Gürsching/Stenger, Bewertun... / IX. Betriebswohnung (Abs. 8)
 

Rz. 245

Nach § 160 Abs. 8 BewG handelt es sich bei Betriebswohnungen um Wohnungen, die einem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft zu dienen bestimmt sind, aber nicht zum Wohnteil rechnen. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um Gebäude oder Gebäudeteile des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes, die dessen Arbeitnehmern und deren Familienangehörigen zu Wohnzwecken zur Verfügung gestellt werden.

 

Rz. 246

Zum Grund und Boden der Betriebswohnung zählen neben der bebauten Fläche auch die vom Betrieb im Rahmen der Wohnungsüberlassung zur Verfügung gestellten übrigen Flächen. Hierzu gehören z.B. Stellplätze und Gärten. Die Zuordnung des Grund und Bodens zur Betriebswohnung richtet sich grundsätzlich nach der Verkehrsauffassung. Nach R B 160.22 Abs. 6 Satz 3 ErbStR 2011 soll die Abgrenzung nach ertragsteuerlichen Grundsätzen erfolgen.

 

Rz. 247

Betriebswohnungen befinden sich in Gebäuden oder Gebäudeteilen des Betriebs, die dessen Arbeitnehmern und deren Familienangehörigen als Wohnung dienen. Die Zuordnung der Wohnungen zu den Betriebswohnungen erfordert jedoch keine Vollzeitbeschäftigung der jeweiligen Arbeitnehmer. Es genügt, wenn die Arbeitnehmer vertraglich verpflichtet sind, wenigstens 100 Arbeitstage oder 800 Arbeitsstunden im Jahr mitzuarbeiten.

 

Rz. 248

Die Bewertung als Betriebswohnung ist nicht von der Höhe des vereinbarten Mietzinses abhängig. Auch andere Merkmale, wie z.B. die Entfernung zur Hofstelle oder die Lage in einem geschlossenen städtischen Wohnbaugebiet, spielen bei der bewertungsrechtlichen Zuordnung keine Rolle. Entscheidend ist nur, dass die Wohnung einem Arbeitnehmer des Betriebes und dessen Familienangehörigen zur Verfügung steht.

 

Rz. 249

Die Betriebswohnungen bleiben bewertungsrechtlich als solche auch erhalten, wenn die jeweiligen Arbeitnehmer in den Ruhestand treten und diese Wohnungen weiter nutzen. Es ist jedoch fraglich, ob nach dem Tod des ehemaligen Arbeitnehmers bzw. der Arbeitnehmerin die dann von der Witwe bzw. dem Witwer genutzte Wohnung bewertungsrechtlich weiterhin noch als Betriebswohnung behandelt werden kann. Dies dürfte nur dann zulässig sein, wenn im Rahmen des ehemaligen Arbeitsverhältnisses ausdrücklich entsprechende Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer getroffen worden sind.

 

Rz. 250–252

Einstweilen frei.

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