Gürsching/Stenger, Bewertun... / VI. Gebäudestandard
 

Rz. 50

Der Gebäudestandard (bisher Ausstattungsstandard) eines Gebäudes wird anhand der in Anlage 24 III zum BewG n.F. abgebildeten Beschreibung der Gebäudestandards (s. Anm. 62) ermittelt. Um die für das Gebäude oder den Gebäudeteil maßgeblichen durchschnittlichen Regelherstellungskosten zu ermitteln, wird der dem Gebäudestandard eines jeden Bauteils des Gebäudes oder Gebäudeteils entsprechende Flächenpreis – bei den Gebäudearten 1 bis 5.1 auch unter Berücksichtigung eines Wägungsanteils – addiert und die Gesamtsumme durch die Anzahl der Bauteile dividiert (s. Anm. 75 ff.). Dabei kommen maximal zwölf verschiedene Bauteile in Betracht.

 

Rz. 51

Für die Gebäudearten 1 bis 17.4 – ohne die Gebäudearten 14.1 bis 14.4 und die Gebäudearten 15.1 bis 16.3 (s.u.) – sind im Einzelnen maximal folgende neun Bauteile vorgesehen:

  • Außenwände,
  • Dach,
  • Fenster und Außentüren,
  • Innenwände und Innentüren,
  • Deckenkonstruktion und Treppen,
  • Fußböden,
  • Sanitäreinrichtungen,
  • Heizung sowie
  • sonstige technische Ausstattung.
 

Rz. 52

Bei der Gebäudeart 14.1 (Einzel- und Mehrfachgaragen) werden die Standardstufen unmittelbar in Anlage 24 II zum BewG n.F. beschrieben. Insoweit entfällt eine Aufteilung in Bauteile. Für die Gebäudearten 14.2 bis 14.4 (Hoch-, Tief- und Nutzfahrzeuggaragen) kommen folgende sechs Bauteile in Betracht:

  • Außenwände,
  • Konstruktion,
  • Dach,
  • Fenster und Außentüren,
  • Fußböden sowie
  • sonstige technische Ausstattung.
 

Rz. 53

Für die Gebäudearten 15.1 bis 16.3 (Betriebs- und Werkstätten, industrielle Produktionsgebäude sowie Lagerbebäude ohne und mit Mischnutzuung) sind maximal folgende zehn Bauteile vorgesehen:

  • Außenwände,
  • Konstruktion,
  • Dach,
  • Fenster und Außentüren,
  • Innenwände und Innentüren,
  • Deckenkonstruktion und Treppen,
  • Fußböden,
  • Sanitäreinrichtungen,
  • Heizung sowie
  • sonstige technische Ausstattung.
 

Rz. 54

Bei den Gebäudearten 18.1 bis 18.2 (Reithallen, ehemalige landwirtschaftliche Mehrzweckhallen, Scheunen und Ähnliches) kommen letztendlich maximal folgende zwölf Bauteile zum Ansatz:

  • Außenwände,
  • Dach,
  • Fenster und Außentüren bzw. Außentore,
  • Innenwände,
  • Deckenkonstruktionen,
  • Fußböden,
  • baukonstruktive Einbauten ((gilt nur für Gebäudearten 18.1 – Reithallen),
  • Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen,
  • Wärmeversorgungsanlagen,
  • lufttechnische Anlagen,
  • Starkstromanlagen sowie
  • nutzungsspezifische Anlagen.
 

Rz. 55

Bei den Wohngebäuden (Gebäudearten 1.01. bis 5.1. der Anlage 24 II zum BewG n.F.) werden die Bauteile zusätzlich nach Wägungsanteilen gewichtet.

 

Rz. 56

Ist ein Bauwerksteil bei einem Gebäude oder Gebäudeteil nicht vorhanden, sind die Regelherstellungskosten dieses Bauteils bzw. dieser Bauteile nicht zu berücksichtigen. In diesen Fällen wird bei den Wohngebäuden nur die Summe aus den gewichteten Regelherstellungskosten der vorhandenen Bauteile gebildet. Bei den Nichtwohngebäuden wird die Summe der Regelherstellungskosten der vorhandenen Bauteile durch die Anzahl der für die Gebäudeart nach Anlage 24 III zum BewG n.F. typischerweise vorhandenen Bauteile dividiert. Insofern ergibt sich eine veränderte Handlungsweise gegenüber dem bisherigen für Bewertungsstichtage bis einschließlich 31.12.2015 geltenden Sachwertverfahren (vgl. dazu die Kommentierung zu § 190 BewG a.F. Anm. 34). Ein erläuterndes Beispiel zur Ermittlung der durchschnittlichen Regelherstellungskosten bei einem Gebäude, bei dem nicht alle Bauteile vorhanden sind, ist unter Anm. 81 ff. aufgeführt.

 

Rz. 57

Bei jedem Bauteil wird grundsätzlich zwischen den fünf Standardstufen "einfachst", "einfach", "Basis", "gehoben" und "aufwendig" unterschieden. Die Standardstufe eines jeden Bauwerksteils wird anhand von verschiedenen Standardmerkmalen bestimmt. Liegen bei einem Bauteil verschiedene Standardmerkmale vor, ist für die Bestimmung der jeweiligen Standardstufe auf die überwiegenden Standardmerkmale abzustellen. Für ein Bauteil ist somit immer nur eine Standardstufe zu bestimmen.

 

Rz. 58

Einzelne Standardstufenmerkmale der Anlage 24 III zum BewG n.F. sind mit Fußnoten versehen. Diese Standardstufenmerkmale gelten nur für die entsprechend bezeichneten Gebäudearten.

 

Rz. 59

Die Standardstufenbögen der Anlage 24 III zum BewG n.F. stellen sich wie nachfolgend abgebildet dar. Es ist zu beachten, dass die Beschreibung der Gebäudestandards beispielhaft ist und der Orientierung dient. Sie kann nicht alle in der Praxis auftretenden Standardmerkmale aufführen. Merkmale, die die Tabelle nicht beschreibt, sind sachgerecht zu berücksichtigen. Es müssen nicht alle aufgeführten Merkmale zutreffen.

 

Rz. 60

Die nachfolgenden Standardstufenbögen der Anlage 24 III zum BewG n.F. enthalten die Beschreibung für alle Gebäudearten mit Ausnahme der Einzel- und Mehrfachgaragen. Letztere sind ausgenommen, da die Standardstufen für Einzel- und Mehrfachgaragen unmittelbar im Teil II der Anlage 24 zum BewG n.F. beschrieben werden.

 

Rz. 61

Die in den nachfolgenden Tabellen angegebenen Jahreszahlen beziehen sich auf die im jeweiligen Zeitraum gültigen Wärmeschutzanforderungen. In Bezug auf das konkrete Bewertungs...

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