KfW-Förderung für den Mittelstand

Zusammenfassung

Ein Schwerpunkt der KfW ist die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie von Existenzgründungen. Als Förderbank hat sie dabei auch eine besondere Verantwortung für den Umwelt- und Klimaschutz. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Förderprogramme der KfW in diesem Zusammenhang vor. Die Inhalte basieren auf Informationen der KfW Bankengruppe und sind insbesondere von deren Homepage www.kfw.de zitiert.

1 Ausgangslage

Viele Unternehmer und Existenzgründer werden von ihren Hausbanken nicht auf öffentliche Fördermittel der KfW Mittelstandsbank oder der Förderbank des jeweiligen Bundeslandes hingewiesen. Unternehmer sind somit oftmals gar nicht in der Lage, die Chance öffentlich geförderter Kredit- und Bürgschaftsprogramme zu nutzen.

Hier gibt es einen deutlichen Informations- und Beratungsbedarf, den der Steuerberater seinen Mandanten bieten kann. Er sollte die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und dessen finanziellen Spielraum kennen und die Chancen beurteilen können, die öffentliche Förderprogramme dem jeweiligen Unternehmen ermöglichen. Ein vielversprechender Weg ist es, wenn der Steuerberater diesbezüglich die Hausbank des Unternehmers einbindet.

2 Finanzierungsprogramme für den etablierten Unternehmer

Im Folgenden wird kurz auf die wichtigsten Förderprogramme für kleine und mittlere Unternehmen der KfW Mittelstandsbank eingegangen.

2.1 KfW-Unternehmerkredit zur Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln

Das "klassische" Finanzierungsinstrument der KfW für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Freiberufler, die seit mindestens 5 Jahren am Markt aktiv sind, ist der "KfW-Unternehmerkredit ".

Für den KfW-Unternehmerkredit – Fremdkapital sind antragsberechtigt:

  • KMU, die weniger als 250 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. EUR ausweisen;
  • nur bei dieser Förderlinie auch größere mittelständische Unternehmen, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und deren Gruppenumsatz 500 Mio. EUR nicht überschreitet;
  • freiberuflich Tätige, z. B. Ärzte, Steuerberater, Architekten;
  • natürliche Personen, die Gewerbeimmobilien vermieten oder verpachten.

Mit diesem Förderprogramm können bis zu 100 % der förderfähigen Investitionskosten bzw. der förderfähigen Betriebsmittel finanziert werden. Der Kredithöchstbetrag beträgt 25 Mio. EUR pro Vorhaben. Bei Investitionsfinanzierung beträgt die Kreditlaufzeit bis zu 20 Jahre bei höchstens 3 tilgungsfreien Anlaufjahren. Diese lange Kreditlaufzeit wird allerdings nur bei Investitionsvorhaben gewährt, bei denen mindestens zwei Drittel der förderfähigen Investitionskosten auf Grunderwerb, gewerbliche Baukosten oder den Erwerb von Unternehmen und tätigen Beteiligungen entfallen.

2.2 ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit sowie das Programm ERP-Mezzanine für Innovation

Das ERP-Innovationsprogramm wurde zum 1.7.2017 eingestellt. An seine Stelle treten der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit sowie das Programm für ERP-Mezzanine für Innovation. Zur Antragstellung berechtigt sind Unternehmen und Freiberufler, die seit mindestens 2 Jahren am Markt sind.

Der ERP-Digitalisierungs- und Investitionskredit beträgt maximal 25 Mio. EUR für Investitionen und Betriebsmittel.

Das ERP-Mezzanineprogramm ist ein Fremdmittel- und Nachrangkapitalprogramm. Es dient der langfristigen, zinsgünstigen Finanzierung marktnaher Forschung und der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Die maximale Förderung beträgt 5 Mio. EUR.

Gerade hier lohnt sich häufig der Kontakt zu Banken und Innovationsberatern, die mit ihren Spezialisten Investitionen und Entwicklungen als "Innovation" beurteilen und begutachten können.

3 Finanzierungsprogramme für Unternehmensgründer

Im Folgenden wird kurz auf die wichtigsten Förderprogramme der KfW Mittelstandsbank für Unternehmensgründer und junge Unternehmen eingegangen. Der Zinssatz bei diesen Programmen wird aus Mitteln des ERP-Sondervermögens vergünstigt.

3.1 ERP-Gründerkredit – StartGeld

Der ERP-Gründerkredit – StartGeld ermöglicht Gründern und Betriebsübernehmern sowie Freiberuflern und kleinen Unternehmen, die noch keine 5 Jahre am Markt sind, eine "kleinteilige" und zins­günstige Finanzierung von Vorhaben mit einem Fremdfinanzierungsvolumen von bis zu 100.000 EUR, davon für Betriebsmittel max. 30.000 EUR. Gefördert werden alle Formen der Existenzgründung sowie Festigungsmaßnahmen innerhalb von 5 Jahren nach der ersten Umsatzerzielung nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit. Als Zeitpunkt der Aufnahme der Geschäftstätigkeit gilt das Datum der ersten Umsatzerzielung, unabhängig davon, ob der Umsatz aus dem Haupt- oder Nebenerwerb stammt. Finanziert werden bis zu 100 % des Gesamtfinanzierungsbedarfs.

3.2 ERP-Gründerkredit – Universell

Ziel des ERP-Gründerkredits – Universell ist die Förderung von Existenzgründern, Freiberuflern sowie kleinen und mittleren Unternehmen, die noch keine 5 Jahre am Markt bestehen, durch zinsgünstige Darlehen für gewerbliche Investitionen im In- und Ausland sowie Betriebsmittelaufwand. Ein Fremdfinanzierungsvolumen ist hier bis max. 25 Mio. EUR pro Vorhaben möglich.

3.3 ERP-Kapital für Gründung

Das ERP-Kapital für Gründung dient der Förderung von Gründungs- und Festigungsvorhaben im Bereich der mittelständischen Wirtschaft, die noch keine 3 Jahre am Markt aktiv sind. Beim ERP-Kapital für Gründung wird die Hausbank d...

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