Körperschaftsteuererklärung... / 2.1 Zeile 1

In Zeile 1 sind in der Vorspalte Ausschüttungen und sonstige Bezüge von Körperschaften gem. § 8b Abs. 1 KStG mit positivem Vorzeichen einzutragen. Hierunter fallen alle Bezüge i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 1, 2, 9 und 10 Buchst. a EStG. Erfasst werden Ausschüttungen in- und ausländischer Körperschaften – ohne weitere Unterscheidung. Dies ist konsequent, da die Steuerfreistellung unabhängig davon gilt, in welchem Staat die ausschüttende Kapitalgesellschaft steuerlich ansässig ist.

Unerheblich ist, ob die Ausschüttungen gem. § 8b Abs. 1 KStG steuerfrei oder gem. § 8b Abs. 4 KStG steuerpflichtig sind. Erst in den folgenden Zeilen werden steuerfreie Beträge abgezogen bzw. steuerpflichtige nicht abzugsfähige Betriebsausgaben hinzugerechnet. Diese Beträge gehen (nur) in die Summe in Zeile 11 ein, nicht aber in die Gesamtsumme, die in Zeile 44a des Vordrucks KSt 1 A zu übertragen ist. Im Vordruck KSt 1 A sind diese Beträge bereits im handels- (Zeile 21) bzw. steuerbilanziellen (Zeile 20) Ergebnis enthalten, das als Ausgangspunkt für die Ermittlung des steuerpflichtigen Einkommens dient (Zeile 24a), da die Kürzung um Beteiligungserträge gem. § 8b KStG außerbilanziell erfolgt. Zu erfassen sind alle Auskehrungen, die als Ausschüttungen i. S. d. § 8b Abs. 1 KStG anzusehen sind:

  • Gewinnanteile und sonstige Bezüge (einschließlich der verdeckten Gewinnausschüttung nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG); nicht hierher gehören Auskehrungen, für die bei der auskehrenden Körperschaft Beträge des steuerlichen Einlagekontos verwendet wurden;
  • Bezüge aus der Auflösung der Körperschaft und aus einer Kapitalherabsetzung, soweit keine Rückzahlung von Nennkapital vorliegt, und Gewinnausschüttungen nach § 28 Abs. 2 Satz 2 KStG (§ 20 Abs. 1 Nr. 2 EStG);
  • Einnahmen aus Leistungen einer nicht steuerbefreiten Körperschaft, die Gewinnausschüttungen wirtschaftlich vergleichbar sind (§ 20 Abs. 1 Nr. 9 EStG);
  • im Fall der Umwandlung einer Körperschaft auf eine Personengesellschaft, an der die den Vordruck verwendende Kapitalgesellschaft beteiligt ist: Einnahmen aus der fiktiven Auskehrung der Gewinnrücklagen der übertragenden Körperschaft nach § 7 UmwStG;
  • Leistungen eines nicht steuerbefreiten Betriebs gewerblicher Art mit eigener Rechtspersönlichkeit, die Gewinnausschüttungen wirtschaftlich vergleichbar sind (§ 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. a EStG), auch wenn sie regelmäßig nur durch die Kapitalertragsteuer, nicht in einer Veranlagung berücksichtigt werden;
  • Ausschüttungen aus Erträgen, die gem. §§ 7 ff. AStG in den letzten 6 Jahren bereits der Hinzurechnungsbesteuerung unterlegen haben.

Bezieht die Körperschaft Ausschüttungen i. S. d. § 8b Abs. 1 KStG von einem REIT, ist für die Eintragung in Zeile 1 zu unterscheiden, ob die Ausschüttungen bei der Körperschaft § 8b Abs. 1 KStG unterliegen oder nicht. Grundsätzlich ist § 8b Abs. 1 KStG auf Ausschüttungen eines REIT nicht anwendbar (§ 19 Abs. 3 REITG); die Auskehrungen sind daher steuerpflichtig; sie sind wie Einkünfte, die nicht aus Beteiligungen stammen, zu behandeln, und nicht in Zeile 1 einzutragen. Anders verhält es sich jedoch, wenn die Auskehrung des REIT nachweislich (§ 19a Abs. 4 REITG) in Höhe von mindestens 15 % mit einer Steuer vorbelastet ist, die der deutschen Körperschaftsteuer entspricht. In diesem Fall ist § 8b KStG nach § 19a Abs. 1 REITG auf die Auskehrung anzuwenden, d. h., die Auskehrung ist steuerfrei und dementsprechend zunächst in Zeile 1 zu erfassen (zur Ermittlung dieser Vorbelastung § 19a Abs. 2 REITG). Eine entsprechende Regelung gilt für Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an einem REIT; dies wird in Zeile 12 berücksichtigt.

Ist die Körperschaft an mehreren anderen Körperschaften beteiligt, von denen sie Gewinnausschüttungen erhalten hat, oder hat sie Gewinnausschüttungen mittelbar über Personengesellschaften erhalten, ist eine Einzelaufstellung beizufügen.

Eine Organgesellschaft hat ihre Bezüge trotz Anwendung der Bruttomethode zu erfassen; der Organträger hat nur die eigenen Erträge, nicht die der Organgesellschaften, einzutragen. Die Erträge der Organgesellschaft sind in deren Einkommen laut Zeile 13 der Anlage OT enthalten und werden dem Organträger, soweit sie nicht steuerfrei sind, über Zeile 25 der Anlage OT zugerechnet.

Der Organträger hat auch Mehrabführungen von Organgesellschaften als Folgewirkungen von Geschäftsvorfällen aus vororganschaftlicher Zeit zu erfassen, die als Gewinnausschüttungen an den Organträger zu behandeln sind (§ 14 Abs. 3 KStG). Der Betrag ist aus Zeile 20 der Anlage OG der Organgesellschaft zu übernehmen und darüber hinaus in Zeile 10 der Anlage OT einzutragen. Die Mehrabführungen werden bei dem Organträger durch Umkehrung der Vorzeichen über Zeile 12 der Anlage OT sowie Zeile 48 des Vordrucks KSt 1 A, Zeile 31 des Vordrucks KSt 1 B bzw. Zeile 26 des Vordrucks KSt 1 C bei der Ermittlung der steuerpflichtigen Einkünfte hinzugerechnet. Da es sich um Gewinnausschüttungen handelt, gilt für sie § 8b Abs. 1 KStG, d. h., sie sind bei der Ermittlung des steuerpf...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Steuer Office Gold. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Steuer Office Gold 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.