Gürsching/Stenger, Bewertun... / b) ABC der wichtigsten Wirtschaftsgüter nichtbilanzierender Gewerbetreibender und Freiberufler

▸ Abnutzbare immaterielle Vermögensgegenstände

 

Rz. 507

Siehe Stichwort "Immaterielle Wirtschaftsgüter".

▸ Abnutzbares Sachanlagevermögen

 

Rz. 508

Abnutzbares unbewegliches Anlagevermögen, namentlich die Betriebsgebäude, waren – zusammen mit dem Betriebsgrundstück – für Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsteuer mit dem sog. Grundbesitzwert anzusetzen. Im Einzelnen siehe Stichwort "Betriebsgrundstücke".

Zu den Wirtschaftsgütern des beweglichen abnutzbaren Sachanlagevermögens gehören insbesondere

  • die Bodenschätze (siehe Stichwort dort),
  • die Maschinen und maschinellen Anlagen,
  • die Betriebsvorrichtungen (siehe Stichwort dort),
  • die Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie das sonstige Inventar,
  • i.d.R. die Einbauten in fremde Grundstücke (siehe Stichworte "Mieterein- und -umbauten"),
  • die Fahrzeuge.

Die Wirtschaftsgüter des beweglichen abnutzbaren Sachanlagevermögens waren gem. § 109 Abs. 2 BewG a.F. mit ihrem "ertragsteuerlichen Wert" anzusetzen. Zu dessen Ermittlung war von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten auszugehen. Davon abzuziehen waren die AfA (auch die erhöhten) bzw. AfS, ferner ggf. Sonderabschreibungen, übertragene stille Reserven sowie etwaige Minderungen der Anschaffungskosten oder Herstellungskosten durch Zuschüsse oder Zulagen. Vollständig abgeschriebene Wirtschaftsgüter waren nicht anzusetzen (vgl. R 123 Nr. 3 ErbStR a.F.).

Die entsprechenden ertragsteuerlichen Werte konnten regelmäßig dem vom Steuerpflichtigen geführten Anlageverzeichnis entnommen werden.

Zu den "Geringwertigen Wirtschaftsgütern" siehe Stichwort dort.

▸ Anteile an Kapitalgesellschaften

 

Rz. 509

Solche Anteile waren – ebenso wie bei bilanzierenden Steuerpflichtigen – mit dem nach § 11 Abs. 1 bis 3 BewG a.F. ermittelten Wert anzusetzen. Danach kam es darauf an, ob die Anteile an der Börse zum amtlichen Handel zugelassen waren oder nicht. Bejahendenfalls war der Börsenkurs, evtl. erhöht um einen Paketzuschlag nach § 11 Abs. 3 BewG a.F., anzusetzen. Verneinendenfalls war der gemeine Wert aus Verkäufen abzuleiten, die weniger als ein Jahr zurücklagen. Hatten solche Verkäufe nicht stattgefunden, war der gemeine Wert nach dem sog. Stuttgarter Verfahren zu ermitteln (§ 11 Abs. 2 Satz 2 BewG a.F.).

▸ Anteile an offenen Immobilienfonds

 

Rz. 510

Solche Anteile waren ebenso wie Investmentzertifikate mit dem Rücknahmepreis anzusetzen (§ 12 Abs. 5 Satz 3 ErbStG a.F. i.V.m. § 11 Abs. 4 BewG).

▸ Anteile an Personengesellschaften

 

Rz. 511

Für Zwecke der Vermögensteuer (bis 31.12.1996) waren die Anteile an Personengesellschaften mit dem auf den betreffenden Personengesellschafter entfallenden Anteil am Einheitswert des Betriebsvermögens der Personengesellschaft anzusetzen. Dieser Anteil war nach Maßgabe des § 97 Abs. 1a BewG a.F. zu ermitteln.

Entsprechende Grundsätze galten für Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Dort waren Beteiligungen an Personengesellschaften mit dem Anteil am Betriebsvermögen (§ 12 Abs. 5 ErbStG a.F. i.V.m. § 97 Abs. 1a BewG a.F.) zu erfassen.

▸ Ausländische Zahlungsmittel

 

Rz. 512

Sie waren mit dem Umrechnungskurs vom Stichtag anzusetzen.

▸ Ausländisches Sachvermögen

 

Rz. 513

Das ausländische bewegliche abnutzbare Sachvermögen war nicht mit seinem ertragsteuerlichen Wert (§ 109 Abs. 2 BewG a.F.), sondern mit dem gemeinen Wert anzusetzen. Dies folgte aus § 12 Abs. 6 ErbStG a.F. (jetzt: § 12 Abs. 7 ErbStG) i.V.m. § 31 Abs. 1 und § 9 BewG. Näheres dazu in Anm. 407, betreffend bilanzierende Steuerpflichtige.

Zur verfassungsrechtlichen und unionsrechtlichen Problematik der unterschiedlichen Bewertungsmaßstäbe für das inländische Betriebsvermögen einerseits und das ausländische Betriebsvermögen andererseits vgl. Anm. 235 ff.

▸ Betriebsgrundstücke

 

Rz. 514

Für Zwecke der Vermögensteuer und der Gewerbekapitalsteuer wurden inländische, nicht im Beitrittsgebiet gelegene Betriebsgrundstücke i.S.v. § 99 Abs. 1 Nr. 1 BewG a.F. mit 140 % des Einheitswerts und die inländischen, nicht im Beitrittsgebiet gelegenen Betriebsgrundstücke i.S.v. § 99 Abs. 1 Nr. 2 BewG a.F. mit dem Einheitswert angesetzt.

Für Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsteuer waren die Betriebsgrundstücke i.S.d. § 99 Abs. 1 Nr. 1 BewG a.F. mit dem Grundstückswert (§ 12 Abs. 3 ErbStG a.F. i.V.m. § 138 Abs. 3 BewG a.F.) und die Betriebsgrundstücke i.S.v. § 99 Abs. 1 Nr. 2 BewG a.F. mit dem land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitzwert (§ 12 Abs. 3 ErbStG a.F. i.V.m. § 138 Abs. 2 BewG a.F.) anzusetzen.

▸ Betriebs- und Geschäftsausstattung

 

Rz. 515

Siehe Stichwort "Abnutzbares Sachanlagevermögen".

▸ Betriebsvorrichtungen

 

Rz. 516

Sie gehören ertragsteuerrechtlich zum beweglichen abnutzbaren Anlagevermögen. Ihre Abgrenzung zum Betriebsgrundstück richtet sich auch im Ertragsteuerrecht nach den bewertungsrechtlichen Grundsätzen (§ 68 Abs. 2 Nr. 2 BewG). Im Übrigen vgl. Stichwort "Abnutzbares Sachanlagevermögen".

▸ Bodenschätze

 

Rz. 517

Bodenschätze sind unter das abnutzbare Anlagevermögen einzureihen. Sie waren deshalb mit dem "ertragsteuerlichen Wert" anzusetzen, d.h. mit dem Wert, mit de...

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