Reuber, Die Besteuerung der Vereine, Sponsoring

I. Begriff des Sponsoring

 

Rz. 1

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Zum Begriff und zur ertragsteuerlichen Behandlung aus Sicht der Finanzverwaltung siehe den Sponsoringerlass, BMF vom 18.02.1998, BStBl I 1998, 212. Sponsoring ist gegeben, wenn Unternehmen zur Förderung von Personen, Gruppen und/oder Organisationen in sportlichen, kulturellen, kirchlichen, wissenschaftlichen, ökologischen, sozialen, oder ähnlich bedeutsamen gesellschaftspolitischen Bereichen Geld oder geldwerte Vorteile zur Verfügung stellen, um dabei auch unternehmenseigene Ziele (Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit) zu verfolgen.

 

Beispiele:

  1. Ein Unternehmen sponsort ein Handballturnier mit einem Geldbetrag gegen Aufdruck seines Unternehmenslogos auf der Eintrittskarte.
  2. Ein Unternehmen sponsort eine Kunstausstellung durch eine Anzeige im Ausstellungskatalog.

In Abgrenzung zur Spende erfolgt Sponsoring auch zur Verfolgung eigener unternehmensbezogener Ziele (Werbeleistung des Gesponsorten). Die Leistungen des Sponsors beruhen auf einem Sponsoringvertrag zwischen dem Sponsor (Unternehmen) und dem Gesponsorten (steuerbegünstigte Körperschaft). Im (schriftlichen oder konkludent abgeschlossenen) Sponsoringvertrag werden Art und Umfang der Werbeleistung des Gesponsorten für den Sponsor sowie die Rechte und Pflichten des Sponsors geregelt (s. AEAO zu § 64 Abs. 1 AO TZ 7, Anhang 2).

 

Rz. 2

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

In der Praxis können Formen des Sponsoring unterschieden werden:

  1. Sportsponsoring

    Förderung im sportlichen Bereich (z. B. Werbung an Banden, auf Sportflächen, auf dem Umfeld von Spielfeldern, auf der Sportbekleidung, im Veranstaltungsheft, Programmheften, auf Eintrittskarten, Plakaten, in Katalogen, auf Freiballonen etc.);

  2. Kultursponsoring

    Förderung im kulturellen Bereich (z. B. Sponsoring von Kunstausstellungen in Kunstkatalogen);

  3. Sozio-Sponsoring

    Förderung im sozialen Bereich durch das Tätigwerden im Interesse der Allgemeinheit (z. B. ein Unternehmen beschließt, einen Krebs-Hilfe-Verein zu sponsern, indem sich der Sponsor vertraglich verpflichtet, durch Zahlung eines Betrages bestimmte Projekte zu fördern);

  4. Öko-Sponsoring

    Förderung im ökologischen Bereich (z. B. Werbung in Zeitschriften des Naturschutzbundes).

Hierzu auch s. AEAO zu § 64 Abs. 1 AO TZ 7, Anhang 2. Sponsoring ist auch im kirchlichen, wissenschaftlichen oder anderen gesellschaftlichen Bereichen denkbar.

 

Rz. 3

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Die Ziele der vorstehend genannten Sponsoringformen können aus Sicht des Sponsors wie folgt aussehen:

  • Konkrete Produktwerbung,
  • Gewinnung neuer Kundenkontakte,
  • Erhöhung der Mitarbeitermotivation,
  • Imagepflege und Imageverbesserung,
  • Steigerung des Bekanntheitsgrads.

Der Sponsor handelt als Unternehmer und will mit der Zuwendung zumindest auch eigene wirtschaftliche Interessen verfolgen (s. Weiand, DB 1998, 345).

II. Steuerliche Behandlung beim Sponsor

1. Allgemeines

 

Rz. 4

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Die beim "Sponsoring" erfolgten Aufwendungen können beim Zuwendenden

sein.

Beachte!

Beim steuerlichen Betriebsausgabenabzug kommt es ggf. zu einer abzugsbeschränkenden Aufteilung. Findet die Sponsoringmaßnahme in einem Zusammenhang statt, den das Gesetz in § 4 Abs. 5 Nr. 4 EStG (Anhang 10) dem privaten Luxus zuordnet (wie ggf. Jagd, Fischerei oder Segel- oder Motoryachten), werden Sponsoringausgaben nur bei konkret belegbarer betrieblicher Veranlassung zum Abzug zugelassen.

2. Aufwendungen des Sponsors

2.1 Aufwendungen als Betriebsausgaben

 

Rz. 5

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Nach § 4 Abs. 4 EStG (Anhang 10) sind Betriebsausgaben Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Aufwendungen des Sponsors sind Betriebsausgaben, wenn

  • der Sponsor wirtschaftliche Vorteile, beispielsweise die Sicherung seines unternehmerischen Ansehens erstrebt. S. hierzu auch Hess. FG vom 23.11.1998, EFG 1999, 496 und Krome, DB 1999, 2030; oder
  • der Sponsor für seine Produkte wirbt (z. B. auf Plakaten, Veranstaltungshinweisen, Programmheften, in Ausstellungskatalogen, auf Fahrzeugen oder der Sportlerbekleidung);
  • der Sponsor gemäß Vereinbarung mit dem unterstützten Verein öffentlichkeitswirksam auf sein Förderung aufmerksam macht;
  • VIP-Logen zu konkreten Verhandlungszwecken, nicht bloß zur allgemeinen Pflege von Geschäftskontakten, angemietet werden (s. hierzu FG Bremen vom 07.03.2000, EFG 2000, 724 rkr.), siehe hierzu nachfolgend Tz. 8.

Für die Anerkennung der Leistungen des Sponsors als Betriebsausgaben müssen diese weder notwendig, üblich oder zweckmäßig sein. Es ist auch nicht erforderlich, dass die Geld- oder Sachleistungen des Sponsors und die erstrebten Werbeziele für das Unternehmen gleichwertig sind (s. BFH vom...

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