Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Zinsabschlagsteuer

Stand: EL 105 – ET: 12/2017

Mit dem Begriff "Zinsabschlagsteuer" wurde der ab dem Jahr 1989 eingeführte Kapitalertragsteuerabzug auf Zinsen bezeichnet. Während auf Dividendenbezüge bereits schon seit Jahrzehnten eine (anrechenbare) Kapitalertragsteuer einbehalten wurde, wurden Zinserträge bis 1988 ohne einen Kapitalertragsteuerabzug gutgeschrieben.

Im Rahmen der Zinsabschlagsteuer gab es eine Vielzahl unterschiedlicher Abzugssätze bei der Kapitalertragsteuer. So betrug der Steuerabzug (ab 1993) für Dividenden 20 %, für Zinsen 30 % und für Tafelgeschäfte 35 % jeweils zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag. Der Steuerabzug wurde von den jeweiligen Kreditinstituten vorgenommen und an das Finanzamt abgeführt. Es handelte sich bei dem Kapitalertragsteuerabzug um eine Quellenbesteuerung. Die einbehaltene Kapitalertragsteuer konnte von dem Empfänger im Rahmen ihrer Einkommensteuer-/Körperschaftsteuerveranlagung wie eine Vorauszahlung auf die festzusetzende Einkommen- oder Körperschaftsteuer angerechnet werden.

Im Rahmen des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 wurde ab 2009 die "Zinsabschlagsteuer" durch die sog. "Abgeltungsteuer" ersetzt. Auch bei der Abgeltungsteuer handelt es sich um einen Kapitalertragsteuerabzug auf Kapitaleinkünfte. Hier ist jedoch die Besonderheit, dass mit dem Kapitalertragsteuerabzug bei natürlichen Personen, die Einkommensteuer – bis auf wenige Ausnahmen – abgegolten wird. Eine Anrechnung der einbehaltenen Steuerabzugsbeträge auf die Einkommensteuer also nicht mehr möglich ist.

Wegen weiterer Einzelheiten wird auf die Stichworte "Abgeltungsteuer" und "Kapitalertragsteuer" verwiesen.

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