Reuber, Die Besteuerung der... / 5.2 Zuwendungen bis zu 200 EUR
 

Tz. 106

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

Für Zuwendungen bis 200 EUR ist ein vereinfachter Zuwendungsnachweis zulässig, wenn

  • der Empfänger eine inländische juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine inländische öffentliche Dienststelle ist oder
  • der Empfänger eine Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse i. S. d. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG (Anhang 3) ist, wenn der steuerbegünstigte Zweck, für den die Zuwendung/Spende verwendet wird, und die Angaben über die Freistellung des Empfängers von der Körperschaftsteuer auf einen von ihm hergestellten Beleg aufgedruckt sind und darauf angegeben ist, ob es sich bei der Zuwendung/Spende um eine Zuwendung/Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt oder
  • der Empfänger eine politische Partei i. S. d. § 2 ParteiG ist und bei Zuwendungen/Spenden der Verwendungszweck auf dem vom Empfänger hergestellten Beleg aufgedruckt ist.
 

Tz. 107

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

Für Zuwendungen an ausländische juristische Personen des öffentlichen Rechts oder ausländische (nicht beschränkt steuerpflichtige) Körperschaften, Personenvereinigungen oder Vermögensmassen ist der vereinfachte Zuwendungsnachweis für Beträge bis 200 EUR nicht zulässig.

 

Tz. 108

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

Bei Zuwendungen/Spenden bis zu 200 EUR reicht die Vorlage des Bareinzahlungsbelegs oder der Buchungsbestätigung des Kreditinstituts, wenn daraus der Name des Spenders und der Name des begünstigten Empfängers, der Betrag, der Buchungstag sowie die tatsächliche Durchführung der Zahlung hervorgeht.

Soweit der Empfänger keine inländische juristische Person des öffentlichen Rechts ist, sondern eine inländische steuerbegünstigte Körperschaft i. S. d. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG (Anhang 3), muss noch zusätzlich der vom Zuwendungs-/Spendenempfänger selbst hergestellte Beleg beigefügt werden, aus dem die Angaben über die Freistellung sowie die Mitteilung, ob es sich bei der Zuwendung um eine Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt, beigefügt werden.

 

Tz. 109

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

Beim Online-Banking genügt zum Nachweis von Zuwendungen/Spenden ein selbst erstellter Ausdruck, wenn aus ihm Name und Kontonummer des Auftraggebers und Empfängers, der Betrag sowie der Buchungstag ersichtlich sind (OFD Magdeburg vom 14.02.2006, AZ: S. 2223–145-St 217, StEK EStG § 10b Nr. 412). Aber auch hier bedarf es den vom Zahlungsempfänger selbst hergestellten Beleg mit den erforderlichen Aufdrucken, wie steuerbegünstigter Zweck, für den die Zuwendung verwendet wird, Angaben über die Freistellung des Empfängers von der Körperschaftsteuer, Spende oder Mitgliedsbeitrag, wenn es sich bei dem Empfänger nicht um eine inländische Körperschaft des öffentlichen Rechts handelt.

 

Hinweis

Die von einem Kreditinstitut abgestempelte Durchschrift des Überweisungsbeleges genügt nicht als Buchungsbestätigung. Für den vereinfachten Zuwendungs-/Spendennachweis muss entweder der Kontoauszug oder, wenn die zuwendende/spendende Person kein Konto bei einem Kreditinstitut unterhält, der Bareinzahlungsbeleg der Bank mit dem entsprechenden Aufdruck "Zahlung erfolgt" vorliegen (s. OFD Karlsruhe vom 10.01.2003, DB 2003, 529).

 

Tz. 110

Stand: EL 116 – ET: 04/2020

Kann die zuwendende/spendende Person die Höhe der Ausgaben i. S. d. § 10b EStG (Anhang 10) nicht durch Vorlage einer Zuwendungs-/Spendenbestätigung belegen (s. Tz. 64ff.), z. B. bei Aufwendungen von Haus- und Straßensammlungen, dann liegen hinsichtlich dieser Aufwendungen die Voraussetzungen für die Abzugsfähigkeit einer Zuwendungs-/Spendenausgabe nicht vor. Es handelt sich in solchen Fällen um Kosten der privaten Lebensführung, die nach § 12 EStG (Anhang 10) nicht abzugsfähig sind.

Für die Praxis bedeutet das:

  • Bis 200 EUR pro Einzelzahlung – also auch mehrfach im Jahr – kann eine gemeinnützige Einrichtung, die steuerbegünstigt ist, einfach per Spendenaufruf (z. B. über die Internetseite oder per E-Mail) zu Zuwendungen/Spenden aufrufen, ohne dass sie darüber gesonderte weiterer Zuwendungs-/Spendenbestätigungen ausstellen muss.
  • Das gilt auch, wenn der Spender eine Einzugsermächtigung erteilt und die Zuwendung/Spende per Lastschrift eingezogen wird.
  • Bei Mitgliedsbeiträgen ist das Verfahren von Vorteil. Dabei ist es ohne Bedeutung, ob der Verein die Beiträge einzieht oder das Mitglied seinen Mitgliedsbeitrag überweist. Der Einzelbetrag darf lediglich 200 EUR nicht übersteigen.

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