Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 5.1 Gewinnermittlung eigener Art
 

Tz. 63

Stand: EL 93 – ET: 06/2018

Für Zwecke der Berechnung des Gewinns aus der Veräußerung einbringungsgeborener Anteile enthält § 21 UmwStG eine eigene Ermittlungsvorschrift (s § 21 Abs 1 S 1 UmwStG). Diese spezielle Gewinnermittlung geht den allgemeinen Eink- oder Gewinnermittlungsvorschriften für den Gewinn aus der Veräußerung von Anteilen an Kap-Ges vor; dh insbes

Die Gewinnermittlungsvorschrift des § 21 Abs 1 S 1 UmwStG bestimmt eine stichtagsbezogene Ermittlung des VG (dh Vermögensmehrungen werden nicht für jedes Wj, sondern nur zum Ende der Besitzzeit ermittelt) nach den Grundsätzen des BV-Vergleichs (s Tz 66). Damit ist die Gewinnermittlung gem § 21 Abs 1 S 1 UmwStG der Gewinnermittlungsvorschrift des § 16 Abs 2 EStG (und hieraus abgeleitet auch § 17 Abs 2 EStG) nachgebildet. Hier zeigt sich auch die Grundsystematik der §§ 20ff UmwStG, nach der die einbringungsgeborenen Anteile an die Stelle des bei Einbringung an die aufnehmende Kap-Ges "veräußerten" (Teil-)Betriebs oder MU-Anteils treten (s Vor §§ 20–23 UmwStG [vor SEStEG] Tz 6 ff). Es gelten somit bei Veräußerung der einbringungsgeborenen Anteile – quasi als Besteuerungsersatz für den Betrieb etc – dieselben Grundsätze der Gewinnermittlung wie bei der Betriebsveräußerung iSd § 16 EStG.

Zur Bestimmung der Gewinnermittlungsgrundsätze und zu Zweifelsfragen bei der Ausle gung zu § 21 Abs 1 S 1 UmwStG kann die Rspr zu den §§ 16 Abs 2 und 17 Abs 2 EStG heran gezogen werden, soweit sich diese wegen der Vergleichbarkeit der Gewinnermitt lungsvor schriften auf gemeinsame Grundsätze bezieht (ebenso s Urt des FG München v 30.09.1997, rkr, EFG 1998, 216). Dies gilt jedoch nicht für die Bestimmung der AK der einbringungsgeborenen Anteile im Zeitpunkt der Anschaffung (anders bei nachträglichen AK, s Tz 79). Entgegen den allgemeinen Grundsätzen werden hier die AK durch den Wert nach § 20 Abs 4 UmwStG bestimmt. Der Veräußerungspreis ermittelt sich in den Fällen Ersatzrealisationstatbestände des § 21 Abs 2 S 1 UmwStG nach § 21 Abs 2 S 2 UmwStG (s Tz 183 ff).

 

Tz. 64

Stand: EL 93 – ET: 06/2018

Zur Ermittlung des Gewinns aus einbringungsgeborenen Anteile ohne Veräußerung im Fall der Ersatzrealisationstatbestände des § 21 Abs 2 S 1 UmwStG, s Tz 181 ff.

 

Tz. 65

Stand: EL 93 – ET: 06/2018

Der Gewinn nach § 21 Abs 1 S 1 UmwStG ist auf den Zeitpunkt der Veräußerung der einbringungsgeborenen Anteile bzw der Erfüllung der Ersatztatbestände des § 21 Abs 2 S 1 UmwStG zu berechnen. Dies ist bei

 

Tz. 66

Stand: EL 93 – ET: 06/2018

Der VG errechnet sich nach der Systematik des § 21 Abs 1 S 1 UmwStG nach den Grundsätzen der Gewinnermittlungsvorschriften der §§ 4 Abs 1, 5 EStG (ebenso s H/H/R, Vor §§ 4–7 EStG Rn 8). Maßgebend für die Realisierung ist der Zeitpunkt, zu dem bei einer Gewinnermittlung durch Vermögensvergleich gem §§ 4 Abs 1, 5 EStG nach hr-lichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ein Gewinn oder Verlust verwirklicht wäre (s Urt des BFH v 07.03.1995, BStBl II 1995, 693 unter II. 2. c bb) mwNachw zur vergleichbaren Problematik bei § 17 EStG). Daher gilt für die Gewinnermittlung nach § 21 Abs 1 S 1 UmwStG nicht das Zuflussprinzip des § 11 EStG, sondern eine Stichtagsbewertung auf den Zeitpunkt der Entstehung des Gewinns oder Verlustes. Dies gilt ungeachtet d...

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