Gürsching/Stenger, Bewertun... / b) Bestandskräftig festgesetzte Steuer für den Vorerwerb
 

Rz. 9

Wegen der Bestandskraft kommt keine Änderung der Steuerfestsetzung für den noch nach der früheren Rechtslage ermittelten Vorerwerb in Betracht. Stattdessen wird bei der Ermittlung der Steuer für den nachfolgenden Erwerb der eigentlich materiell zutreffende Wert des Vorerwerbs nach neuer Rechtslage herangezogen und auch die sich dafür ergebende Steuer als tatsächlich zu entrichtende Steuer i.S.d. § 14 Abs. 1 Satz 3 ErbStG berücksichtigt. Dieser Ansatz eines fiktiven Werts des Erwerbs und einer fiktiven Steuer entspricht der Rechtsprechung. Für diesen Gesamtbetrag wird die Steuer auf den Gesamtbetrag ermittelt. Dafür gelten die Tarifvorschriften im Zeitpunkt des Letzterwerbs, also die Steuerklasse, die persönlichen Freibeträge und der Steuertarif.

 

Rz. 10

Um eine Doppelbesteuerung der Vorerwerbe zu vermeiden, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt der Besteuerung unterlagen (ob tatsächlich, ist dabei unerheblich), mindert eine Abzugsteuer die Steuer für den Gesamtbetrag. Die Differenz ergibt dann die tarifliche Steuer für den derzeitigen Letzterwerb.

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