Investitionsabzugsbetrag, nachträgliche Bildung

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Außerbilanzielle Bildung
  • Nachträgliche Bildung
  • Betriebsprüfung

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Investitionsabzugsbetrag § 7g Abs. 1 EStG, außerbilanziell (Soll)
Eigener Kontenplan SKR 03
  9970
IKR  
  SKR 04
  9970
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Investitionsabzugsbetrag § 7g Abs. 1 EStG, außerbilanziell (Haben)
Eigener Kontenplan SKR 03
  9971
IKR  
  SKR 04
  9971
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Unabhängig von der Rechtsform haben Unternehmer und Freiberufler die Möglichkeit, mithilfe eines Investitionsabzugsbetrags ihre Steuerbelastung zu senken, ohne Geld ausgeben zu müssen. Der Investitionsabzugsbetrag beträgt maximal 40 % der voraussichtlichen Investitionskosten. Er kann, solange der Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig ist, auch für zurückliegende Jahre beansprucht werden, z. B. um Steuernachzahlungen aufgrund einer Betriebsprüfung zu korrigieren. Soweit Buchungen erforderlich werden, verwendet der Unternehmer das Konto "Investitionsabzugsbetrag § 7g Abs. 1 EStG, außerbilanziell (Soll)" 9970 (SKR 03) bzw. 9970 (SKR 04) und das Konto "Investitionsabzugsbetrag § 7g Abs. 1 EStG, außerbilanziell (Haben)" 9971 (SKR 03) bzw. 9971 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Investitionsabzugsbetrag § 7g Abs. 1 EStG, außerbilanziell (Soll)

an Investitionsabzugsbetrag § 7g Abs. 1 EStG, außerbilanziell (Haben)

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Investitionsabzugsbetrag wird nachträglich geltend gemacht

Bei Herrn Huber hat eine Betriebsprüfung für die Jahre 01, 02 und 03 stattgefunden. Aufgrund der Betriebsprüfung erhöht das Finanzamt den Gewinn von Herrn Huber für das Jahr 03 um 18.000 EUR.

Herr Huber hat am 5.5.06 einen Transporter für 40.000 EUR angeschafft, ohne dass er bisher dafür einen Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht hat. Er hat allerdings die Voraussetzungen erfüllt, um vorweg einen Investitionsabzugsbetrag i. H. v. (40.000 EUR x 40 % =) 16.000 EUR geltend machen können. Da die Anschaffung innerhalb von 3 Jahren nach dem Jahr 03 erfolgt, macht er nachträglich für 03 einen Investitionsabzugsbetrag von 16.000 EUR geltend.

Der Transporter ist eine begünstigte Investition und wurde innerhalb der 3-Jahresfrist angeschafft. Für die Beurteilung, ob es sich um eine "künftige" (geplante) Anschaffung handelt, ist auf den Zeitpunkt am Ende des Gewinnermittlungszeitraums (also auf den 31.12.03) abzustellen.

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
9970/9970 Investitionsabzugsbetrag § 7g Abs. 1 EStG, außerbilanziell (Soll) 16.000 9971/9971 Investitionsabzugsbetrag § 7g Abs. 1 EStG, außerbilanziell (Haben) 16.000

Durch den Antrag von Herrn Huber, für das Jahr 03 einen Investitionsabzugsbetrag von (40.000 EUR x 40 % =) 16.000 EUR zu bilden, bleiben von der Gewinnerhöhung im Rahmen der Betriebsprüfung nur noch (18.000 EUR – 16.000 EUR =) 2.000 EUR übrig.

Die Bildung des Investitionsabzugsbetrags erfolgt zwar außerhalb der Bilanz, sollte sich aber in der Buchführung nachvollziehen lassen. Falls die Buchung nicht in der Buchführung für das Jahr 03 erfolgen kann, sollte der Investitionsabzugsbetrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt als Eröffnungsbilanzwert (EB-Wert) gebucht werden.

3 Grundlagen für die nachträgliche Bildung eines Investitionsabzugsbetrags

Für geplante Investitionen können Unternehmer/Freiberufler ihren Gewinn vorab mindern, und zwar bis zur Höhe von maximal 40 % der voraussichtlichen Investitionskosten. Zur Bildung eines Investitionsabzugsbetrags ist allein die Absicht ausreichend, innerhalb der nächsten 3 Jahre abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens anschaffen zu wollen. Nach Auffassung der Finanzverwaltung ist eine Investitionsabsicht vorhanden, wenn der Unternehmer

  • den Investitionsabzug in seiner ursprünglichen Steuererklärung beantragt hat oder
  • den Investitionsabzugsbetrag in der erstmaligen Steuerfestsetzung im Rahmen eines Einspruchs nach einem Schätzungsbescheid geltend macht.

3.1 Investitionsabzugsbetrag auch noch bei bereits erfolgter Anschaffung möglich

Probleme mit der Finanzverwaltung kann es dann geben, wenn der Investitionsabzugsbetrag nicht in der ursprünglichen Steuererklärung beantragt wurde. Der BFH unterscheidet allerdings zwischen Investitionsabsicht und der Absicht, einen Investitionsabzugsbetrag zu bilden. Nach diesem BFH-Urteil hat der Unternehmer gem. § 7g EStG ein Wahlrecht, ob er einen Investitionsabzugsbetrag bilden will oder nicht. Dieses Wahlrecht kann er unbefristet und bis zur Bestandskraft des Steuerbescheids ausüben.

Bei der Beurteilung, ob es sich um eine "künftige" (geplante) Anschaffung handelt, ist immer auf den Zeitpunkt am Ende des Gewinnermittlungszeitraums abzustellen, für den der Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht wird.

  • Es reicht aus, wenn die geplante Investition noch durchführbar und objektiv möglich ist.
  • Der Unternehmer kann einen Investitionsabzugsbetrag auch dann noch bilden, wenn er das Wirtschaftsgut bereits angeschafft hat, bevor er dafür in seiner Steuererklärung einen Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht hat. Es ist nicht erforderlich, dass der Unternehmer im Zeitpunkt der Anschaffung die Absicht hatte, einen Investitionsabzu...

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