Reuber, Die Besteuerung der... / II. Beispielsfälle zur steuerfreien Aufwandsentschädigung
 

Tz. 54

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

 

Beispiel 1:

X ist ledig. Er erzielt im Hauptberuf Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und übt eine selbständige nebenberufliche Tätigkeit als Trainer aus. Für 07 hat er vom Verein Y eine pauschale Aufwandsentschädigung i. H. v. 1 000 EUR erhalten.

Ergebnis 1:

 
Einnahmen aus nebenberuflicher Tätigkeit 1 000 EUR
./. steuerfreier Betrag nach § 3 Nr. 26 EStG (s. Anhang 10) 1 000 EUR
Steuerliche Auswirkung/Nebeneinkünfte    0 EUR

Die Nebeneinkünfte übersteigen nicht den Freibetrag i. H. v. 2 400 EUR und bleiben somit in vollem Umfang steuerfrei.

 

Tz. 55

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

 

Beispiel 2:

Trainer Z ist verheiratet. Im Hauptberuf erzielt er Einkünfte aus Gewerbebetrieb (60 000 EUR Gewinn aus Gewerbebetrieb). Er übt eine selbständige nebenberufliche Tätigkeit als Übungsleiter beim Verein A aus.

Für 07 hat er eine pauschale Aufwandsentschädigung i. H. v. 2 399 EUR erhalten.

Ergebnis 2:

 
Einnahmen aus nebenberuflicher Tätigkeit 2 399 EUR
./. steuerfreier Betrag nach § 3 Nr. 26 EStG (s. Anhang 10) 2 399 EUR
Steuerliche Auswirkung/Nebeneinkünfte    0 EUR

Der Freibetrag i. H. v. 2 400 EUR nach § 3 Nr. 26 EStG n. F. (Anhang 1b) wurde bis auf 1 EUR in vollem Umfang von dem Trainer Z ausgeschöpft.

 

Tz. 56

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

 

Beispiel 3:

Das Einkommen des ledigen U aus nichtselbständiger Tätigkeit beträgt 20 000 EUR. Er übt eine selbständige nebenberufliche Tätigkeit als Skilehrer beim Verein "Ski heil" aus. Im Jahre 07 hat U eine pauschale Aufwandsentschädigung von monatlich 225 EUR erhalten. Seine Betriebsausgaben laut Einzelnachweis (Reisekosten, Fahrtkosten etc.) betragen 1 000 EUR. Alle Aufwendungen sind abzugsfähig.

Ergebnis 3:

 
Einnahmen 12 × 225 EUR 2 700 EUR

./. Betriebsausgaben (1 000 EUR).

Da diese nicht höher als der Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG (Anhang 10) sind, kann der Freibetrag in voller Höhe zum Abzug gelangen
2 400 EUR
Steuerlich wirken sich aus    300 EUR

Da die Betriebsausgaben unter 2 400 EUR (hier: 1 000 EUR) betragen, kommt der Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG (Anhang 10) in voller Höhe zum Ansatz. Die Nebeneinkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit, von denen kein Steuerabzug vorgenommen wurde, betragen weniger als 410 EUR. Eine Veranlagung zur Einkommensteuer nach § 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG kommt nicht in Betracht.

 

Tz. 57

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

 

Beispiel 4:

Übungsleiter B übt beim Verein "Gut Ziel" eine selbständige nebenberufliche Tätigkeit aus. Der Verein hat im Jahre 01 insgesamt 3 300 EUR Honorare an B ausgezahlt. B weist Reisekosten etc. i. H. v. 2 900 EUR per Einzelbelegen nach. Im Hauptberuf ist er Arbeitnehmer und erzielt nur geringe Einkünfte.

Ergebnis 4:

 
Einnahmen 3 300 EUR
./. Betriebsausgaben lt. Nachweis 2 900 EUR
verbleibende Nebeneinkünfte    400 EUR

Die Betriebsausgaben sind größer als der Freibetrag von 2 400 EUR (bis zum Veranlagungszeitraum 2012: 2 100 EUR) nach § 3 Nr. 26 EStG (Anhang 10). Der Nachweis der Kosten erfolgte auch per Einzelbelege. Ein Abzug als Betriebsausgaben kommt somit in Betracht. Da aber die Nebeneinkünfte, von denen kein Steuerabzug vorgenommen wurde, nicht mehr als 410 EUR betragen, ist keine Veranlagung zur Einkommensteuer vorzunehmen (s. § 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG, Anhang 10).

 

Tz. 58

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

 

Beispiel 5:

A erhält eine Vergütung für seine Tätigkeit als Vereins-/Verbandsvorsitzender und als Trainer für eine Jugendmannschaft. Die Tätigkeit wird nebenberuflich und selbständig ausgeübt.

Ergebnis 5:

Damit A den Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG (Anhang 10) erhalten kann, sind zwei getrennte Honorarverträge erforderlich, weil § 3 Nr. 26 EStG (Anhang 10) bei einer so genannten gemischten Tätigkeit nur auf den Teilbetrag gewährt werden kann, der auf die Tätigkeit als Jugendtrainer entfällt. Dies gilt auch dann, wenn die Tätigkeit in einem Dienstverhältnis (Arbeitnehmereigenschaft soll gegeben sein) ausgeübt wird (s. R 3.26 Abs. 7 LStR).

 

Tz. 59

Stand: EL 111 – ET: 04/2019

 

Beispiel 6:

B ist nebenberuflich als Übungsleiter tätig. Die wöchentliche Durchschnitts-Arbeitszeit beträgt mehr als 6 Std. Für seine Tätigkeit erhält er monatlich 400 EUR. B ist im Hauptberuf selbständig tätig.

Ergebnis 6:

Der Verband/Verein sollte mit B einen schriftlichen Arbeitsvertrag abschließen, weil die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit mehr als 6 Std. beträgt. B sollte dem Verein/Verband eine Lohnsteuerkarte mit Steuerklassen (I, III oder IV) vorlegen.

Von den 4 800 EUR bleiben bei Vorlage einer Lohnsteuerkarte steuerfrei

 
2 400 EUR
1 000 EUR
Summe 3 400 EUR
  • 1 400 EUR wären nach der entsprechenden Steuerklasse zu versteuern. Die Steuer ist aus der jeweiligen Steuerklasse von einem Betrag von 2 400 EUR abzulesen, weil der Arbeitnehmer-Pauschbetrag i. H. v. 1 000 EUR (§ 9a Nr. 1 Buchst. a EStG, Anhang 10) bereits in die Lohnsteuertabellen eingearbeitet wurde.
  • Würde B als Übungsleiter außerdem eine weitere freiberufliche Tätigkeit ausüben, müsste er die Einnahmen selbst versteue...

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