Gürsching/Stenger, Bewertun... / III. Einheitliche Vermögensart
 

Rz. 55

Unbebaute Grundstücke können nur dann zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammengefasst werden, wenn sie zu derselben Vermögensart gehören, also entweder land- und forstwirtschaftliches Vermögen, Grundvermögen oder Betriebsvermögen darstellen. Demzufolge sind zwei angrenzende Grundstücksflächen, von denen eine zu eigengewerblichen Zwecken und die andere als Nutzgarten für private Zwecke genutzt werden, als zwei selbstständige wirtschaftliche Einheiten zu bewerten, auch wenn sie zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammengefasst werden könnten. Wird eine Grundstücksfläche, die nach der Verkehrsanschauung als eine wirtschaftliche Einheit zu beurteilen ist, teils zu eigengewerblichen Zwecken und teils zu anderen Zwecken genutzt, konnte diese wirtschaftliche Einheit nur insgesamt als Betriebsvermögen oder als Grundvermögen bewertet werden. Die Entscheidung hierüber war nach den Grundsätzen des § 99 Abs. 2 BewG zu treffen, der für Bewertungsstichtage nach dem 31.12.2008 aufgehoben worden ist. Nach dieser Vorschrift lag bei überwiegender eigengewerblicher Nutzung insgesamt ein Betriebsgrundstück vor. Wegen weiterer Einzelheiten vgl. die Kommentierung zu § 99 BewG.

Bei Bewertungsstichtagen nach dem 31.12.2008 ergibt sich bei Bewertungen für Zwecke der Grunderwerbsteuer aufgrund des Wegfalls des § 99 Abs. 2 BewG keine Änderung. Die Vorschrift verhinderte lediglich eine stärkere Untergliederung einer wirtschaftlichen Einheit. Die Zurechnung zu einer Vermögensart ist bei einer Bewertung für Zwecke der Grunderwerbsteuer nicht erforderlich, weil – anders als bei der Erbschaft-/Schenkungsteuer – die Steuerbelastung unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Vermögensart ist.

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