperschaften" bezeichnet.

Allerdings gibt es von diesem Grundsatz einige Ausnahmen, wie z. B. die Besteuerung von Dividenden. Diese werden bei der Einkommensteuer seit 2009 nach dem Teileinkünfteverfahren versteuert. Für Körperschaften wird diese Regelung aber durch § 8b Abs. 1 KStG verdrängt. Danach sind Dividenden grundsätzlich steuerfrei, jedoch gelten 5 % der Erträge fiktiv als nicht abziehbare Betriebsausgaben. Damit besteht für Dividenden und andere Ausschüttungen faktisch eine Steuerbefreiung i. H. v. 95 %. Dies jedoch wiederum mit Ausnahme der ab 1.3.2013 zufließenden sog. Streubesitzdividenden, die voll steuerpflichtig sind.

Kurzschema zur Einkommensermittlung:

 
  Jahresüberschuss laut Bilanz
+ verdeckte Gewinnausschüttungen
+ nicht abziehbare Aufwendungen
+ sämtliche Spenden
./. verdeckte Einlagen
./. steuerfreie Einnahmen
./. abzugsfähige Spenden
= Gesamtbetrag der Einkünfte
./. Verlustabzug
= Einkommen
./. Freibeträge nach §§ ...

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