Gürsching/Stenger, Bewertun... / 4. Kulturartenverhältnis
 

Rz. 17

Das Kulturartenverhältnis einer Nutzung ist das Verhältnis von Ackerland zu Grünland (vgl. § 2 Abs. 1 BodSchätzG). Es gehört zu den wirtschaftlichen Ertragsbedingungen. Entsprechend dem in § 38 Abs. 2 Nr. 2 BewG aufgestellten Grundsatz für die Berücksichtigung wirtschaftlicher Ertragsbedingungen wird das Kulturartenverhältnis bei der vergleichenden Bewertung mit den in der Gegend als regelmäßig anzusehenden Verhältnissen zugrunde gelegt. Dies ist sachlich darin begründet, dass das Kulturartenverhältnis im Normalfall wesentlich von der Initiative des Betriebsleiters abhängt. Der Betriebsleitereinfluss darf sich nach § 36 Abs. 2 BewG aber auf die steuerliche Bewertung nicht auswirken; denn erfasst werden soll die Ertragsfähigkeit der Nutzung an sich.

 

Rz. 18

Nur wenn das Kulturartenverhältnis nicht vom Betriebsleiter abhängt, sondern durch die tatsächlichen Verhältnisse der Nutzung bestimmt wird (z.B. Lage an einem Flusslauf mit Bodenverhältnissen, die eine Nutzung als Acker nicht gestatten; Überschwemmungsgebiet), dann sollen nach § 50 Abs. 2 BewG in Abweichung von dem Grundsatz des § 38 Abs. 2 Nr. 2 BewG die tatsächlichen Verhältnisse maßgebend sein. Dies ist folgerichtig; denn in diesen Fällen handelt es sich beim Kulturartenverhältnis um eine Ertragsbedingung, die der betreffenden Nutzung immanent und deshalb der Beeinflussung durch den Betriebsleiter entzogen ist.

 

Rz. 19–21

Einstweilen frei.

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