Archiv Branchenbrief Heilberufe

Kurzbeschreibung

Die Mandanteninformation "Branchenbrief Heilberufe" fasst wesentliche Neuerungen im Steuer- und Wirtschaftsrecht speziell für diese Mandantengruppe zusammen.

Vorbemerkung

Die Weitergabe der Mandanteninformationen, z. B. per E-Mail oder als Brief, an Ihre Mandanten ist zulässig, die Weitergabe an Dritte außerhalb Ihrer Mandantschaft ist hingegen nicht zulässig. Ebenso zulässig ist die Veröffentlichung, z. B. als HTML-Dokument oder als PDF-Datei, im geschützten Bereich des Internetauftritts Ihrer Kanzlei. Aus urheberrechtlichen Gründen ist eine Veröffentlichung z. B. in sozialen Netzwerken oder auf Internet-Homepages im öffentlich zugänglichen Bereich nicht gestattet. Hier können Sie aber unsere RSS-Feeds kostenlos mit Überschrift, Vorspann und Link auf den Originaltext integrieren.

Branchenbrief Heilberufe (Juli 2019)

[Anrede]

Sehr geehrte Damen und Herren,

[Einführung – Standard]

der Ihnen nun vorliegende Branchenbrief möchte Sie über wesentliche, vollzogene oder geplante Änderungen im Steuer- und Wirtschaftsrecht der letzten Monate informieren und Ihnen Anlass bieten, auch bestehende Sachverhalte zu überprüfen. Bitte lesen Sie im Einzelnen:

Inhalt

1. Heimkosten: Haushaltsersparnis ist für jeden Ehegatten anzusetzen
2. Muss unter der Rechnungsanschrift eine wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt werden?
3. Beihilfe muss nicht für ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament zahlen
4. Genehmigung der Krankenkasse gilt nach Fristablauf als erteilt
5. Gibt es nach einem Betriebsübergang einen Anspruch auf Wiedereinstellung nach Kündigung?
6. Verzug bei Entgeltzahlung: Arbeitgebern droht pauschaler Schadensersatz
7. Ein Arbeitsunfall kann auch beim Sonntagsspaziergang passieren
8. Nachtarbeitszuschläge müssen anhand des Mindestlohns berechnet werden
9. Zuschuss zur privaten Zusatzversicherung: Barlohn oder Sachbezug?
10. Geschäftsaufgabe: Trotz Elternzeit kann eine Kündigung zulässig sein
11. Künstliche Befruchtung: Wann sind die Kosten als außergewöhnliche Belastungen abziehbar?
12. Haushaltsnahe Dienstleistungen auch im Pflegeheim möglich?
13. Dienst im Katastrophenschutz verlängert nicht den Anspruch auf Kindergeld
14. Zusatzkrankenversicherung: Zuschüsse des Arbeitgebers sind Sachbezüge
15. Gibt es den Pflegefreibetrag auch bei gesetzlicher Unterhaltspflicht?
16. Arzt in Weiterbildung: Befristung des Arbeitsvertrags nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich
17. Behinderten-Pauschbetrag: Ist eine hälftige Übertragung bei der Einzelveranlagung von Ehegatten möglich?
18. Gesundheitsvorsorge: Sensibilisierungswoche ist nicht steuerfrei
19. Geschenke an Geschäftsfreunde: 35 EUR-Grenze gilt auch für die übernommene Steuer
20. Wann allgemeine Gesundheitsförderung für Arbeitnehmer steuerfrei ist
21. Gewerbesteuer: Keine Steuerbefreiung für ambulantes Dialysezentrum
22. Auf Chefarztbehandlung in der Reha besteht kein Anspruch
23. Pflegekosten: Wann die Haushaltsersparnis nicht abgezogen wird
24. Urlaubsentgelt: Zeiten der Rufbereitschaft sind mit zu berücksichtigen
25. Fahruntüchtigkeit: Für Dienstwagen muss kein geldwerter Vorteil versteuert werden
26. Ausländischer Firmenwagen: So wird der geldwerte Vorteil ermittelt
27. Zumutbare Belastung: Bundesfinanzhof ändert die Berechnung zugunsten der Steuerpflichtigen
28. Medizinische Seminare: Kosten der Teilnahme können außergewöhnliche Belastungen sein
29. Bereitschaftsdienst: Zuzahlungen für Sonn- und Feiertagsdienst sind nicht immer steuerfrei
30. Epilepsiehund: Aufwendungen sind vom Behinderten-Pauschbetrag abgedeckt
 
  1. Heimkosten: Haushaltsersparnis ist für jeden Ehegatten anzusetzen

    Wird ein Ehepaar in einem Alten- und Pflegeheim untergebracht und die bisherige Wohnung aufgelöst, muss von den als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähigen Heimkosten die Haushaltsersparnis abgezogen werden – und zwar für jeden Ehegatten.

    Hintergrund

    Die Eheleute waren im Streitjahr 2013 seit Mai wegen Krankheit und Pflegebedürftigkeit in einem Alten- und Pflegeheim in einem Doppelzimmer mit Vorraum und Dusche/WC untergebracht. Der Haushalt der Eheleute wurde am 4.7. aufgelöst. Für die Unterbringung, Verpflegung und Pflegeleistungen entstanden den Eheleuten Kosten von rund 28.000 EUR. Diese minderten sie um eine anteilige Haushaltsersparnis und machten den Restbetrag als außergewöhnliche Belastung geltend. Die Haushaltsersparnis setzten sie für 5 Monate (August bis Dezember) mit 5/12 des Unterhaltshöchstbetrags an. Das Finanzamt war dagegen der Auffassung, dass die Heimkosten um eine Haushaltsersparnis für beide Eheleute gekürzt werden muss. Außerdem berechnete es die Haushaltsersparnis taggenau.

    Das Finanzgericht wies die Klage der Eheleute ab. Denn seiner Ansicht nach ist ein zweifacher Abzug der Haushaltsersparnis geboten, da die ersparten Verpflegungs- und Unterbringungskosten bei gemeinsam in einem Heim untergebrachten Ehegatten höher sind als bei einer Einzelperson.

    Entscheidung

    Der Bundesfinanzhof wies die Revision des Ehepaars zurück. Krankheitskosten kommen nur insoweit als außergewöhnliche Bela...

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