Gürsching/Stenger, Bewertun... / I. Allgemeines
 

Rz. 439

Kann ein Gesellschafter aufgrund einer Mehrheit von Anteilen oder aufgrund der Größe seines Anteils die Geschäftsführung der Gesellschaft beeinflussen, so spricht das BewG von einer Beteiligung, die Wirtschaft von einem Paket. Ist der gemeine Wert der Beteiligung höher als die Summe der Werte der einzelnen Anteile, so ist dieser Wert anzusetzen (§ 11 Abs. 3 BewG). Die höhere Bewertung der Beteiligung erfolgt in der Praxis durch den Paketzuschlag.

Beim Ansatz des Paketzuschlags muss unterschieden werden, ob es sich um eine Bewertung vor dem 1.1.2009 oder nach dem 31.12.2008 handelt. Für Bewertungsstichtage ab dem 1.1.2009 gelten die Regelungen des BV-Erlasses vom 25.6.2009. Vor dem 1.1.2009 gelten grundsätzlich die ErbStR 2003.

Die Anweisungen der ErbStR 2003 über die Ermittlung des gemeinen Wertes von nichtnotierten Anteilen gehen davon aus, dass nach dem Stuttgarter Verfahren im Wesentlichen GmbH-Anteile zu bewerten sind. Deshalb sind bei der Wertermittlung nach dem Stuttgarter Verfahren die zu einem Paketzuschlag führenden Gesichtspunkte bereits berücksichtigt (s. auch oben Anm. 320). Ein Paketzuschlag kommt danach nur in Betracht, wenn die Anteile mit dem Kurswert nach § 11 Abs. 1 BewG bewertet worden sind oder wenn der gemeine Wert nach § 11 Abs. 2 BewG aus Verkäufen abgeleitet worden ist, deren Gegenstand nicht eine Beteiligung i.S.d. § 11 Abs. 3 BewG war. Umgekehrt scheidet ein Paketzuschlag in allen Fällen aus, in denen der gemeine Wert nach dem Stuttgarter Verfahren ermittelt oder aus Verkäufen abgeleitet worden ist, bei denen ein Beteiligungscharakter den Preis beeinflusst hat.

 

Rz. 440–443

Einstweilen frei.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Steuer Office Gold. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Steuer Office Gold 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge