Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 2.3.1 Allgemeines
 

Tz. 33

Stand: EL 94 – ET: 10/2018

Nach § 27 Abs 1 S 1 KStG hat der Ausweis der Einlagen im stlichen Einlagekonto zum Schluss jedes Wj zu erfolgen. Bei kj-gleichen Wj sind somit der Ermittlungs- und Feststellungsstichtag der 31.12., ansonsten der Schluss eines abw Wj. Enden in einem VZ zwei Wj, muss das Einlagekonto zum Schluss jedes der Wj ermittelt und festgestellt werden.

Das stliche Einlagekonto ist gem § 27 Abs 1 S 2 KStG ausgehend von dem Bestand am Ende des vorangegangenen Wj um die jeweiligen Zu- und Abgänge im Wj fortzuschreiben. Nach § 27 Abs 2 S 1 KStG ist sein Bestand zum Schluss jedes Wj gesondert festzustellen. Der Bestand des Einlagekontos ist auch zum Schluss solcher Wj gesondert festzustellen, in denen sich eine Bestandsveränderung nicht ergeben hat (s Tz 110).

Ausgangspunkt ist der gem § 39 Abs 1 KStG zum 31.12.2001 bzw zum Schluss des abw Wj 2001/2002 festgestellte (positive) Anfangsbestand des stlichen Einlagekontos, auf dem die zum Schluss der folgenden Wj erfolgenden Feststellungen des Einlagekontos aufbauen, wobei jeweils der Feststellungsbescheid des früheren Wj Grundlagenbescheid für den des folgenden Wj ist (s Tz 112ff). Eine Einlagenverwendung nach § 27 Abs 1 KStG kommt bei einem kj-gleichen Wj der ausschüttenden Kö erstmals bei in 2001 vorgenommenen Leistungen in Betracht (s Urt des BFH v 19.05.2010, BFH/NV 2010, 1886).

 

Tz. 33a

Stand: EL 94 – ET: 10/2018

Zugänge zum Einlagekonto, die im Ursprungsjahr nicht erfasst sind, können nicht in einem späteren Jahr nachgeholt werden, wenn der Feststellungsbescheid des Ursprungsjahrs nicht mehr änderbar ist (s rkr Urt des FG Ba-Wü v 04.02.2015, EFG 2015, 954; ebenso s FG HH, Urt v 10.11.2016–6 K 85/15 – juris, und s FG Sachsen, Urt v 05.07.2017–6 K 384/17 – juris). § 181 Abs 5 AO, der die Nachholung einer unterbliebenen Feststellung für Fälle regelt, in denen die gesonderte Feststellung für eine St-Festsetzung von Bedeutung ist, für die die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen ist, ist, weil § 181 Abs 5 AO selbst keine Änderungsvorschrift ist, nur anwendbar, wenn eine Änderungsnorm die Bescheidänderung ermöglicht. Nach § 181 Abs 5 AO nachholbar wäre die unterbliebene Feststellung des stlichen Einlagekontos jedoch, wenn bisher auf den betr Stichtag ein Feststellungsbescheid noch nicht ergangen ist, und zwar auch kein Nullbescheid.

Wenn die Nichterfassung einer Einlage auf einer offenbaren Unrichtigkeit beruht, ist die nachträgliche Berichtigung eines unrichtigen Feststellungsbescheids mit zu niedrig ausgewiesenem Einlagekonto gem § 129 AO möglich.

Zur Anwendbarkeit des § 129 AO auf einen Feststellungsbescheid iSd § 27 Abs 2 KStG sind inzwischen zahlreiche FG-Entscheidungen ergangen, allerdings noch kein BGH-Urteil (s jedoch NZB I B 129/17). Von den einundzwanzig nachstehend aufgelisteten FG-Urt betrafen siebzehn den sowohl von der Kap-Ges als auch vom FA nicht erkannten Zugang zum Einlagekonto aufgrund der Zuführung zu einer Kap-Rücklage. In zwei Verfahren ging es um Einbringungstatbestände. Die beiden anderen Urt betrafen den Forderungsverzicht durch einen Gesellschafter bzw. die Einzahlung eines Agio iRe Kap-Erhöhung.

Im Einzelnen:

  1. FG München v 27.04.2010–6 K 444/07 – juris
  2. FG Köln v 06.03.2012–13 K 1250/10, EFG 2014, 417
  3. FG Sachsen-Anhalt v 15.08.2012–3 K 325/08, EFG 2013, 996
  4. FG Nürnberg v 25.06.2013–1 K 1195/2 – juris
  5. FG Münster v 25.02.2014–9 K 840/12 K, EFG 2014, 1155
  6. FG Münster v 02.04.2014–9 K 2089 F
  7. FG Rh-Pfalz v 18.07.2014–1 K 1338/12, EFG 2014, 2081
  8. FG Rh-Pfalz v 11.02.2015 , DStR 2015, 1556
  9. FG München v 14.12.2015–7 K 1250/14 und 7 K 2772/14
  10. FG Ba-Wü v 04.02.2015–6 K 3095/14, EFG 2015, 954
  11. FG Köln v 07.04.2016–13 K 37/15, EFG 2016, 980
  12. FG München v 25.04.2016–7 K 2616/15
  13. FG Bln-BB v 13.10.2016–10 K 10 320/15, EFG 2017, 231
  14. FG Hamburg v 10.11.2016–6 K 85/15 – juris
  15. FG Bln-BB v 09.03.2017–10 K 10 319/15 – juris
  16. FG Sachsen v 05.07.2017–6 K 384/17 – juris
  17. FG Münster v 13.10.2017–13 K 3113 F, EFG 2018, 11
  18. FG Münster v 13.10.2017–13 K 1204/16 F, EFG 2018, 15; NZB I B 129/17
  19. FG Thüringen v 18.10.2017–3 K 127/17, EFG 2018, 903
  20. FG Münster v 08.11.2017–9 K 689/17 F, EFG 2018, 396
  21. FG München v 26.02.2018–7 K 3119/16, EFG 2018, 908
 

Tz. 33b

Stand: EL 94 – ET: 10/2018

Das FG Köln (s Urt des FG Köln v 06.03.2012, EFG 2014, 417, und v 07.04.2016, EFG 2016, 980; dazu auch s Binnewies, GmbH-StB 2013, 22 und GmbHR 2015, 1065, 1068; und s Ott, DStR 2014, 673, Stbg 2014, 310, StuB 2014, 776 und GmbH-StPr 2016, 321, 323) hat die Möglichkeit der Änderung des Feststellungsbescheids iSd § 27 Abs 2 KStG wegen offenbarer Unrichtigkeit gem § 129 AO in Fällen bejaht, in denen sich aus den mit der fehlerhaften Feststellungserklärung dem FA vorgelegten Unterlagen ergab, dass dem AE eine von dem festgestellten Betrag abweichende Rückzahlung einer Kap-Rücklage zugeflossen ist, die schlicht übersehen wurde.

Ebenso s Urt des FG Bln-BB v 13.10.2016 (EFG 2016, 231; dazu auch s Schmitz-Herscheidt, NWB 2017, 3196, 3200). Danach ist eine Bescheidberichtigung wegen offenbarer ...

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