Gürsching/Stenger, Bewertun... / (2) Rechtslage ab 1.1.2009
 

Rz. 383

An dieser für die Besteuerungsstichtage vom 1.1.1993 bis 31.12.2008 maßgebenden Rechtslage (grundsätzliche Bestandsidentität zwischen ertragsteuerlichem und bewertungsrechtlichem Betriebsvermögen) hat sich auch für Besteuerungszeitpunkte ab 1.1.2009 im Prinzip nichts geändert, da ab 1.1.2009 lediglich die grundsätzliche Bewertungsidentität (= Bindung der Wertansätze in der Vermögensaufstellung an die Buchwerte in der Steuerbilanz) entfallen ist. Allerdings spielen die einzelnen aktiven Wirtschaftsgüter und deren Bewertung im Regelfall, d.h. im Falle der Anwendung des im Wege der Gesamtbewertungsmethode zu ermittelnden Ertragswerts des Unternehmens (§ 109 BewG n.F. i.V.m. § 11 Abs. 2 Sätze 1 und 2 BewG n.F., §§ 199 ff. BewG n.F.), keine Rolle mehr.

Etwas anderes gilt aber für die Ermittlung des als Mindestwert anzusetzenden, nach der Einzelbewertungsmethode zu errechnenden Substanzwerts des Betriebsvermögens (§ 109 BewG n.F. i.V.m. § 11 Abs. 2 Satz 3 BewG n.F.). Bei der Ermittlung dieses Substanzwerts sind auch selbstgeschaffene oder entgeltlich erworbene immaterielle Wirtschaftsgüter (z.B. Patente, Lizenzen, Warenzeichen, Markenrechte, Konzessionen, Bierlieferrechte) zu berücksichtigen. Nicht zu berücksichtigen sind dabei allerdings die sog. Gesamtwirtschaftsgüter in Gestalt des Geschäfts- oder Firmenwerts sowie des Praxiswerts, gleichviel, ob diese Gesamtwirtschaftsgüter selbst geschaffen (originärer Geschäfts- oder Praxiswert) oder entgeltlich erworben wurden (derivativer Geschäfts- oder Praxiswert); denn dies wäre mit dem an die Stelle des Ertragswertverfahrens tretenden Substanzwertverfahren nicht vereinbar. Zur Durchbrechung des Grundsatzes der Bestandsidentität vgl. R B 95 Abs. 2 Satz 2 ErbStR 2011 (abgedruckt in Anm. 89).

 

Rz. 384– 391

Einstweilen frei.

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