Adoptionsrecht / 3.1.2 Gründe zur Untersagung einer Adoption

Die oben genannte Motivpalette zeigt, dass die Absicht eine Eltern-Kind-Beziehung herzustellen, nicht stets bei sämtlichen Beteiligten vorliegt. Deshalb haben die Gerichte eine Erwachsenenadoption untersagt

  • bei vorangegangenen sexuellen Beziehungen,
  • zur ausschließlich bezweckten Fortführung eines Adelsnamens,
  • bei einer hauptsächlich steuerlich motivierten Annahme,
  • bei Bestehen lediglich freundschaftlicher und verwandtschaftlicher Beziehungen
  • sowie beim Schutz vor einer drohenden Ausweisung.

Erforderlich ist auch bei der Volljährigenadoption ein angemessener Altersabstand zwischen Annehmendem und Anzunehmendem. Umstritten ist, ob die Adoption von Ehegatten möglich ist, obwohl diese dadurch Geschwister werden.

Der Annahme dürfen keine überwiegenden Interessen der Kinder der Beteiligten entgegenstehen (§ 1769 BGB). Eine Anhörung der betroffenen Kinder ist zwingend erforderlich. Vielfach wenden sich leibliche Kinder gegen die Hinzuadoption eines volljährigen Kindes, da ihr Erbrecht und damit auch ihre Pflichtteilsansprüche geschmälert werden. Anders als bei der Minderjährigenadoption können auch vermögensrechtliche Interessen der Kinder des Annehmenden oder Anzunehmenden der Volljährigenadoption entgegenstehen (§ 1769 BGB). Sie haben aber keinen Anspruch darauf, wirtschaftlich ihren status quo zu behalten. Vielmehr sind die widerstreitenden Interessen abzuwägren.

 

Wichtig

Die Vermögensinteressen vorhandener Kinder können einer Adoption nur dann entgegenstehen, wenn sie gegenüber den Interessen an der Annahme überwiegen. Allerdings sprechen Gerichte teilweise eine Adoption bei Vorhandensein leiblicher Kinder nur ausnahmsweise, z. B. bei einem Fehlverhalten der leiblichen Kinder, oder gar nicht aus.

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