Körperschaftsteuererklärung 2016 - Anlage FE-OT

1 Zweck und Aufbau des Vordrucks

Der Vordruck dient, ebenso wie die Anlagen FE-K 1 bis FE-K 4, nicht als Anlage zur Körperschaftsteuererklärung, sondern als Anlage zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Personengesellschaften, die Mitunternehmerschaften sind. Er ist von einer Personengesellschaft auszufüllen, die Organträger einer Organgesellschaft ist, und zu deren Gesellschaftern Körperschaftsteuersubjekte gehören. Der Vordruck nimmt die Besteuerungsgrundlagen der Organgesellschaft auf, für die rechtsformabhängige Steuerbefreiungen gelten, also insbesondere, aber nicht nur, Vorgänge nach § 8b KStG. Der Vordruck ermöglicht die Durchführung der "Bruttobesteuerung", bei der rechtsformabhängige Steuerbefreiungen nicht auf der Ebene der Organträger-Personengesellschaft, sondern erst auf der Ebene des Gesellschafters berücksichtigt werden, da erst auf dieser Ebene entschieden werden kann, ob diese Steuerbefreiungen anzuwenden sind. Der Gesellschafter wird insoweit als Organträger behandelt. Daher ist für jeden Gesellschafter der Organträger-Personengesellschaft, der die Rechtsform einer Körperschaft hat, eine Anlage OT auszufüllen, in die die Werte aus der Anlage FE-OT übernommen werden.

Die Anlage FE-OT ist gesondert für jede Organgesellschaft auszufüllen. Die einzutragenden Werte ergeben sich aus der gesonderten Feststellung nach § 14 Abs. 5 KStG der Organgesellschaft.

Die Anlage FE-OT erfasst anteilig auf Gesellschafter in der Rechtsform der Körperschaft entfallende Besteuerungsgrundlagen der Organgesellschaft, die der Organträger-Personengesellschaft und in einem zweiten Schritt über die gesonderte Gewinnfeststellung den Gesellschaftern zugerechnet werden.

Der Vordruck enthält auf der Vorderseite für jede Zeile die Summe der Besteuerungsgrundlagen. Die S. 2–4 enthalten die anteiligen Besteuerungsgrundlagen für 5 beteiligte Körperschaften, wobei die Gliederung hinsichtlich der in den Zeilen 6–18 enthaltenen Besteuerungsgrundlagen identisch mit der Vorderseite ist. Insgesamt kann der Vordruck daher die Summe der Besteuerungsgrundlagen und die anteiligen Besteuerungsgrundlagen für 5 beteiligte Körperschaften aufnehmen; bei mehr beteiligten Körperschaften ist ein weiterer Vordruck zu verwenden. Dabei sind die einzelnen Vordrucke zu nummerieren, und in Zeile 2 der S. 1 ist die laufende Nummer des Vordrucks anzugeben.

1.1 Zeilen 1–2

In diesen Zeilen sind auf der Vorderseite des Vordrucks der Name der Personengesellschaft bzw. Gemeinschaft anzugeben, für die dieser Vordruck abgegeben wird, sowie die Steuernummer. Auf S.1 ist in Zeile 2 auch die Nummer der Anlage anzugeben, wenn mehrere Anlagen FE-OT zu erstellen sind. Auf den anderen Seiten des Vordrucks erscheint in den Spalten für die Beteiligten der Name des jeweils Beteiligten und die laufende Nummer, unter der der Beteiligte in der Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Gewinnfeststellung aufgeführt ist.

1.2 Zeile 3

Der Vordruck unterstellt, dass die Besteuerungsgrundlagen auf die Gesellschafter der Personengesellschaft nach dem allgemeinen Gewinnverteilungsschlüssel (üblicherweise die Höhe der Beteiligung des jeweiligen Gesellschafters) verteilt worden sind. Ist das nicht der Fall, ist in dieser Zeile anzugeben, in welchen Zeilen die Besteuerungsgrundlagen nach einem abweichenden Maßstab zugeordnet worden sind. Die Finanzverwaltung kann dann prüfen, ob dieser abweichende Maßstab zu unangemessenen steuerlichen Vorteilen eines Beteiligten führt.

1.3 Zeilen 4-5

In diesen Zeilen ist die Organgesellschaft zu bezeichnen, deren Besteuerungsgrundlagen in dem Vordruck erfasst werden. Außerdem sind das für die Organgesellschaft zuständige Finanzamt und die Steuernummer anzugeben.

1.4 Vor Zeilen 6-19

In den Zeilen 6–18 sind die Besteuerungsgrundlagen der Organgesellschaft einzutragen, wie sie sich aus der gesonderten Feststellung nach § 14 Abs. 5 KStG ergeben. Auf den S. 2–4 der Anlage sind diese Werte auf die Gesellschafter aufzuteilen. Die Summe der Werte auf S. 1 der Anlage wird nicht weiter verarbeitet. Stattdessen werden die anteiligen Besteuerungsgrundlagen der einzelnen Gesellschafter von den S. 2–4 in die entsprechenden Zeilen der Anlage OT des jeweiligen Gesellschafters übertragen. Die einzelnen Gesellschafter werden anteilig wie Organträger behandelt. Dort werden die rechtsformabhängigen Steuerbefreiungen berücksichtigt und die entsprechenden Beträge aus dem Einkommen ausgeschieden, bis das korrigierte Einkommen in den Vordruck KSt 1 A, KSt 1 B oder KSt 1 C, jeweils Zeile 64, des Gesellschafters der Organträger-Personengesellschaft übernommen wird (Zeile 25 der Anlage OT).

1.5 Zeile 6

In dieser Zeile ist das der Organträger-Personengesellschaft zuzurechnende Einkommen der Organgesellschaft einzutragen und auf den S. 2–4 des Vordrucks auf die Gesellschafter zu verteilen. Der Gesamtbetrag ergibt sich aus der gesonderten Feststellung nach § 14 Abs. 5 KStG der Organgesellschaft. In diesem Betrag sind Einkünfte, die einer rechtsformabhängigen Steuerbefreiung unterliegen, noch nicht als steuerfrei ausgeschieden. Der auf den einzelnen Gesellschafter entfallende ...

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