KfW-Förderung für den Mittelstand

Zusammenfassung

Ein Schwerpunkt der KfW ist seit jeher die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen – so ist auch jetzt im Zusammenhang mit den "Corona-Hilfen" oft von der Förderbank KfW die Rede – sowie von Existenzgründungen. Als Förderbank übernimmt die KfW auch eine besondere Verantwortung für den Umwelt- und Klimaschutz. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Förderprogramme der KfW für den Mittelstand vor. Die Inhalte basieren auf Informationen der KfW Bankengruppe.

1 Ausgangslage

Obwohl auch Förderkredite – im Gegensatz zu Zuschüssen – zurückgezahlt werden müssen, sind diese für kleine und mittelständische Unternehmen und Freiberufler oftmals interessant, da sie meist nicht nur einen günstigeren Zinssatz und eine flexiblere Laufzeit als Bankkredite haben, sondern auch eine Risikoübernahme durch den Bund für die Hausbank vorteilhaft ist. Viele Unternehmer und Existenzgründer werden allerdings von ihren Hausbanken nicht auf öffentliche Fördermittel hingewiesen. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über die Förderprogramme der KfW für den Mittelstand.

2 Finanzierungsprogramme für Unternehmen und Unternehmensgründer

Im Folgenden wird auf die wichtigsten Förderprogramme für kleine und mittlere Unternehmen der KfW eingegangen. Weiterhin wird kurz auf die wichtigsten Förderprogramme der KfW Mittelstandsbank für Unternehmensgründer und junge Unternehmen eingegangen. Der Zinssatz bei diesen Programmen wird aus Mitteln des ERP-Sondervermögens vergünstigt.

2.1 KfW-Schnellkredit 2020: KfW-Corona-Hilfe

Der KfW-Schnellkredit 2020 kann für Anschaffungen/Investitionen und laufende Kosten (Betriebsmittel) beantragt werden. Da dieser KfW-Schnellkredit 2020 durch eine Garantie des Bundes bis zu 100 % abgesichert werden kann, ist es wesentlich einfacher, eine Kreditzusage zu erhalten als bei üblichen Bankkrediten. Allerdings ist deshalb auch der Zinssatz in Höhe von aktuell 3 % p. a. höher als bei anderen Förderkrediten der KfW.

Antragsberechtigt sind Unternehmen und Freiberufler, die mindestens seit Anfang 2019 am Markt sind und im Jahr 2019 oder in Summe in den Jahren 2017 bis 2019 Gewinne erwirtschaftet haben. Der maximale Kreditbetrag beträgt bis zu 25 % des Jahresumsatzes 2019 pro Unternehmensgruppe bzw. max. 300.000 EUR pro Unternehmensgruppe bis einschließlich 10 Beschäftigten, max. 500.000 EUR pro Unternehmensgruppe mit mehr als 10 bis einschließlich 50 Beschäftigten und max. 800.000 EURpro Unternehmensgruppe mit mehr als 50 Beschäftigten beim antragstellenden Unternehmen.

Bei diesem KfW-Schnellkredit haben die Unternehmen bis zu 10 Jahre Zeit für die Rückzahlung des Kredits und auf Wunsch sind die ersten 2 Jahre zu Beginn der Kreditlaufzeit tilgungsfrei. Darüber hinaus ist auch die vorzeitige Rückzahlung dieses KfW-Schnellkredites in einer Summe oder in Teilbeträgen ohne zusätzliche Kosten möglich.[1]

2.2 KfW-Unternehmerkredit: KfW-Corona-Hilfe

Das "klassische" Finanzierungsinstrument der KfW für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Freiberufler, die seit mind. 5 Jahren am Markt sind, ist der "KfW-Unternehmerkredit". Die KfW übernimmt 90 % der Risiken für kleine und mittlere Unternehmen, d. h. für die Hausbanken bleiben nur noch 10 % Risiko. Der Zinssatz liegt derzeit für kleine und mittlere Unternehmen zwischen 1,00 und 1,46 %, bei großen Unternehmen zwischen 2,00 und 2,12 %.

Mit diesem Förderprogramm können bis zu 100 % der förderfähigen Investitionen und Betriebsmittel finanziert werden. Der Kredithöchstbetrag beträgt max. 100 Mio. EUR pro Unternehmensgruppe. Bei Investitionsfinanzierung beträgt die Kreditlaufzeit bis zu 10 Jahre bei höchstens 2 tilgungsfreien Anlaufjahren.[1]

2.3 ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit

Mit dem ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit wird die Digitalisierung von Produkten, Produktionsprozessen und Verfahren, die sich unter dem Stichwort "Industrie 4.0" zusammenfassen lassen, gefördert. Auch lässt sich die digitale Ausrichtung der Unternehmensstrategie und der Unternehmensorganisation fördern. Darüber hinaus werden mit dem ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit Innovationsvorhaben gefördert, bei denen Unternehmen neue oder substanziell verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln.

Kernelement des ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredits ist ein zinsgünstiger Kredit, mit dem bis zu 100 % der förderfähigen Investitionen bzw. Betriebsmittel finanziert werden können. Pro Vorhaben können max. 25 Mio. EUR Kredit beantragt werden.

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Freiberufler, die seit mindestens 2 Jahren am Markt sind. Ebenfalls förderfähig sind größere mittelständische Unternehmen, wenn sie sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und ihr jährlicher Gruppenumsatz 500 Mio. EUR nicht überschreitet.[1]

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