Gürsching/Stenger, Bewertun... / XVI. Abfindungsansprüche des Erben bei Erwerb eines Mitgliedschaftsrechts an einer Personengesellschaft oder eines Geschäftsanteils an einer GmbH (Abs. 10)
 

Rz. 271

Überträgt ein Erbe ein auf ihn von Todes wegen übergegangenes Mitgliedschaftsrecht an einer Personengesellschaft oder einen Geschäftsanteil an einer GmbH unverzüglich nach dem Erwerb auf Grund einer im Zeitpunkt des Todes des Erblassers bestehenden Regelung des Gesellschaftsvertrags (sog. Abfindungsklausel) zu einem niedrigeren Wert, als die Bewertung nach § 12 ErbStG ergibt, so gehört nur der Abfindungsanspruch zum Vermögensanfall i.S.v. Absatz 1 Satz 2 ErbStG.

 

Rz. 272

§ 13a und § 19a ErbStG sind auf den Abfindungsanspruch nicht anzuwenden. In der Abfindung als Surrogat liegt kein Produktivvermögen. Lediglich der Erwerb der weiterübertragenen Gesellschaftsanteile kann danach begünstigt sein, allerdings nicht bei Einziehung von GmbH-Anteilen.

 

Rz. 273

Die Differenz zwischen dem Abfindungsanspruch und dem höheren gemeinen Wert wird bei den erwerbenden Gesellschaftern als Bereicherung bzw. bei einer Einziehung des Geschäftsanteils bei den übrigen Gesellschaftern nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 und Satz 3 ErbStG oder § 7 Abs. 7 oder § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG besteuert.

 

Rz. 274

Ist die Abfindung höher als der gemeine Wert des Gesellschaftsanteils, gilt § 10 Abs. 10 ErbStG nicht. Der Abfindungsbetrag ist Bestandteil des gesamten Erwerbs i.S.v. § 10 Abs. 1 Satz 2 ErbStG beim Erben.

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