Arbeitszimmer

Zusammenfassung

 
Begriff

Ein häusliches Arbeitszimmer ist im Wesentlichen ein Raum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder organisatorischer Arbeiten dient.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Die steuerliche Behandlung des häuslichen Arbeitszimmers wird in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG und § 9 Abs. 5 Satz 1 EStG geregelt.

Ausführliche aber leider vor dem Hintergrund der zahlreichen neueren BFH-Entscheidungen und der gesetzlichen Neuregelung ab 2020 nicht mehr unbedingt aktuelle Erläuterungen finden sich im BMF-Schreiben vom  6.10.2017 (BMF, Schreiben v. 6.10.2017, IV C 6 – S 2145/07/10002 : 19, BStBl 2017 I S. 1327).

1 Überblick

Nach der Regelung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG sind Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung dann als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten abziehbar, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet oder für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

 
Hinweis

Beschränkung der Höhe nach nicht in allen Fällen

Im letzteren Fall wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250 EUR pro Jahr begrenzt. Die Beschränkung der Höhe nach gilt jedoch nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet.

 

Neue Homeoffice-Pauschale

Mit dem am 18.12.2020 verabschiedeten Jahressteuergesetz 2020 wurde neu eine Homeoffice-Pauschale für die Jahre 2020 und 2021 eingeführt. Liegt kein häusliches Arbeitszimmer vor oder wird auf einen Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer verzichtet, kann der Steuerpflichtige nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 4 EStG für jeden Kalendertag, an dem er seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt, für seine gesamte betriebliche und berufliche Betätigung einen Betrag von 5 EUR abziehen, höchstens 600 EUR im Wirtschafts- oder Kalenderjahr. Somit ist die Pauschale für maximal 120 Tage zu bekommen. Die Homeoffice-Pauschale wird in die Werbungskostenpauschale eingerechnet und nicht zusätzlich gewährt. Die Regelung gilt zunächst nur für die Veranlagungszeiträume 2020 und 2021.

Im übrigen ist der angesprochene Höchstbetrag arbeitnehmer- und nicht dienstverhältnisbezogen. Dies ergibt sich aus dem Wortlaut der Neuregelung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 4 EStG, da dort die gesamte betriebliche und berufliche Betätigung genannt ist.

Eine Aufteilung der Pauschale auf mehrere Betätigungen kann somit vorzunehmen sein. Sofern 2 Arbeitnehmer den Raum nutzen, gibt es keine Einschränkung für den Fall, dass bei gemeinsam Nutzungsberechtigten einer Wohnung (auch) ein/e Andere/r Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer oder die Homeoffice-Pauschale geltend macht. Es findet keine Kürzung der Pauschale hinsichtlich des Umfangs der Arbeitszeit statt. Folglich erhalten auch Teilzeitbeschäftigte den vollen Betrag von 5 EUR je Kalendertag an maximal 120 Tagen.

Der insoweit eindeutige Wortlaut der Neuregelung, nachdem der Steuerpflichtige für jeden Kalendertag, an dem er seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt und keine außerhalb der häuslichen Wohnung belegene Betätigungsstätte aufsucht, stellt klar, dass die berufliche bzw. betriebliche Tätigkeit ausschließlich am jeweiligen Kalendertag im Homeoffice ausgeübt werden muss. Somit sind beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer, die vormittags an der Schule Präsenzunterricht gegeben haben und nachmittags das Homeoffice für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts nutzen, von der Pauschale ausgeschlossen. Dies gilt jedoch nicht, soweit während der Pandemie beispielsweise ausschließlich Fernunterricht stattgefunden hat.

2 Häusliches Arbeits­zimmer

Das Abzugsverbot gilt nur für Aufwendungen, die ein Arbeitszimmer betreffen. Ein Arbeitszimmer in diesem Sinne ist nach mittlerweile gefestigter Rechtsprechung ein Raum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder organisatorischer Arbeiten dient.

Eine Arbeitsecke, also nur ein Teil eines Raums, der für sich betrachtet somit keinen eigenständigen/abgeschlossenen Raum darstellt, ist nicht als Arbeitszimmer anzuerkennen. Auch wenn die Corona-Maßnahmen dazu geführt haben, dass viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aber ggf. auch selbstständig Tätige erheblich mehr von zu Hause aus arbeiten mussten bzw. müssen, wurde daran nichts geändert. Das bedeutet, dass nur diejenigen Steuerpflichtigen die Möglichkeit der steuerlichen Berücksichtigung des Aufwands bzgl. eines häuslichen Arbeitszimmers haben, in deren "Wohnsituation" ein Raum dieser Art zur Verfügung steht.[1]

Ein häuslicher Raum, ausgestattet mit Schreibtisch und anderen Möbeln, die sich für eine bürom...

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