Gürsching/Stenger, Bewertun... / 2. Besonderheiten beim Strukturwandel
 

Rz. 18

Durch Strukturwandel einer bisher der Land- und Forstwirtschaft zugerechneten Tätigkeit kann neben der Land- und Forstwirtschaft ein Gewerbebetrieb entstehen. In diesen Fällen beginnt der Gewerbebetrieb in dem Zeitpunkt, in dem die Tätigkeit des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs dauerhaft umstrukturiert wird.

 

Rz. 19

Hiervon ist z.B. auszugehen, wenn dem bisherigen Charakter des Betriebs nicht mehr entsprechende Investitionen vorgenommen, vertragliche Verpflichtungen eingegangen oder Wirtschaftsgüter angeschafft werden, die jeweils dauerhaft dazu führen, dass die in den folgenden Absätzen genannten Grenzen erheblich überschritten werden. So kann ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb allein durch eine nachhaltige Änderung des Tier- oder Flächenbestandes in die Gewerblichkeit hineinwachsen. Bei einer tatsächlichen Aufstockung des Tierbestandes sind dabei bloße Pläne für eine künftige Anmietung zusätzlicher Ausgleichsflächen nicht zu berücksichtigen. Das gilt auch für die Absicht, die schädlichen Tierbestände einem Dritten für dessen eigenen Betrieb zu überlassen, sofern diese Pläne nicht im engen zeitlichen Zusammenhang mit der Anschaffung der überzähligen Tierbestände umgesetzt werden.

 

Rz. 20

Schafft somit ein Landwirt Wirtschaftsgüter an, die er im eigenen Betrieb nicht benötigt, und erbringt er damit Dienstleistungen für Dritte, so wird er von Anfang an gewerblich tätig. Das gilt auch dann, wenn er die Wirtschaftsgüter gelegentlich in der eigenen Landwirtschaft einsetzt. Siehe dazu auch Anm. 130 ff.

 

Rz. 21

In allen übrigen Fällen liegt nach Ablauf eines Zeitraums von drei aufeinanderfolgenden Wirtschaftsjahren ein Gewerbebetrieb vor. Hierbei handelt es sich um einen so genannten Beobachtungszeitraum, in dem die Entwicklung des Betriebes begleitet wird. Werden innerhalb dieses Zeitraumes die vorgegeben betragsmäßigen Grenzen überschritten (siehe dazu Anm. 126), so ist ab dem vierten Wirtschaftsjahr von einem Gewerbebetrieb auszugehen.

 

Rz. 22

Der Dreijahreszeitraum ist objektbezogen und beginnt beim Wechsel des Betriebsinhabers nicht neu. Die vorstehenden Grundsätze gelten für den Strukturwandel vom Gewerbebetrieb zum land- und forstwirtschaftlichen Betrieb entsprechend.

 

Rz. 23– 25

Einstweilen frei.

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