Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 5.1.4 Wertverknüpfung mit der steuerlichen Schlussbilanz der Überträgerin
 

Tz. 11

Stand: EL 93 – ET: 06/2018

Nach § 4 Abs 1 S 1 UmwStG hat der übernehmende Rechtsträger (Pers-Ges bzw natürliche Person) die auf ihn übergegangenen WG mit dem in der stlichen Schluss-Bil der übertragenden Kö enthaltenen Wert nach § 3 UmwStG zu übernehmen. Übergegangene WG iSd § 4 Abs 1 S 1 UmwStG sind alle WG, die in der stlichen Schluss-Bil der übertragenden Kö nach § 3 UmwStG angesetzt worden sind. Hierunter fallen auch die WG, die bei einem Ansatz zum Zwischenwert oder mit dem gW erstmals bei der Überträgerin in der stlichen Schluss-Bil aktiviert oder passiviert werden (zB originärer Firmenwert oder Drohverlustrückstellung) (s IDW, Ubg 2011, 549, 557). Weiter zählen hierzu Bilanzansätze ohne WG-Eigenschaft (s UmwSt-Erl 2011 Rn 04.01). Ebenso s Bohnhardt (in H/M, 4. Aufl, § 4 UmwStG Rn 66), s Schmitt (in S/H/S, 7. Aufl, § 4 UmwStG Rn 11), s Schnitter (in F/D, § 4 UmwStG Rn 25) und s van Lishaut (in R/H/vL, 2. Aufl, § 4 UmwStG Rn 14).

 

Tz. 11a

Stand: EL 93 – ET: 06/2018

Nach überholter Verw-Auff (s UmwSt-Erl 2011 Rn 03.06 und 04.16) gelten die Ansatzverbote des § 5 EStG bei einem über dem Bw liegenden Wertansatz zwar nicht zum stlichen Übertragungsstichtag (s § 3 UmwStG Tz 36 ff), aber zum darauffolgenden Bil-Stichtag wieder. Dies hatte zur Folge, dass entgegen dem Ansatzverbot ausgewiesene Passiva (zB Drohverlustrückstellung) zum nächsten Bil-Stichtag erfolgswirksam aufzulösen sind, während derivativ erworbene immaterielle WG (zB ein iRd Umwandlung aufgedeckter Firmenwert) über ihre Nutzungsdauer abzuschreiben sind. Der UmwSt-Erl stand damit im Einklang mit dem Schr des BMF v 24.06.2011 (BStBl I 2011, 627), das mit Schr des BMF v 30.11.2017 (BStBl I 2017, 1619 Rn 34) aufgehoben wurde. Ebenfalls hierzu s Meurer (BB 2011, 1714 und BB 2011, 1259, 1260). AA s Schlotter/Pinkernell (GmbHR 2011, 689, 695), s Künkele/Zwirner (DStR 2011, 1840) und s Höhn/Geberth (DB 2011, 1775 ). GlA s Siegel (FR 2011, 781). GlA hinsichtlich der immateriellen WG bei Umwandlungsvorgängen s Volckens/Gebert (IStR 2007, 764, 767). AA s Neu/Schiffers/Watermeyer (GmbHR 2011, 729, 731), s Rödder/Rogall (Ubg 2011, 753, 755), s IDW (Ubg 2011, 549, 558), s Bogenschütz (Ubg 2011, 393, 401) und s Pyszka/Jüngling (BB-Special 1.2011, 4, 6). Krit zu der Verw-Auff ebenfalls s Strahl (KÖSDI 2011, 17 506, 17 508).

Für stliche Übertragungsstichtage nach dem 28.11.2013 ist bei der Übernehmerin § 5 Abs 7 EStG zu beachten. Der Wortlaut der Norm ist uE auch in Umwandlungsfällen einschlägig (s § 3 UmwStG Tz 41). GlA s Bohnhardt (in H/M, 4. Aufl, § 4 UmwStG Rn 98), s Weber-Grellet (DB 2918, 661) und s Melan/Wecke (Ubg 2017, 253). AA s Schmitt (in S/H/S, 7. Aufl, § 4 UmwStG Rn 12a) und s Schnitter (in F/D, § 3 UmwStG Rn 88). Nach § 5 Abs 7 S 1 EStG sind die bei der Überträgerin zum stlichen Übertragungsstichtag entgegen den Ansatzverboten, -beschränkungen oder Bewertungsvorbehalten angesetzten Verpflichtungen (s § 3 UmwStG Tz 40) zum darauffolgenden Bil-Stichtag bei der Übernehmerin wieder erfolgswirksam aufzulösen. Nach § 5 Abs 7 S 5 EStG kann die Übernehmerin für den sich ergebenden Ertrag eine gewinnmindernde Rücklage iHv 14/15 bilden, der in den folgenden 14 Wj mit mind jeweils 1/14 gewinnerhöhend aufzulösen ist (s § 3 UmwStG Tz 41). Entfällt die Verpflichtung vor Ablauf des maßgebenden Auflösungszeitraums, ist die insoweit verbleibende Rücklage nach § 5 Abs 7 S 6 EStG in voller Höhe aufzulösen. Wegen der Auswirkung des § 4f EStG§ 3 UmwStG Tz 40 ff. Wegen eines Bsp s § 11 UmwStG Tz 34. Das Schr des BMF v 30.11.2017 (BStBl I 2017, 1619) enthält aufgrund des noch bestehenden Erörterungsbedarfs keine Aussage zur Anwendung des § 5 Abs 7 EStG bei Umwandlungen.

Für stliche Übertragungsstichtage vor dem 29.11.2013 ist die Rspr des BFH zur Ertrag-St-Neutralität von Anschaffungsvorgängen zu beachten (s Urt des BFH v 14.12.2011, BStBl II 2017, 1226 und v 12.12.2012, BStBl II 2017, 1232 sowie BStBl II 2017, 1265). Die oa Rspr zu Schuldübernahmen ist zu beachten (s Schr des BMF v 30.11.2017, BStBl I 2017, 1619 Rn 16). Aus den vorstehenden Gründen ist uE auch die Rn 04.16 des UmwSt-Erl 2011 nicht mehr anzuwenden. Dh, die in der stlichen Schluss-Bil der Überträgerin angesetzten ungewissen Verbindlichkeiten (s § 3 UmwStG Tz 39) sind von der Übernehmerin fortzuführen und nach allgemeinen Grundsätzen aufzulösen. Ebenso s Stimpel (GmbHR 2012, 123, 127), s Schell/Krohn (DB 2012, 1057, 1059), s Kutt/Carstens (in FGS/BDI, UmwSt-Erl 2011, 170), s Blaas/Sommer (in Schneider/Ruoff/Sistermann, UmwSt-Erl 2011 Rn 4.43), s Demuth (KÖSDI 2012, 17 784, 17 786), s Bünning (BB 2012, 243, 245), s Schmitt (in S/H/S, 7. Aufl, § 4 UmwStG Rn 12c), s Schnitter (in F/D, § 4 UmwStG Rn 26), s Kröner/Momen (DB 2012, 71, 74) und s Riedel (FR 2012, 1109, 1111). Wegen eines Bsp s § 11 UmwStG Tz 34. Van Lishaut (in R/H/vL, 2. Aufl, § 4 UmwStG Rn 51) geht hingegen davon aus, dass eine Fortführung der ungewissen Verbindlichkeiten durch den Grundsatz der Ertrag-St-Neutralität von Anschaffungsvorgä...

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