Erbschaftsteuererklärung ab... / 2.15 Schenkungen (Zeilen 115 bis 123)

In den Zeilen 115 bis 123 sind vom Erblasser zu dessen Lebzeiten gemachte Schenkungen oder unentgeltliche Zuwendungen einzutragen.

Anzugeben sind alle Schenkungen, auch gemischte Schenkungen, bei denen der Wert den Wert der Gegenleistung übersteigt. Ferner sind auch die Schenkungen anzugeben, die bisher noch nicht angezeigt worden sind. Wird die Angabe unterlassen, kann dies zu einer Steuerhinterziehung führen.

Vorschenkungen, die innerhalb eines 10-Jahreszeitraums vom Erblasser an dieselbe Person angefallen sind, führen zu einer Zusammenrechnung mit dem Letzterwerb. Mit der Zusammenrechnung wird erreicht, dass die persönlichen Freibeträge innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren nur einmal zur Anwendung kommen. Darüber hinaus verhindert sie einen Progressionsvorteil. Dabei wird aber auch die fiktive bzw. tatsächlich zu entrichtende Steuer des Vorerwerbs bei der Steuer für den Letzterwerb berücksichtigt bzw. abgezogen.

 

Praxis-Beispiel

Vorschenkungen

Vater V hat seinem Sohn S in 2011 einen Geldbetrag zugewendet. In 2017 verstirbt V und wird von seinem Sohn beerbt.

Lösung: Der Vorerwerb (Schenkung) wie auch der Letzterwerb (Erbfall) liegen innerhalb des Zehnjahreszeitraums und sind somit zusammenzurechnen.

Anzugeben sind die Personen (bzw. Stiftungen oder Trusts), die eine Schenkung erhalten haben, sowie die Art, der Wert und der Zeitpunkt der Zuwendung. Ferner auch das zu veranlagende Finanzamt und die Steuernummer.

Sollte der Erblasser innerhalb der letzten 10 Jahre Schenkungen an einen der am Erbfall beteiligten Erwerber ausgeführt haben, sind diese Schenkungen auch in der jeweiligen Anlage Erwerber (Zeilen 47 bis 53) anzugeben.

 

Hinweis

Zusammenrechnung bei Sonderfällen

Zu einer Zusammenrechnung kommt es auch dann, wenn der beschränkt Steuerpflichtige zur unbeschränkten Steuerpflicht optiert und der Erwerber Vorschenkungen vom Erblasser erhalten hat.

Weitere beachtenswerte Zusammenrechnungen liegen z.  B. vor:

a) für den Schwellenwert von 26.000.000 EUR gem. § 13a Abs. 1 ErbStG. Denn bei mehreren Erwerben begünstigten Vermögens i. S. d. § 13b Abs. 2 ErbStG von derselben Person innerhalb von zehn Jahren werden die früheren Erwerbe nach ihrem früheren Wert dem letzten Erwerb hinzugerechnet. Wird der Schwellenwert von 26.000.000 EUR durch mehrere innerhalb von zehn Jahren von derselben Person anfallende Erwerbe überschritten, so tritt folgendes ein: Es entfällt die Steuerbefreiung für die bis dahin nach § 13a Abs. 1 S. 1 ErbStG (85 %iger Verschonungsabschlag) oder § 13a Abs. 10 ErbStG (100 %iger Verschonungsabschlag) als steuerfrei behandelten früheren Erwerbe mit Wirkung für die Vergangenheit. Die Festsetzungsfrist endet für die Steuer der früheren Erwerbe nicht vor dem Ablauf des vierten Jahres, nachdem das für die Erbschaftsteuer zuständige Finanzamt von dem letzten Erwerb Kenntnis erlangt.

b) für den Verschonungsabschlag bei Großerwerben von begünstigtem Vermögen gem. § 13c ErbStG. Denn bei mehreren Erwerben begünstigten Vermögens i. S. d. § 13b Abs. 2 ErbStG von derselben Person innerhalb von zehn Jahren werden für die Bestimmung des Verschonungsabschlags für den letzten Erwerb nach § 13c Abs. 1 ErbStG die früheren Erwerbe nach ihrem früheren Wert dem letzten Erwerb hinzugerechnet.

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