Steuerermäßigung für energe... / 2 Höhe der Steuerermäßigung

2.1 Förderbeträge und Förderhöchstbetrag

Die energetischen Maßnahmen an einem in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum belegenen zu eigenen Wohnzwecken genutzten eigenen Gebäude (begünstigtes Objekt) werden nur im Jahr des Abschlusses der Sanierungsmaßnahme sowie im 1. und 2. folgenden Kalenderjahr durch Ermäßigung der tariflichen Einkommensteuer vermindert um die sonstigen Steuerermäßigungen wie folgt gefördert:

 
Förderjahr Fördersatz Förderhöchstbetrag
im Jahr des Abschlusses der energetischen Maßnahme 7 % 14.000 EUR
im darauffolgenden Kalenderjahr 7 % 14.000 EUR
im übernächsten Kalenderjahr 6 % 12.000 EUR

Die Steuerermäßigung mindert die um die sonstigen Steuerermäßigungen herabgesetzte tarifliche Einkommensteuer. D. h., die tarifliche Einkommensteuer wird zunächst um ggf. vorhandene andere Steuerermäßigungen vermindert und erst dann um die Steuerermäßigung nach § 35c EStG.

Wirkt sich die Steuerermäßigung nach § 35c EStG in einem Veranlagungszeitraum nicht oder nicht in vollem Umfang aus, geht sie insoweit verloren. Sie kann also nicht in einem anderen Veranlagungszeitraum nachgeholt werden. Vor- oder Rücktragsmöglichkeiten in andere Veranlagungszeiträume sieht § 35c EStG nicht vor.

2.2 Gesamtförderobergrenze

Die Förderung kann für mehrere Einzelmaßnahmen an einem begünstigten Objekt in Anspruch genommen werden. Für jedes begünstigte Objekt beträgt der Höchstbetrag der Steuerermäßigung 40.000 EUR.

 
Praxis-Beispiel

Förderung für mehrere Einzelmaßnahmen

Die Eheleute B haben im Jahr 2019 ein im Jahr 1964 hergestelltes Einfamilienhaus in Saarbrücken gemeinsam erworben. Im Jahr 2020 führen A und B nach § 35c EStG begünstigte energetische Maßnahmen durch. Die Aufwendungen hierfür betragen 100.000 EUR. Im Jahr 2022 werden weitere energetische Sanierungsmaßnahmen mit einem Auftragsvolumen von 40.000 EUR durchgeführt.

Den Eheleuten B steht für diese Maßnahmen folgende Steuerermäßigung nach § 35c EStG zu:

Veranlagungszeitraum 2020: eine Steuerermäßigung von 7 % x 100.000 EUR = 7.000 EUR

Veranlagungszeitraum 2021: eine Steuerermäßigung von 7 % x 100.000 EUR = 7.000 EUR

Veranlagungszeitraum 2022: eine Steuerermäßigung von 6 % x 100.000 EUR = 6.000 EUR und zusätzlich für die 2. energetische Maßnahme 7 % x 40.000 EUR = 2.800 EUR.

Veranlagungszeitraum 2023: eine Steuerermäßigung von 7 % x 40.000 EUR = 2.800 EUR

Veranlagungszeitraum 2024: eine Steuerermäßigung von 6 % x 40.000 EUR = 2.400 EUR.

Insgesamt erhalten die Eheleute B für ihr Einfamilienhaus Steuerermäßigungen i. H. v. 28.000 EUR in den Veranlagungszeiträumen 2020 bis 2024.

Für energetische Baumaßnahmen i. S. v. § 35c EStG können die Eheleute damit noch Steuerermäßigungen i. H. v. max. 12.000 EUR in Anspruch nehmen (was einem Auftragsvolumen von 60.000 EUR entspricht), wenn die entsprechenden Baumaßnahmen vor dem 1.1.2030 abgeschlossen werden.

2.3 Mehrere Eigentümer

Die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung nach § 35c EStG setzt kein Alleineigentum des Steuerpflichtigen voraus. Steht das Eigentum am begünstigten Objekt mehreren Personen zu, kann die Förderung energetischer Einzelmaßnahmen i. H. v. 40.000 EUR für das begünstigte Objekt insgesamt nur einmal in Anspruch genommen werden. Die der Steuerermäßigung nach § 35c Abs. 1 EStG zu Grunde liegenden Aufwendungen werden in den Fällen des Miteigentums nach § 180 AO einheitlich und gesondert festgestellt. Die für die gesonderte Feststellung von Einkünften nach § 180 Abs. 1 Nr. 2a AO geltenden Vorschriften sind entsprechend anzuwenden. Örtlich zuständig ist nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 AO das Finanzamt, in dessen Bezirk das Grundstück liegt.

Bei zusammen veranlagten Eheleuten, die beide Miteigentümer des Förderobjekts sind, ist eine gesonderte und einheitliche Feststellung nicht erforderlich.

 
Praxis-Beispiel

Steuerermäßigung bei mehreren Eigentümern

Steuerpflichtiger A und Steuerpflichtige B sind Lebensgefährten und haben im Jahr 2018 ein 40 Jahre altes Einfamilienhaus in Saarbrücken gemeinsam zu je ½ Miteigentumsanteil erworben. Im Jahr 2020 führen A und B nach § 35c EStG begünstigte energetische Maßnahmen i. H. v. 100.000 EUR durch. Die Kosten hierfür werden von beiden je zur Hälfte getragen.

Da das Einfamilienhaus von beiden zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird, steht beiden die Steuerermäßigung gemeinsam und zwar jeweils hälftig zu. Im Veranlagungszeitraum 2020 und 2021 können A und B für den von ihnen gemeinsam getragenen hälftigen Aufwand von 50.000 EUR jeweils 7 % von 50.000 EUR = 3.500 EUR und im Veranlagungszeitraum 2022 jeweils 6 % von 50.000 EUR = 3.000 EUR steuermindernd geltend machen, insgesamt damit jeder für sich 10.500 EUR. Damit verbleibt für weitere energetische Maßnahmen für das Einfamilienhaus noch ein Förderbetrag von 40.000 EUR ./. 10.500 EUR = 29.500 EUR, wenn entsprechende Maßnahmen vor dem 1.1.2030 abgeschlossen werden.

Der einzelne Miteigentümer kann die Steuerermäßigung allerdings nur in Anspruch nehmen, wenn er das Objekt selbst ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken nutzt.

 
Praxis-Beispiel

Miteigentum an einer Eigentumswohnung

Steuerpflichtiger A und Steuerpflichtiger B sind zu je ...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Steuer Office Basic. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Steuer Office Basic 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge