Fischer/Pahlke/Wachter, Erb... / 5 Anwartschaft eines Nacherben (§ 10 Abs. 4 ErbStG)
 

Rz. 95

§ 10 Abs. 4 ErbStG enthält eine spezielle Regelung zu der in § 6 ErbStG geregelten Besteuerung der Vor- und Nacherbfolge. Die Vorschrift betrifft den Fall, dass der Nacherbe nach Eintritt des Vor-, aber vor Eintritt des Nacherbfalls stirbt. Bürgerlich-rechtlich erwirbt der Nacherbe mit dem Tod des Erblassers neben seinem zukünftigen Erbrecht ein (auch vererbliches und übertragbares) Anwartschaftsrecht. Stirbt der Nacherbe vor Eintritt des Nacherbfalls, so geht dieses Anwartschaftsrecht auf die Erben des Nacherben über. § 10 Abs. 4 ErbStG bestimmt, dass diese Anwartschaft eines Nacherben nicht zu seinem Nachlass gehört. Dies entspricht der Regelung des § 6 ErbStG, wonach Erbschaftsteuer erst bei Eintritt des Nacherbfalls anfällt.

 

Rz. 96

§ 10 Abs. 4 ErbStG gilt nicht nur für die Erbschaftsteuer, sondern ist ebenso bei dem Erwerb des Nacherbenanwartschaftsrechts durch freigebige Zuwendung unter Lebenden anzuwenden. Auch hier ist erst der Vermögenserwerb durch Eintritt des Nacherbfalls steuerpflichtig. Wird das Nacherbenanwartschaftsrecht allerdings entgeltlich auf einen Dritten übertragen, so tritt insoweit Steuerpflicht nach § 3 Abs. 2 Nr. 6 ErbStG ein; der Dritte kann das von ihm gezahlte Entgelt als Kosten für die Erlangung des Erwerbs gem. § 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG abziehen.

 

Rz. 97

Hingegen sind Zahlungen, die ein Vorerbe zur Ablösung des Nacherbenrechts leistet, bei dem Erwerb des Vorerben nicht gem. § 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG abzugsfähig.

 

Rz. 98–109

einstweilen frei

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