Gürsching/Stenger, Bewertun... / aa) Zurechnungen (R 99 Abs. 1 Nr. 1 ErbStR 2003)
 

Rz. 579

Dem Steuerbilanzgewinn sind insbesondere zuzurechnen Sonderabschreibungen, erhöhte Absetzungen für Abnutzung – AfA – (vgl. hierzu z.B. die erhöhten AfA nach dem Einkommensteuerrecht – § 7a ff. EStG i.V.m. § 8 KStG), Bewertungsabschläge, Zuführungen zu steuerfreien Rücklagen sowie Teilwertabschreibungen. Zu berücksichtigen sind nur die normalen AfA (R 99 Abs. 1 Nr. 1a Satz 2 ErbStR 2003), wozu nach § 7 EStG außer den linearen Abschreibungen auch die dem wirtschaftlichen Wertverzehr entsprechenden degressiven Abschreibungen zu rechnen sind. Die bei der Ertragsbesteuerung zulässige Übertragung von stillen Reserven auf ein Ersatzgrundstück (§ 6 EStG, R 35 EStR) hat keinen Einfluss auf die Höhe der bei den Ertragsaussichten zu berücksichtigenden AfA. Die AfA ist nach den tatsächlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten zu berücksichtigen.Teilwertabschreibungen werden deshalb nicht berücksichtigt, weil diese als einmalige Vorgänge keinen Einfluss auf den künftigen Ertrag haben.

 

Rz. 580

Absetzungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert oder auf firmenwertähnliche Wirtschaftsgüter sind hinzuzurechnen, weil das Gesetz diese Wirtschaftsgüter als Ausdruck des zukünftigen Übergewinns betrachtet. Dieser Übergewinn drückt sich jedoch in der Formel für die Ermittlung des gemeinen Werts aus, so dass die Komponenten, auf denen er beruht, sowohl beim Vermögenswert als auch beim Ertragswert ausgeschieden werden müssen, wenn sie sich auf diese Werte ausgewirkt haben. Es kann kein Unterschied bestehen, ob eine Kapitalgesellschaft den Geschäftswert ihres Unternehmens oder einen Teil desselben realisiert hat oder nicht.

 

Rz. 581

Dem Einkommen ist weiter hinzuzurechnen ein Verlustabzug nach § 10d EStG, gleichgültig, ob der Verlust in einem Jahr innerhalb des für die Ermittlung des Durchschnittsertrags maßgebenden Zeitraums entstanden ist (R 99 Abs. 1 Nr. 1c ErbStR 2003), denn ein gewisser Ausgleich des Verlustes erfolgt bereits dadurch, dass der Durchschnittsertrag aus den Erträgen mehrerer Jahre errechnet wird.

Hinzuzurechnen sind auch steuerfreie Einnahmen, weil sie zusätzlich für eine Ausschüttung zur Verfügung stehen. In Betracht kommen insbesondere Investitionszulagen (R 99 Abs. 1 Nr. 1f ErbStR 2003). Ist im Zeitpunkt der Anteilsbewertung bereits abzusehen, dass in Zukunft nicht mit weiteren zulagebegünstigten Investitionen im gleichen Umfang zu rechnen ist, so muss die Zurechnung auf einen Betrag beschränkt werden, mit dem auch nach dem Bewertungsstichtag zu rechnen ist. Bei der Zurechnung von Einnahmen, die aufgrund von Doppelbesteuerungsabkommen im Inland steuerfrei bleiben, ist die allenfalls entrichtete ausländische Steuer abzuziehen.

 

Rz. 582–585

Einstweilen frei.

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