Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 11.5.8 Kombinierter Anwendungsfall des § 14 Abs 3 und 4 KStG
 

Tz. 1107

Stand: EL 94 – ET: 10/2018

 

Beispiel:

Beginn der Organschaft am 01.01.02. Eine stliche Außenprüfung erkennt bei einem von der TG am 10.01.01 angeschafften abnutzbaren Anlagegut (AK: 500 000 EUR) im Jahr 01 die geltend gemachte Abschr nur partiell an, weil sie statt der von dem Unternehmen zu Grunde gelegten Nutzungsdauer von 10 Jahren eine solche von 15 Jahren unterstellt. In der H-Bil behält die TG die zehnjährige Abschr-Dauer bei.

Das stliche Mehreinkommen des Jahres 01 iHd Abschr-Kürzung (16 667 EUR) ist von der Noch-nicht-OG selbst zu versteuern. In den Jahren 02 bis 10 ergeben sich, weil in der H-Bil höhere Abschr als in der St-Bil enthalten sind, Minderabführungen; in den Jahren 11 bis 15 ergeben sich, weil Abschr insoweit nur noch in der St-Bil enthalten sind, Mehrabführungen.

Hinsichtlich der stlichen Beurteilung gilt, dass nicht insges, weil die Neufestsetzung der Nutzungsdauer in dem vororganschaftlichen Jahr 1 erfolgt ist, eine vororganschaftliche Verursachung anzunehmen ist. Vielmehr ist die Abschr-Kürzung für jedes Jahr eine eigenständige Ursache für eine Abführungsdifferenz. Die Kürzung für das Jahr 01 erfolgt in vororganschaftlicher Zeit, die Kürzungen für die Jahre 02 bis 10 in organschaftlicher Zeit.

In den organschaftlichen Jahren 02 bis 10 ergibt sich durch die jährliche Kürzung der geltend gemachten Abschr von je 50 000 EUR auf 33 333 EUR ein jährliches dem OT zuzurechnendes Mehreinkommen der OG von 16 667 EUR; insoweit liegen in organschaftlicher Zeit verursachte Minderabführungen iSd § 14 Abs 4 KStG vor, die zur Bildung eines aktiven AP in der St-Bil des OT führen.

In den organschaftlichen Jahren 11 bis 15 ergeben sich, weil die handelsbilanzielle Abschr ausgelaufen ist, die jährliche stliche Abschr aber 33 333 EUR beträgt, jährlich Mehrabführungen iHd stlichen Abschr, die uE

  • zu 1/10 in vororganschaftlicher Zeit verursacht sind und gem § 14 Abs 3 S 1 KStG als GA gelten, und
  • zu 9/10 in organschaftlicher Zeit verursacht sind und gem § 14 Abs 4 KStG zur Auflösung des vorher gebildeten aktiven AP führen.

Eine andere Möglichkeit wäre es, ab dem Jahr 11 in entspr Anwendung der Fifo-Grundsätze vorrangig § 14 Abs 3 S 1 KStG auf die Mehrabführungen anzuwenden.

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