Gürsching/Stenger, Bewertun... / IV. Wertermittlung bei den übrigen Nutzungen
 

Rz. 147

Bei den übrigen Nutzungen und Nutzungsteilen, wie z.B. der weinbaulichen Nutzung, sind die gegendüblichen Verhältnisse durch § 125 Abs. 6 und 7 BewG bereits in den dort ausgewiesenen Vergleichszahlen bzw. Ersatzvergleichswerten je Einheit berücksichtigt. Ab- und Zurechnungen wegen gegendüblich abweichender Ertragsbedingungen sind bei den einzelnen Nutzungen und Nutzungsteilen daher nicht vorzunehmen. Unter Anwendung von § 40 Abs. 5 BewG ergeben sich für die in § 125 Abs. 6 und 7 BewG genannten flächenbezogenen Nutzungen und Nutzungsteile folgende Ersatzvergleichswerte je Hektar:

 
Nutzung/Nutzungsteil Wert je Hektar
  Hopfen 2 032 DM
  Spargel 2 677 DM
Weinbauliche Nutzung
  Traubenerzeugung 4 400 DM
  Fassweinausbau 5 000 DM
  Flaschenweinausbau 6 000 DM
Gärtnerische Nutzung
  Gemüsebau Freiland 5 400 DM
  Gemüsebau unter Glas nicht heizbar 32 400 DM
  Gemüsebau unter Glas heizbar 43 200 DM
  Blumen und Zierpflanzenbau Freiland 10 800 DM
  Blumen und Zierpflanzenbau unter Glas nicht heizbar 43 200 DM
  Blumen und Zierpflanzenbau unter Glas heizbar 86 400 DM
  Obstbau 1 440 DM
  Baumschulen Freiland 13 284 DM
  Baumschulen unter Glas nicht heizbar 53 136 DM
  Baumschulen unter Glas heizbar 106 272 DM
Forstwirtschaftliche Nutzung 125 DM
Sonstige land- und forstwirtschaftliche Nutzung
  Forellenteichwirtschaft 20 000 DM
  übrige Teichwirtschaft 1 000 DM
  Fischzucht für Forellenteichwirtschaft 30 000 DM
  Fischzucht für übrige Binnenfischerei und Teichwirtschaft 1 500 DM
  Weihnachtsbaumkultur 3 000 DM
  Pilzanbau 250 000 DM
 

Rz. 148

Detaillierte Darstellungen und Berechnungsbeispiele zur Ermittlung der jeweiligen Ersatzvergleichswerte sind in den Abschnitten 3 bis 7 der gleichlautenden Ländererlasse enthalten. Sie werden daher nachstehend nur in verkürzter Form und ohne Beispielsrechnungen wiedergegeben.

 

Rz. 149–151

Einstweilen frei.

1. Sonderkultur Hopfen

 

Rz. 152

Die Sonderkultur Hopfen ist als Nutzungsteil der landwirtschaftlichen Nutzung zu bewerten (§ 52 BewG). Zum diesem Nutzungsteil gehören alle Wirtschaftsgüter, die der Erzeugung von Hopfen dienen. Dazu gehören insbesondere die Hopfenanbauflächen sowie die Gebäude für Pflückmaschinen, Hopfendarren und Hopfenkonditionierungsanlagen. Die Fläche des Nutzungsteils Hopfen umfasst die Flächen, die dem Hopfenanbau dienen, insbesondere Junghopfenflächen und mit Gerüstanlagen versehene Ertragsflächen einschließlich der dazu gehörenden Randflächen.

 

Rz. 153

Grundlage des Bewertungsverfahrens ist die Hopfenbau-Vergleichszahl (HoVz) 40 je Ar. Mit ihr sind alle Ertragsbedingungen abgegolten. Der Ersatzvergleichswert ergibt sich aus der Multiplikation der Fläche des Nutzungsteils in Ar mit der Hopfenbau-Vergleichszahl 40 je Ar und dem gesetzlichen Ertragswert von 254 DM je 100 Vergleichszahlen. Das Ergebnis ist nach § 40 Abs. 5 BewG um 80 % zu vermindern. Es ist jedoch mindestens ein Hektarwert von 1 200 DM anzusetzen.

 

Rz. 154–156

Einstweilen frei.

2. Sonderkultur Spargel

 

Rz. 157

Die Sonderkultur Spargel ist als Nutzungsteil der landwirtschaftlichen Nutzung zu bewerten (§ 52 BewG). Zum Nutzungsteil Spargel gehören alle Wirtschaftsgüter, die der Erzeugung von Spargel dienen.

 

Rz. 158

Die Fläche des Nutzungsteils Spargel umfasst die Flächen, die dem Spargelanbau dienen, das sind im Wesentlichen Ertragsanlagen und Junganlagen. Soweit diese Flächen 10 Ar nicht übersteigen, sind sie als Bagatellsachen in die landwirtschaftliche Nutzung einzubeziehen.

 

Rz. 159

Grundlage des Bewertungsverfahrens ist die Spargelbau-Vergleichszahl 70 je Ar. Mit ihr sind alle Ertragsbedingungen abgegolten. Der Ersatzvergleichswert ergibt sich aus der Multiplikation der Fläche des Nutzungsteils in Ar mit der Spargelbau-Vergleichszahl (SpaVz) 70 je Ar und dem gesetzlichen Ertragswert von 76,50 DM je 100 Vergleichszahlen. Das Ergebnis ist nach § 40 Abs. 5 BewG um 50 % zu vermindern. Es ist jedoch mindestens ein Hektarwert von 1 200 DM anzusetzen.

 

Rz. 160–162

Einstweilen frei.

3. Forstwirtschaftliche Nutzung

 

Rz. 163

Zur forstwirtschaftlichen Nutzung gehören alle Wirtschaftsgüter, die der Erzeugung und Gewinnung von Rohholz dienen. Wirtschaftsgüter der forstwirtschaftlichen Nutzung sind insbesondere die Holzbodenfläche und die Waldbestockung. Baumgruppen und Baumreihen auf Flächen anderer land- und forstwirtschaftlicher Nutzungen, z.B. auf Wiesen und Weiden, an Wegrändern und Hofzufahrten, rechnen nicht zur forstwirtschaftlichen Nutzung.

 

Rz. 164

Der Grund und Boden der forstwirtschaftlichen Nutzung umfasst alle Flächen, die dauernd der Erzeugung von Rohholz gewidmet sind. Zu dieser Fläche rechnen auch die Waldwege, Waldeinteilungs- und Sicherungsstreifen, wenn ihre Breite einschließlich der Gräben 5 m nicht übersteigt, sowie Blößen, das sind Flächen, die nur vorübergehend nicht bestockt sind. Zum Grund und Boden der forstwirtschaftlichen Nutzung gehören auch die dem Transport und der Lagerung des Holzes dienenden Flächen, die Waldwege, ständige Holzlagerplätze usw., wenn sie nicht zur Holzbodenfläche gerechnet werden, die Flächen der Saat- und Pflanzkämpe, wenn sie zu ...

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