Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 14.2.1 Vergleich der Unterschiedsbeträge auf der zweiten Stufe der Gewinnermittlung
 

Tz. 1706

Stand: EL 65 – ET: 03/2009

Bei dieser Methode wird als Vergleichsgröße I der Betrag auf der zweiten Stufe der Gewinnermittlung zugrunde gelegt, wie er sich ohne Rücksicht auf die Rechtsfolgen des § 8 Abs 3 S 2 KStG ergeben hat (= Unterschiedsbetrag zwischen dem BV am Schluss des Wj und dem BV am Schluss des vorangegangenen Wj, vermindert um gesellschaftlich veranlasste Einlagen). Dieser Vergleichsgröße ist der Gewinn zweiter Stufe gegenüber zu stellen, der sich bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters ergeben hätte (Vergleichs­betrag II); s Wassermeyer (GmbHR 2005, 149).

 

Beispiel:

 
31.12.07 BV = 300 000 EUR
Wj 08 gesellschaftlich veranlasster Aufwand an Gesellschafter (vGA) iHv 40 000 EUR
Wj 08 Ertrag aus Einbuchung eines Rückgewähranspruchs iHv 40 000 EUR
31.12.08 BV = 400 000 EUR
 
Lösung:
  mit vGA ohne vGA
BV am 31.12.08 400 000 EUR 400 000 EUR
Aufwand (vGA) ./.   40 000 EUR
Ertrag (verdeckte Einlage) +    40 000 EUR
./. BV am 31.12.07
./. 300 000 EUR – 300 000 EUR
Zwischensumme 100 000 EUR 100 000 EUR
./. (verdeckte) Einlagen
./.   40 000 EUR
Vergleichsgröße für Prüfung der Vermögensminderung bzw verhinderten Vermögensmehrung 60 000 EUR 100 000 EUR

Der gesellschaftlich veranlasste Aufwand bewirkt somit trotz des Ertrags aus der korrespondierenden Einbuchung eines Rückgewähranspruchs eine Vermögensminderung.

 

Tz. 1707

Stand: EL 65 – ET: 03/2009

Eine durch eine vGA verursachte Vermögensminderung bzw verhinderte Vermögensmehrung kann also nicht durch eine gesellschaftlich veranlasste Einlage ausgeglichen oder rückgängig gemacht werden.

 

Tz. 1708

Stand: EL 65 – ET: 03/2009

Diese Methode unterscheidet sich nicht wes von der geschäftsvorfallbezogenen Betrachtung (s Tz 1711), sie ist uE jedoch zu allgemein und kann zudem zu einem unbilligen Ergebnis führen, wenn die die vGA auslösende Handlung nicht gegenüber dem Gesellschafter erfolgt, sondern an eine nahe stehende Person des Gesellschafters, und zudem in einem anderen Wj als die erfolgswirksame Aktivierung eines Rückgewähranspruchs unmittelbar gegenüber der nahe stehenden Person; hierzu s Tz 1731ff.

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