Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 4.2.2.3 Bezüge des Gesellschafters nach § 20 Abs 1 Nr 1 S 2 EStG
 

Tz. 365

Stand: EL 88 – ET: 01/2017

Beim Gesellschafter ist die vGA nach den für ihn geltenden stlichen Grundsätzen zu erfassen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass dem Gesellschafter die StBefreiung gem § 3 Nr 40 Buchst d S 2 EStG (bzw gem § 8b Abs 1 S 2 KStG) nur gewährt wird, soweit die vGA das Einkommen der leistenden Kö nicht gemindert hat.

 

Beispiel:

Der Ges-GF einer Kap-Ges erhält seit dem VZ 01 ein Gehalt iHv 200 000 EUR jährlich; angemessen sind nur 120 000 EUR. Bis einschließlich VZ 02 hat bereits eine Bp stattgefunden, bei der die Höhe des Gehalts nicht beanstandet wurde. Die Veranlagungen der Jahre 01 und 02für die Kap-Ges sind bestandskräftig und nicht mehr änderbar. Gegen die ESt-Veranlagung des Ges-GF für den VZ 02 wurde Einspruch eingelegt, über den noch nicht entschieden ist.

Lösung:

Die fehlende Korrekturmöglichkeit auf der Ebene der Kap-Ges für die VZ 01 und 02 hindert nicht daran, bei der ESt-Veranlagung des Ges-GF iRd § 367 Abs 2 AO noch die zutr stlichen Folgerungen durch Ansatz einer vGA iSd § 20 Abs 1 Nr 1 S 2 EStG zu ziehen. Es findet zunächst iHv 80 000 EUR eine Umqualifizierung von den Eink aus nicht selbst Arbeit zu den Eink aus KapV statt. Die 40%ige StBefreiung wird jedoch gem § 3 Nr 40 Buchst d S 2 EStG nicht gewährt, weil die vGA das Einkommen der leistenden Kö gemindert hat.

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