Gürsching/Stenger, Bewertun... / 4. Korrekturen zur Ermittlung des Jahresertrags
 

Rz. 73

Sofern Beteiligungen nach § 200 Abs. 3 BewG gesondert anzusetzen sind, müssen die Beteiligungserträge, die im Zusammenhang mit dieser Beteiligung stehen, nach § 202 Abs. 1 Satz 2 BewG korrigiert werden, weil andernfalls eine Doppelerfassung der Beteiligung erfolgen würde. Die in R B 200 Abs. 3 Satz 11 ErbStR 2011 enthaltene Aussage, dass Finanzierungsaufwendungen im Zusammenhang mit Schulden zusammen mit anderen Aufwendungen und Erträgen zu korrigieren sind, könnte missverständlich sein. Denn Schulden, die in wirtschaftlichem Zusammenhang mit Beteiligungen stehen, werden nicht gesondert angesetzt, so dass auch eine Ertragskorrektur für Finanzierungsaufwendungen ausscheidet. Dies ergibt sich eindeutig auch aus § 202 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. f BewG, weil dort nur auf § 200 Abs. 2 und 4, nicht jedoch auf § 200 Abs. 3 BewG Bezug genommen wird. Die Aussage in R B 200 Abs. 3 Satz 11 ErbStR 2011 bezieht sich lediglich auf Finanzierungsaufwendungen, die in Zusammenhang mit einer Beteiligung an einer Personengesellschaft stehen, die nicht bereits innerhalb des Sonderbetriebsvermögens der Personengesellschaft berücksichtigt worden sind (vgl. R B 200 Abs. 3 Satz 10 ErbStR 2011).

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