Gürsching/Stenger, Bewertun... / ▸ Mieterein- und -umbauten
 

Rz. 456

Einbauten und Umbauten, die der Mieter (oder Pächter) in gemieteten Räumen auf eigene Rechnung (Kosten) vornimmt, sind in der Steuerbilanz des Mieters als materielle, dem Mieter zuzurechnende Wirtschaftsgüter zu aktivieren, wenn der Mieter wirtschaftlicher Eigentümer der Bauten geworden ist. Letzteres ist der Fall, wenn die Nutzungsdauer in Bezug auf die Ein- und Umbauten kürzer als die Mietzeit ist oder wenn der Mieter die Sachen nach Ablauf der Mietzeit entfernen muss oder darf oder wenn er bei Beendigung des Nutzungsverhältnisses einen Anspruch auf eine Entschädigung i.H. des Restwerts der Ein- oder Umbauten hat.

Handelt es sich bei den Ein- oder Umbauten um sog. Scheinbestandteile i.S.v. § 95 BGB (Verbindung nur zu einem vorübergehenden Zweck mit dem Grundstück) oder um eine Betriebsvorrichtung i.S.v. § 68 Abs. 2 Nr. 2 BewG, so liegt ein bewegliches (abnutzbares) Wirtschaftsgut vor. Anderenfalls kommt ein unbewegliches (abnutzbares) Wirtschaftsgut in Betracht. Keine aktivierungspflichtigen Wirtschaftsgüter sind gegeben, wenn die betreffenden Aufwendungen, falls sie der Gebäudeeigentümer selbst getätigt hätte, Erhaltungsaufwand darstellen würden.

Für die Ansätze in der Vermögensaufstellung war zu unterscheiden: Soweit es sich um bewegliche (abnutzbare) Wirtschaftsgüter (= Scheinbestandteile und Betriebsvorrichtungen, s. oben) handelte, waren die Steuerbilanzwerte in die Vermögensaufstellung zu übernehmen. Im Übrigen wurden die Mieterein- und -umbauten für erbschaft- und schenkungsteuerliche Zwecke als Bestandteile i.S.v. § 68 Abs. 1 Nr. 1 BewG im Grundbesitzwert des Grundstücks erfasst.

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