Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 8.7.2 Veränderung im Umfang der verpachteten Wirtschaftsgüter
 

Tz. 1363

Stand: EL 81 – ET: 08/2014

Ändert sich der Umfang der verpachteten WG, ist eine Anpassung der Pacht erforderlich. Dies ist insbes dann der Fall, wenn ein verpachtetes WG wegfällt oder seine Nutzungsmöglichkeit eingeschränkt wird. Bedeutsam ist die Notwendigkeit einer Pachtreduzierung auch beim so genannten "Schrumpfungsmodell" das auf Grund der Regelung des § 6 Abs 6 S 2 EStG öfter praktiziert werden muss. Nach § 6 Abs 6 S 2 EStG sind verdeckte Einlagen in Kap-Ges mit dem Tw zu bewerten.

 

Beispiel:

Zwischen der T-KG und der neu gegründeten T-GmbH soll eine Betriebsaufspaltung entstehen. Es ist beabsichtigt, das gesamte Umlauf- sowie das bewegliche Anlagevermögen (Fahrzeuge, Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung usw) auf die T-GmbH zu übertragen. Lediglich die Betriebsgrundstücke sollen zurückbleiben und von der T-KG an die T-GmbH verpachtet werden. Im beweglichen Anlagevermögen befinden sich stille Reserven von 200 000 EUR; im Umlaufvermögen sind keine stillen Reserven enthalten.

Nach § 6 Abs 6 S 2 EStG ist eine Übertragung des beweglichen Anlagevermögens auf die T-GmbH zum Bw nicht möglich; die Übertragung führt also zur Aufdeckung der stillen Reserven. Lediglich das Umlaufvermögen kann erfolgsneutral überführt werden, da hier idR keine stillen Reserven enthalten sind.

Zur Vermeidung unerwünschter Realisierungen ist es deshalb sinnvoll, neben den Grundstücken auch das bewegliche Anlagevermögen an die T-GmbH zu verpachten. Bei Ausscheiden eines WG (Veräußerung, vollständige Abnutzung) kann die Ersatzinvestition dann jeweils von der T-GmbH vorgenommen werden. Nach und nach geht damit das bewegliche Anlagevermögen auf die T- GmbH über, ohne dass es zu einer Realisierung stiller Reserven kommt ("Schrumpfungsmodell").

 

Tz. 1364

Stand: EL 81 – ET: 08/2014

Es muss hierbei jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass sich mit jedem ausscheidenden WG der Umfang des verpachteten Vermögens verringert. Zur Vermeidung von vGA ist die Pacht jeweils um den Betrag zu verringern, der auf das ausgeschiedene (Alt-)WG entfällt.

Fraglich ist bei diesem "Schrumpfungsmodell" außerdem, ob der Geschäftswert zwar nicht bei Beginn der Betriebsaufspaltung, aber zu einem späteren Zeitpunkt (im Wege der verdeckten Einlage) auf die Betriebs-GmbH übergeht. UE ist dies allerdings nicht der Fall. Ggf wäre der Zeitpunkt des Übergangs zeitlich auch sehr schwer zu bestimmen.

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