Gürsching/Stenger, Bewertun... / (5) Verzinsung des betreffenden Kontos
 

Rz. 1768

Das Merkmal der Verzinsung bildet grundsätzlich kein geeignetes Abgrenzungskriterium, weil handelsrechtlich die Verzinsung von Fremdkapital (§ 111 HGB) und von Kapitalanteilen im Rahmen der Gewinnverteilung (§ 121 Abs. 1 und 2, § 168 Abs. 1 HGB) gleichermaßen üblich und typisch sind. Von diesem Grundsatz gibt es allerdings Ausnahmen:

 

Rz. 1769

Wird das zu beurteilende Konto gewinnunabhängig verzinst, so stellt dies ein – m.E. allerdings weniger gewichtiges – Indiz dafür dar, dass das Konto Fremdkapital ausweist. Zu Recht hat der BFH in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die gewinnunabhängige Verzinsung eines Kontoguthabens nicht zwangsläufig gegen die Qualifikation des betreffenden Kontos als Eigenkapitalkonto spreche, weil es sich insoweit um ein betriebswirtschaftliches und nicht um ein aus rechtlicher Sicht begriffsnotwendiges Kriterium handele. Dementsprechend hat der BFH auch ein gewinnunabhängig zu verzinsendes Gesellschafterkonto dem Eigenkapital zugeordnet, wenn auf ihm die Verlustanteile des Gesellschafters verbucht wurden.

 

Rz. 1770

Demgegenüber spricht das Fehlen einer Verzinsung indiziell für das Vorliegen von Eigenkapital. Ist die Verzinsung vom Gewinn der KG abhängig, so spricht das jedenfalls nicht dagegen, dass es sich um Eigenkapital handelt. Denn eine solche gewinnabhängige Verzinsung des Kapitalanteils ist vom Gesetz in § 168 Abs. 1 i.V.m. § 121 Abs. 1 HGB ausdrücklich vorgesehen.

 

Rz. 1771–1780

Einstweilen frei.

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