Gürsching/Stenger, Bewertun... / ee) Unsicherheit
 

Rz. 94

Eine normal verzinsliche, nicht bestrittene Forderung kann, auch wenn nicht uneinbringlich, so doch in ihrer Realisierbarkeit unsicher (zweifelhaft) sein (z.B. Einstellung der Zinszahlung, Vergleichsverfahren, Insolvenzverfahren). Liegen am Stichtag für die Bewertung Umstände vor, die es zweifelhaft erscheinen lassen, ob eine Forderung in voller Höhe realisierbar ist, d.h. ggf. beigetrieben werden kann, so ist ein besonderer Umstand i.S. des § 12 Abs. 1 BewG gegeben, der eine Bewertung unter dem Nennwert rechtfertigen kann. Ob eine Forderung als unsicher anzusehen ist, kann nur nach den Verhältnissen des Einzelfalles beurteilt werden. Für diese Beurteilung sind die Verhältnisse am Bewertungsstichtag maßgebend (Stichtagsprinzip, s. Anm. 40 f.). Unsichere Forderungen sind mit ihrem wahrscheinlichen Wert anzusetzen.

 

Rz. 95

Ein Darlehen, das die Ehefrau einer aus ihrem Ehemann und ihr bestehenden GmbH & Co. KG gewährt, auf deren Geschäftsführung sie keinen Einfluss hat, ist nicht deshalb unter dem Nennwert zu bewerten, weil für das Betriebsvermögen der Gesellschaft ein negativer Einheitswert festgestellt worden ist, der durch das Darlehen ausgeglichen wird. Das negative Kapital und fehlende stille Reserven reichen für sich allein nicht aus, das Darlehen als unsichere Forderung zu werten, wenn bei Beibehaltung des Kredits die Gesellschaft weder die Zahlungen einstellen noch ein Insolvenzverfahren betreiben muss.

 

Rz. 96

Darlehen eines Gesellschafters an eine Kapitalgesellschaft sind in der Krise der Gesellschaft wegen des sich aus § 39 Abs. 2 InsO ergebenden Nachrangs unter ihrem Nennwert zu bewerten (Anmerkung: für eigenkapitalersetzende Darlehen nach dem damaligen § 32a GmbH).

 

Rz. 97

Einstweilen frei.

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