Gürsching/Stenger, Bewertun... / Unbebaute Grundstücke sind ...
 

Rz. 14

Unbebaute Grundstücke sind Grundstücke, auf denen sich im Bewertungsstichtag keine benutzbaren Gebäude befinden (§ 145 Abs. 1 Satz 1 BewG). Hierbei kann es sich um Grundstücke handeln, auf denen keine Gebäude stehen, aber auch um Grundstücke, auf denen zwar Gebäude errichtet sind, die allerdings nicht benutzbar sind.

 

Rz. 15

Als Gebäude sind Bauwerke anzusehen, die Menschen oder Sachen durch räumliche Umschließung Schutz gegen Witterungseinflüsse gewähren, den Aufenthalt von Menschen gestatten, fest mit dem Grund und Boden verbunden sind, von einiger Beständigkeit und ausreichend standfest sind. Sind diese Merkmale bei einem Bauwerk nicht erfüllt, liegt kein Gebäude vor mit der Folge, dass das Grundstück nach § 145 Abs. 1 Satz 1 BewG als unbebaut anzusehen ist. Hierzu einige Beispiele:

  • Auf dem Grundstück steht ein kleines Transformatorenhäuschen, eine kleine Rohrnetzstation oder ein Pumpenhäuschen, deren Grundfläche nicht mehr als 30 m 2 beträgt. Diese Bauwerke sind als Betriebsvorrichtungen anzusehen, so dass das Grundstück als unbebaut gilt.
  • Bauwerke, die wegen besonders hoher oder niedriger Temperaturen oder wegen des extremen Lärmpegels zum Aufenthalt von Menschen nicht geeignet sind, bleiben als Betriebsvorrichtungen bei der Beurteilung des Merkmals "unbebaut" ebenfalls unberücksichtigt.
  • Ein Baustellencontainer, der nicht fest mit dem Grund und Boden verbunden ist und dessen Zweckbestimmung nicht auf eine dauerhafte Nutzung angelegt ist, erfüllt ebenfalls nicht den Gebäudebegriff; es liegt daher ein unbebautes Grundstück vor.
  • Ein Grundstück, auf dem eine Traglufthalle steht, ist, da es bei der Traglufthalle an der Standfestigkeit fehlt, als unbebaut anzusehen.
  • Windkraftanlagen, deren Turm nach überzeugender Annahme der Finanzverwaltung einen allenfalls nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen ermöglicht, obwohl die übrigen Merkmale des Gebäudebegriffs erfüllt sind.
 

Rz. 16

Befinden sich auf dem Grundstück Außenanlagen, so wirken sich diese, unabhängig von ihrem Umfang im Vergleich zum Wert des unbebauten Grundstücks, nicht auf die Zuordnung aus. Ist z.B. auf einem Parkplatzgelände ein Transformatorenhäuschen vorhanden und ist dieser Parkplatz umzäunt und asphaltiert, führen weder das Transformatorenhäuschen für sich allein noch die Außenanlagen, die einen erheblichen Wert darstellen können, noch das Zusammenwirken von Bauwerk und Außenanlagen zur Annahme eines bebauten Grundstücks.

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