Gürsching/Stenger, Bewertun... / b) Maßgeblicher Zeitpunkt
 

Rz. 40

Bei der Bewertung von Kapitalforderungen und Geldschulden kommt es, wie bei der Bewertung von allen anderen Wirtschaftsgütern, auf die Verhältnisse an, wie sie zu dem Zeitpunkt bestanden haben, auf den die Bewertung durchzuführen ist – sog. Stichtagsprinzip. Das gilt sowohl für die Frage, ob überhaupt eine Forderung oder Schuld bestanden hat, sowie dafür, wie sie zu bewerten ist.

 

Rz. 41

Umstände, die für den Bestand und die Bewertung von Forderungen und Schulden von Bedeutung sind und am Stichtag bereits bestanden haben, aber erst nach dem Stichtag bekannt geworden sind, dürfen berücksichtigt werden, wenn sie durch eine Prüfung der in Betracht kommenden Verhältnisse am Stichtag hätten festgestellt werden können. In diesem Fall handelt es sich um eine Klärung oder Aufhellung eines am Stichtag bereits vorhandenen und gleichgebliebenen Sachverhalts. Nach dem Stichtag eingetretene Umstände müssen außer Betracht bleiben. Zum Stichtagsprinzip s. § 21 BewG Anm. 50.

 

Rz. 42

Zahlungen, die regelmäßig wiederkehren (Zinsen, Gehälter usw.) und kurz vor dem Stichtag geleistet werden, wirken sich in dem Vermögen vom Stichtag aus, wobei es keinen Unterschied macht, ob die Zahlungen für einen vergangenen oder für einen zukünftigen Zeitraum bestimmt sind. Zu Beginn eines Jahres gutgebrachte Zinsen auf Spareinlagen rechnen wirtschaftlich zum Vorjahr, auch wenn sie erst später im Sparbuch eingetragen werden. Nach denselben Grundsätzen sind wiederkehrende Ausgaben zu berücksichtigen.

 

Rz. 43

Einstweilen frei.

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