Reuber, Die Besteuerung der... / 2. Ergebnis
 

Rz. 106a

Stand: EL 105 – ET: 12/2017

Die Gewinne (Überschüsse) aus den einzelnen Tätigkeitsbereichen sind wegen den Anforderungen, die der Gesetzgeber an die tatsächliche Geschäftsführung stellt (s. § 63 Abs. 3 AO, Anhang 1b), getrennt zu ermitteln.

2.1 Gewinnermittlung für den ideellen Tätigkeitsbereich

 

Rz. 106b

Stand: EL 105 – ET: 12/2017

Im ideellen Bereich werden durch den Sportverein keine steuerbaren und steuerpflichtigen Einkünfte aus den dort ermittelten Ergebnissen erzielt. Einer der sieben Einkunftsarten können diese Ergebnisse nicht zugeordnet werden.

 
Einnahmen 6 200 EUR
./. Ausgaben  5 950 EUR
Überschuss     250 EUR

2.2 Gewinnermittlung für den steuerunschädlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (Zweckbetrieb "Sport")

 

Rz. 106c

Stand: EL 105 – ET: 12/2017

Hierunter fallen sportliche Veranstaltungen mit unbezahlten Sportlern. Die sportlichen Veranstaltungen i. S. v. § 67a Abs. 3 AO (Anhang 1b) sind immer als Zweckbetrieb zu behandeln, wenn die dort genannten Voraussetzungen erfüllt sind, d. h., wenn keine bezahlten Sportler an den Veranstaltungen teilgenommen haben. Die Gewinne sind somit steuerbegünstigt. Auf die Höhe des Gewinns (Überschusses), der erzielt wird, stellt der Gesetzgeber nicht mehr ab.

Es können nur die mit der/den "sportlichen Veranstaltung/en" unmittelbar im Zusammenhang stehenden Ausgaben bei der Gewinn-(Überschuss-)ermittlung berücksichtigt werden.

Der Abzug von Ausgaben, die den ideellen (satzungsmäßigen) Tätigkeitsbereich betreffen, ist nicht zulässig.

 
Einnahmen 13 000 EUR
./. Ausgaben  5 700 EUR
Gewinn (Überschuss)  7 300 EUR

Ertragsteuerpflicht entsteht nicht, weil die Zweckbetriebsfreigrenze – Bruttoeinnahmen – nicht über 45 000 EUR nicht überschritten ist und somit der erzielte Gewinn nicht der Besteuerung zu unterwerfen ist.

2.3 Gewinnermittlung für den steuerschädlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb

2.3.1 Vereinsgaststätte

 

Rz. 106d

Stand: EL 105 – ET: 12/2017

Eine getrennte Gewinnermittlung für die Vereinsgaststätte ist erforderlich, weil für diesen steuerschädlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb partielle Steuerpflicht (Teilsteuerpflicht) gegeben ist. D.h., beim Überschreiten der Freibeträge bzw. -grenzen (Besteuerungsfreigrenze von 35 000 EUR; s. § 64 Abs. 3 AO, Anhang 1b) kann Ertragsteuerpflicht (Körperschaft- und Gewerbesteuerpflicht) in Betracht kommen. Umsätze sind ggf. mit dem Regelsteuersatz von derzeit 19 % (s. § 12 Abs. 1 UStG, Anhang 5) zu versteuern, soweit keine Steuerbefreiungsvorschrift nach § 4 UStG (Anhang 5) in Betracht kommt.

 
Einnahmen 30 000 EUR
./. Ausgaben  26 700 EUR
Gewinn (Überschuss)   3 300 EUR

Hinweis:

Vorsteuerbeträge können in den Tätigkeitsbereichen Zweckbetriebe und steuerschädliche wirtschaftliche Geschäftsbetriebe zum Abzug gelangen, wenn die persönlichen und sachlichen Voraussetzungen erfüllt sind (s. § 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG, Anhang 5).

2.3.2 Sportliche Veranstaltungen mit bezahlten Sportlern

 

Rz. 106e

Stand: EL 105 – ET: 12/2017

Gewinne (Überschüsse) aus "sportlichen Veranstaltungen", an denen bezahlte Sportler teilgenommen haben, sind bei ausgeübten Optionsrecht ebenfalls getrennt zu ermitteln, weil es sich um einen steuerschädlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb i. S. v. § 14 AO (Anhang 1b) handelt und die Voraussetzungen des § 67a Abs. 3 AO (Anhang 1b) nicht mehr erfüllt sind. Gegenüberzustellen sind alle Einnahmen und Ausgaben, die anlässlich der "sportlichen Veranstaltungen" mit bezahlten Sportlern angefallen sind:

 
Einnahmen 7 100 EUR
./. Ausgaben  7 700 EUR
Verlust ./. 600 EUR

Es sind Besteuerungsgrundlagen festzustellen, weil die Bruttoeinnahmen nach Saldierung der Einnahmen aus den beiden wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben 37 100 EUR betragen und somit die Besteuerungsfreigrenze von 35 000 EUR überschreiten (s. § 64 Abs. 3 AO, Anhang 1b).

Körperschaft- und Gewerbesteuer ist nicht festzusetzen, weil aus ertragsteuerlichen Gründen das Ergebnis aus allen steuerschädlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben zu saldieren ist (Saldierungsgebot). S. AEAO zu § 64 Abs. 2 AO TZ 14, Anhang 2. Das saldierte Ergebnis beträgt + 2 700 EUR Gewinn.

Der Freibetrag bei der Körperschaft- und Gewerbesteuer beträgt einheitlich 5 000 EUR und wird hier nicht überschritten.

Da das Gesamtergebnis aus allen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben (hier: aus Vereinsgaststätte und sportlichen Veranstaltungen mit bezahlten Sportlern) positiv ist, kann für das Jahr 01 die Steuerbegünstigung wegen Gemeinnützigkeit für den Sportverein durch die zuständige Finanzbehörde anerkannt werden. Im Übrigen wurde der Nachweis der tatsächlichen Geschäftsführung durch die ordnungsgemäße Aufzeichnung der Einnahmen und Ausgaben erfüllt (s. § 63 Abs. 3 AO, Anhang 1b).

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Reuber, Die Besteuerung der Vereine. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Reuber, Die Besteuerung der Vereine 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge