Gürsching/Stenger, Bewertun... / d) Wanderschäferei
 

Rz. 249

Bei der Wanderschäferei handelt es sich um eine extensive Form der Schafhaltung, die durch die Haltungsform der Großherde und ständigen Standortwechsel gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zu intensiven Formen der Schafhaltung (wie z.B. Koppelschafhaltung, Gutsschäferei) werden von Wanderschäfereien überwiegend fremde Flächen zur vorübergehenden Beweidung genutzt. Wenn die Schafhaltung jedoch überwiegend auf Flächen stattfindet, die durch Nutzungsüberlassungsverträge dauernd (ganzjährig) zur Beweidung zur Verfügung stehen, handelt es sich nicht mehr um Wanderschäferei, sondern um eine Schafhaltung, die im Rahmen der landwirtschaftlichen Nutzung zu bewerten ist.

 

Rz. 250

Da Wanderschäfereien landwirtschaftliche Flächen nicht regelmäßig nutzen, ist eine Beziehung zwischen Tierbestand, gemessen in Vieheinheiten, und Flächengrundlage zur Deckung des Futterbedarfs nicht herstellbar. Wanderschäfereien sind deshalb sowohl bei der Abgrenzung nach § 51 BewG als auch bei der Bewertung nicht mit den übrigen landwirtschaftlichen Tierhaltungen vergleichbar.

 

Rz. 251

Die Nutzungsgröße einer Wanderschäferei wird durch die Zahl der Mutterschafe bestimmt. Neben den Mutterschafen sind bei der Bewertung der Wanderschäferei auch die übrigen Tiere, wie z.B. Zuchtböcke, Zutreter, Hammel und Lämmer, abgegolten. Darüber hinaus werden auch die der Wanderschäferei dienenden übrigen Wirtschaftsgüter, wie z.B. der Schafstall, das Pferchmaterial sowie die der Wanderschäferei dienenden Wirtschaftsgebäude mit dem dazugehörigen Grund und Boden, nicht gesondert erfasst.

 

Rz. 252

Die Bewertung erfolgt mit dem Ersatzvergleichswert nach § 125 Abs. 7 Nr. 2 Buchst. e BewG. Er beträgt 20 DM je Mutterschaf. Der Ersatzvergleichswert für die Wanderschäferei in DM insgesamt ergibt sich durch Multiplikation des Ersatzvergleichswerts je Mutterschaf mit der Zahl der zum Feststellungszeitpunkt gehaltenen Mutterschafe. Ab- oder Zurechnungen für abweichende Ertragsbedingungen kommen nicht in Betracht.

 

Rz. 253–255

Einstweilen frei.

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